Jüterbog (dpa) - In Brandenburg soll ein behindertes Mädchen jahrelang in einem Käfig in der elterlichen Wohnung vor sich hin vegetiert haben. Dieser Fall von Kindesvernachlässigung ist erst jetzt - kurz nach der Entdeckung der von ihren Eltern über Jahre versteckten behinderten Jennifer aus der Uckermark - bekanntgeworden.
Einem Bericht der "Märkischen Allgemeinen" (Mittwoch) zufolge lebte die geistig und körperlich behinderte Mandy mindestens vier Jahre lang in einem von Eisenstangen umgebenen Käfig in der Wohnung in Jüterbog. Im September 2000 wurde sie im Alter von 13 Jahren von der Polizei aus der Familie geholt.
Der Sozialdezernent des Kreises, Norbert Siemieniec, bestätigte der dpa: "Es gab einen solchen Fall." Einzelheiten könne er aber nicht nennen. Wie die Zeitung berichtete, entdeckte die Polizei Mandy in einem einen Meter breiten und 1,80 Meter langen Metallkäfig mit Gitterstäben bis zur Zimmerdecke. Zweimal am Tag soll sie Grießbrei bekommen haben - nie etwas anderes. Das Mädchen habe Windeln getragen und konnte nicht laufen.
Später stellte ein Gutachter dem Blatt zufolge fest, dass das Kind lebensgefährlich unterversorgt, in jeder Hinsicht zurückgeblieben sowie seelisch und sozial gestört war. Die schwere Schädigung sei demnach nicht allein durch die seit der Geburt bestehenden geistigen und körperlichen Defekte erklärbar gewesen.
Die Eltern, die zusammen zehn Kinder hatten, mussten sich Jahre später vor dem Potsdamer Landgericht verantworten. Der Vater wurde laut Zeitung im Oktober 2008 freigesprochen, weil sich die Misshandlung nicht beweisen ließ. Die Mutter - vermindert schuldfähig - erhielt eine Geldstrafe von 250 Euro. Das Gericht bestätigte den Fall, konnte aber keine Einzelheiten nennen. (dpa)
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