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01. Januar 2016

Jahreswechsel: Was sich im Jahr 2016 ändert

 Von Christina Michaelis
2016 bringt einige Änderungen für Verbraucher mit sich.  Foto: dpa

Wie jedes Jahr bringt auch 2016 einige Änderungen mit sich. Die Frankfurter Rundschau zeigt hier, was sich im Bereich Einkommen und Abgaben für Verbraucher ändert.

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Überweisen geht nur noch mit IBAN, ohne Steuer-ID gibt es kein Kindergeld und der eine oder andere bekommt mehr Geld vom Staat – das neue Jahr bringt für die Verbraucher einige Änderungen. Wir haben die wichtigsten zusammengestellt.

Mehr Kindergeld und Kinderzuschlag

Das Kindergeld wird ab sofort um zwei Euro pro Kind erhöht. Für das erste und zweite Kind erhalten Eltern dann jeweils 190, für das dritte Kind 196 Euro im Monat. Für jedes weitere Kind gibt es monatlich 221 Euro. Ab dem 1. Juli steigt außerdem der Kinderzuschlag für Geringverdiener. Statt wie bislang 140 erhalten berechtigte Eltern als Ergänzung zum Kindergeld dann monatlich bis zu 160 Euro pro Kind.

Ein rechtlicher Anspruch auf Kindergeld besteht ab Jahresbeginn nur noch mit Steuer- Identifikati-onsnummer (ID). Der Elternteil, der den Antrag stellt, muss aber nicht nur seine eigene, sondern auch die Steuer-ID des Kindes – unabhängig von dessen Geburtsjahr – einreichen. Das gilt auch für laufende Kindergeldzahlungen. Eltern, die die Steuer-IDs nicht bis Ende 2016 nachreichen, müssen das in dem Jahr erhaltene Kindergeld unter Umständen komplett an die Familienkasse zurückzahlen.

Höheres Wohngeld

Vor dem Hintergrund gestiegener Mieten und Nebenkosten erhalten bundesweit etwa 870 000 einkommensschwache Haushalte ab Januar ein höheres Wohngeld. Darunter sind 320 000 Haushalte, die erstmals oder wieder einen Anspruch auf Wohngeld haben. Durch die Anhebung – es ist die erste seit 2009 – bekommt etwa ein Zwei-Personen-Haushalt statt bislang durchschnittlich 112 Euro im Monat künftig im Schnitt 186 Euro. Die Sätze wurden regional gestaffelt angehoben. Haushalte, die bei Inkrafttreten der Reform Wohngeld beziehen, müssen in der Regel keinen neuen Antrag stellen – sie erhalten für das laufende Jahr automatisch mehr Geld. Wohngeld wird auf Antrag grundsätzlich für zwölf Monate gewährt. 

Höhere Bemessungsgrenzen

In der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung steigt mit Beginn des neuen Jahres die bundesweit einheitliche Beitragsbemessungsgrenze von 4125 auf 4237,50 Euro im Monat. Dadurch müssen Arbeitnehmer mehr zahlen: Ihr Anteil in der gesetzlichen Krankenversicherung klettert, ohne Zusatzbeitrag, von monatlich 301,13 auf maximal 309,34 Euro. Der Wechsel in die private Krankenversicherung ist 2016 erst ab einem Monatseinkommen von 4687,50 Euro möglich (2015: 4575 Euro).

Die Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung steigt ebenfalls zum 1. Januar, und zwar von 6050 auf 6200 Euro (West) und von 5200 auf 5400 Euro (Ost) im Monat. In der knappschaftlichen Rentenversicherung liegt sie in westlichen Bundesländern künftig bei monatlich 7650 Euro und in östlichen Bundesländern bei 6650 Euro.

Ab Juli gibt es für die Rentner in Deutschland mehr Geld - 4,3 Prozent mehr im Westen, etwa fünf Prozent mehr im Osten. Der genaue Prozentsatz wird allerdings erst im Frühjahr festgelegt.  Foto: imago/Ralph Peters

Rürup-Rente stärker gefördert

Die Rürup-Rente wird vom 1. Januar an stärker gefördert: Versicherte können statt 80 dann 82 Prozent ihrer Einzahlungen steuerlich geltend machen. Die Steuervorteile sind allerdings durch einen abzugsfähigen Höchstbetrag gedeckelt. Von 2016 an beträgt er statt 22 172 nun 22 766 Euro pro Jahr. Davon müssen allerdings die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung abgezogen werden. Ledige beispielsweise können demnach Vorsorgebeiträge von bis zu 18 668 Euro steuerlich geltend machen. Die vollen 22 766 Euro können nur Selbstständige ausschöpfen, die nicht freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Wer 2016 in Rente geht, muss übrigens statt 70 künftig 72 Prozent der Rürup-Rente versteuern.

