Drei Jahre und zehn Monate muss der Taxifahrer nach Willen des Hamburger Landgerichts hinter Gitter. Die Kammer sah die Tatvorwürfe der Freiheitsberaubung, Bedrohung und Körperverletzung als erwiesen an.
Die Tat sei «unvorstellbar» und habe zu langanhaltenden Folgen für das Opfer geführt, sagte die Vorsitzende Richterin in der Urteilsbegründung.
Kritik des Fahrgastes führt zum Ausraster
Der 57-Jährige hatte die Tat bereits zum Prozessauftakt gestanden. Demnach stieg sein Opfer im vergangenen September an der Reeperbahn in das Taxi des 57-Jährigen. Als der jedoch eine falsche Richtung einschlug, kam es zum Streit zwischen den beiden. Die junge Frau weigerte sich, für den Umweg zu bezahlen - daraufhin hielt der Fahrer den Wagen abrupt an, zerrte die zierliche Frau vom Rücksitz und schlug ihr mit der Faust ins Gesicht. Anschließend sperrte er sie in den Kofferraum und fuhr weiter.
Auf der Fahrt durchlebte die Frau Todesängste, schrie und bettelte um ihr Leben. Der Angeklagte zeigte sich davon jedoch unbeeindruckt, stellte sogar die Musik lauter und beleidigte die Frau, die in dem dunklen, engen Raum immer neue Angstszenarien entwickelte. «Ich dachte, er vergewaltigt mich und ich ende im Straßengraben», schilderte sie als Zeugin vor Gericht.
Dann glaubte sie, der Taxifahrer habe das Auto in einen See rollen lassen. «Sie hielt das Kondenswasser im Kofferraum für eindringendes Wasser», sagte die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer, «alles passte dann zusammen.»
"Du wirst da drin sterben"
Schließlich hielt der Angeklagte mit dem Auto vor seiner Wohnung im schleswig-holsteinischen Hasloh. Mindestens dreimal kam der stark angetrunkene Mann wieder aus der Wohnung und rüttelte am Kofferraum des Wagens herum. «Du kommst da nicht raus. Du wirst darin sterben», sagte er noch mehrfach zu der völlig verängstigten Frau. Als er die Klappe nicht öffnen konnte, ging er jedoch wieder zurück ins Haus. «Es war Ihnen egal, was mit dem Opfer geschah», sagte die Richterin in ihrem Urteil. Erst nach sechs Stunden hörte die Schwägerin des Taxifahrers das Klopfen der Gefangenen und rief die Polizei.
Auch fünf Monate nach der Tat leidet das Opfer noch unter Angstzuständen und ist arbeitsunfähig. Ein wirkliches Motiv konnte das Gericht hinter der Tat nicht erkennen. «Wir sind uns nicht sicher, ob es überhaupt ein Motiv gab», sagte die Richterin.
Nur Stunden vor der Tat hatte der Angeklagte schon versucht, eine 24 Jahre alte Frau in seine Gewalt zu bringen, die jedoch fliehen konnte. In seinem Schlusswort hatte der Angeklagte gesagt: «Ich bereue meine Tat zutiefst und ernst.» Er könne sich selbst nicht erklären, warum er so verrückt gewesen sei. (dpa/lno)
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