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Jamaika: Flugzeug-Kidnapper gibt auf

Ein bewaffneter Mann bringt ein Flugzeug mit 182 Menschen an Bord in seine Gewalt. Er gelangt über den Crew-Eingang in die Maschine. Ein Schuss fällt. Der Geiselnehmer will nach Kuba geflogen werden.

Flughafen Sangster's in Montego Bay auf Jamaika (2004).
Flughafen Sangster's in Montego Bay auf Jamaika (2004).
Foto: Uncle Leo/wikipedia/gnu

Kingston. In Jamaika ist eine Geiselnahme von 182 Flugzeuginsassen am Montag unblutig zu Ende gegangen. Der Entführer sei am Flughafen von Montego Bay von der Polizei festgenommen worden, sagte Informationsminister Daryl Vaz dem US-Fernsehsender CNN. Zuvor hatte der auf Anfang 20 Jahre geschätzte Kidnapper bereits alle Passagiere gehen lassen, aber zuletzt noch sechs Crew-Mitglieder der kanadischen Fluglinie CanJet Airlines festgehalten.

Die Polizei hatte nach offiziellen Angaben unter Vermittlung des Vaters mit dem Entführer verhandelt, der offenbar aus Montego Bay im Norden der Karibikinsel stammt. Polizei und Armee hatten das Gelände des Sangster International Airport weiträumig abgesperrt. CanJet-Vizepräsident Kent Woodside betonte, die Sicherheit der festgehaltenen Crew-Mitglieder habe oberste Priorität.

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Montego Bay an Jamaikas "Goldküste" ist das Tourismuszentrum der Karibikinsel. Besonders im Winter locken die Hafenstadt und die benachbarten Badeorte Doctors Cave und White Sands mit langen Stränden und Jachthäfen Urlauber vor allem aus den USA, aber auch aus Europa an.

Die Stadt Montego Bay mit 85.000 Einwohnern hat mit dem Sangster Airport den größten Flughafen der Insel.

Laut Medienberichten wurde in der Boeing 737 ein Schuss abgefeuert, als sich noch alle 182 Menschen an Bord befanden. Nach offiziellen Angaben aber wurde niemand verletzt. Zwei Besatzungsmitgliedern gelang es offenbar, sich im Cockpit der Maschine einzuschließen.

"Seine Forderung ist, nach Kuba gebracht zu werden", sagte Informationsminister Vaz vor der Festnahme des Einzeltäters. Doch Kuba war ohnehin das nächste Ziel der Maschine. Vaz beschrieb den Mann als "geistig behinderten Jugendlichen"; dem Vorfall solle keine internationale Bedeutung beigemessen werden. Der Passagier Christen Gosslin berichtete laut CNN, der Entführer habe von den Passagieren Geld gefordert.

Jamaikas Regierungschef Bruce Golding flog an den Ort des Geschehens und kündigte nach dem glücklichen Ausgang an, die Sicherheitsstandards an den Flughäfen seines Landes zu verbessern. Der Geiselnehmer soll sich laut Medienberichten mit einem gefälschtem Ausweis über den Mitarbeiter-Eingang Zugang zum Airport verschafft haben. Demnach brachte er die Chartermaschine am Sonntagabend Ortszeit in seine Gewalt. Das Flugzeug sollte über Kuba nach Halifax an der kanadischen Ostküste fliegen.

An Bord der Boeing 737 befanden sich 174 Passagiere - alle aus Kanada - und acht Crew-Mitglieder, wie CanJet-Manager Woodside mitteilte. Berichte aus der Nacht, der Kidnapper habe den Piloten erschossen, bewahrheiteten sich nicht. Was den Jamaikaner zu dem Coup trieb, war unklar. Kanadas Premier Stephen Harper war just, als der Kidnapper sich Zugang zur Boeing verschaffte, in Jamaikas Hauptstadt Kingston zum Arbeitsbesuch eingetroffen.

Die Passagiere wurden in Hotels untergebracht. Ein CanJet-Flug sollte sie später nach Kuba oder nach Kanada bringen. (afp/dpa)

Datum:  20 | 4 | 2009
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