Mehr Hartz IV, keine Familienversicherung

Hartz-IV-Empfänger erhalten vom 1. Januar an je nach Regelbedarfsstufe monatlich zwischen drei und fünf Euro mehr. Alleinstehende etwa haben dann unter dem Strich im Monat einen Betrag von 404 Euro und damit fünf Euro mehr als bisher zur Verfügung. Fünf Euro mehr bekommen auch alleinstehende Asylbewerber: nämlich statt 359 künftig 364 Euro im Monat.

Gleichzeitig entfällt ab Jahresbeginn für alle Hartz-IV-Bezieher, Jugendliche ab 15 Jahren eingeschlossen, die derzeitige Familienversicherung in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Jeder Leistungsempfänger ist damit künftig eigenständiges Mitglied einer Kranken- und Pflegekasse. Wie alle Versicherungspflichtigen müssen auch Hartz-IV-Bezieher den Zusatzbeitrag zahlen. Die Kosten übernimmt jedoch der Bund.

Mehr Geld für Rentner

Von Juli an gibt es für die mehr als 20 Millionen Rentner in Deutschland jeden Monat mehr Geld: Nach vorläufigen Angaben des Schätzerkreises Rentenversicherung steigen die Beträge im Westen um 4,3 Prozent und im Osten um etwa fünf Prozent. Der genaue Prozentsatz wird allerdings erst im Frühjahr festgelegt. 

Die Bafög-Bedarfssätze für Schüler und Studenten steigen um sieben Prozent.  Foto: imago/JOKER

Höhere Bafög-Sätze

Mit Beginn des Schuljahres 2016 und des Wintersemesters 2016/2017 steigen die Bafög-Bedarfssätze für Schüler und Studenten um sieben Prozent. Studenten mit eigener Wohnung etwa erhalten dann statt 670 bis zu 735 Euro Bafög im Monat. Wer noch bei seinen Eltern wohnt, bekommt nun maximal 537 Euro (2015: 495 Euro). Weil auch die Freibeträge für das Elterneinkommen um sieben Prozent steigen, haben künftig mehr Schüler und Studenten Anspruch auf die Leistung. Außerdem dürfen Bafög-Empfänger in einem Minijob wieder bis zu 450 Euro verdienen, ohne dass dies auf die Bafög-Leistungen angerechnet wird.

Mehr Geld, nämlich ebenfalls sieben Prozent, gibt es vom 1. August an auch für alle, die während der Ausbildung oder Berufsvorbereitung Beihilfe erhalten. Zum selben Stichtag wird auch das Meister-Bafög erhöht: Für Alleinstehende beispielsweise steigen die Höchstbeträge zum Unterhalt dann auf 760 Euro im Monat (2015: 697 Euro). 

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Mehr Geld für arbeitende Rentner

Die große Koalition will den Renteneintritt flexibler gestalten und das Arbeiten im Rentenalter at-traktiver machen. Deshalb soll 2016 die sogenannte Flexi-Rente kommen. Wer über das Renteneintrittsalter hinaus arbeitet, soll demnach künftig in die Rentenversicherung einzahlen und dadurch seine Rente erhöhen können. Bislang ging das nicht. Auch die Teilrente mit 63 soll interessanter werden. Wer dabei in Teilzeit weiterarbeitet, soll künftig mehr von seinem Zuverdienst behalten können. Ein neues Gesetz wird voraussichtlich Mitte 2016 verabschiedet.

Mindestlohn: Niedrigere Sätze gelten noch

Auch wenn der zum 1. Januar 2015 eingeführte gesetzliche Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro pro Stunde grundsätzlich für alle Branchen gilt: Bis zum 31. Dezember 2016 sind Abweichungen nach unten noch erlaubt, wenn ein entsprechender Tarifvertrag auf Grundlage des Arbeitnehmerentsendegesetzes oder des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes dies vorsieht. Zeitungszusteller zum Beispiel erhalten erst ab 2017 die vollen 8,50 Euro pro Stunde.

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