kalaydo.de Anzeigen

Jennifer Aniston: Für immer nett

Schauspielerin Jennifer Aniston spielt das gut frisierte Mädchen von nebenan - diesmal mit Hund in der Komödie "Marley & Ich". ( mit Video) Von Christian Bos

Jennifer Aniston im Film Marley & Me (Filmszene).
Jennifer Aniston im Film "Marley & Me" (Filmszene).
Foto: verleih

Das Baby hat keinen Herzschlag. Jennifer Anistons Gesichtszüge erstarren. Eben sah sie noch so fröhlich aus, mit ihrer Malibu-Bräune und dieser spezifisch amerikanischen Ausstrahlung: "Seht her, ich bin gesund", schien sie auszurufen. Jetzt tut sie uns richtig leid. Was soll das für ein Leben sein, das noch nicht einmal Jennifer Aniston fair behandelt?

Es ist ja nur ein Film. "Marley & Ich" heißt er und seine anderen sorgfältig inszenierten emotionalen Tiefpunkte erleben wir, wenn sich der titelgebende Hund in den Atlantik entleert, obwohl das doch am Strand von Florida verboten ist, und wenn das widerspenstige Vieh nach 115 Minuten endlich eingeschläfert wird. Jennifer Aniston und ihr Co-Star Owen Wilson verbringen einen Großteil dieser 115 Minuten damit, diesem Marley hinterher zu rennen.

Zur Person

Jennifer Aniston, geboren 1969 in Kalifornien, wurde Mitte der Neunziger zum Weltstar: Die Rolle der Rachel Green in der Sitcom "Friends" machte sie berühmt.

Ihre Mutter schrieb über die Tochter ein Enthüllungsbuch - die Funkstille unterbrach Aniston erst, als sie sich 2005 von Brad Pitt scheiden ließ. Nach zehn Jahren "Friends" und dem Ende ihrer Ehe spezialisierte sich Aniston auf romantische Komödien. Privat ist sie mit dem Kuschelrocker John Mayer liiert.

Ihr neuer Film "Marley and Me" läuft ab dem 5. März 2009 in deutschen Kinos.

Jetzt sind Aniston und Wilson in Köln, um ihren Hundefilm zu bewerben und man kann sich die inzwischen 40-jährige Schauspielerin endlich einmal aus der Nähe ansehen. Ein kurzes, schwarzes Kleid trägt sie, schmale Goldketten und goldene Reifen am linken Arm. Mag ja sein, dass ihr immer noch dieses "Mädchen von nebenan"-Image anhaftet, schließlich hat sie das zehn Jahre lang bei den "Friends" gespielt. Mag sein, dass man dann "hübsch" sagt statt "schön". Jennifer Aniston ist phänomenal hübsch. Und schlagfertig, das ist sie auch. "Ach, dafür habe ich ein ganzes Team", antwortet sie, als sie, seifenwerbungsgleich, nach dem Geheimnis ihres perfekten Äußeren gefragt wird.

Marley & Ich (Trailer)

Natürlich ist Aniston viel zu lange im Geschäft, um in einem Raum voller Menschen, deren Geschäft der Klatsch ist, etwas Privates preiszugeben. Ihre ersten Fernsehrollen spielte sie vor bald 20 Jahren, ihr griechischstämmiger Vater ist Star in einer Daily Soap, ihr Patenonkel "Kojak"-Star Telly Savalas. Mitte der Neunziger Jahre wird Aniston als "Rachel" in der Sitcom "Friends" berühmt. Millionen Zuschauerinnen kopieren ihren Haarstil, der einfacherweise gleich nach ihrer Rolle benannt wird. Frauen verlangen noch die "Rachel" von ihrem Friseur, als Aniston ihre Haare längst lang, glatt und strähnig trägt und zum bestbezahlten TV-Star in der Geschichte des Mediums aufgestiegen ist.

Je 25 Minuten "Friends" kassiert Aniston eine Million Dollar, und die ist sie auch wert. Als Rachel in der letzten Folge endlich zu ihrer Dauerflamme Ross zurückkehrt, schalten mehr als 50 Millionen Amerikaner ein. Ihr Mann im wahren Leben ist der glamouröseste Heldendarsteller Hollywoods, Aniston und Brad Pitt sind das First Couple Amerikas. Das ist fünf Jahre her, eine Entertainment-Ewigkeit.

Das Leben bleibt unfair

Heute, in Köln, will sie über ihren Film reden, auch wenn es zu dem eigentlich nichts zu sagen gibt. Das wenige, das man hier über Aniston erfahren kann, bestätigt das Klischee vom netten Mädchen. Nein, sie habe einfach keinen aufbrausenden Charakter. Frust, vielleicht ab und an. Aber wütend? Damit kann sie nicht dienen. Auch einen Karriereplan habe sie nie gefasst. "Als ich noch in New York zwischen den Vorsprechterminen gekellnert habe, dachte ich, aus mir wird eine Profi-Kellnerin." Das hätte ihr wohl geholfen, wagt Aniston den Hauch einer öffentlichen Selbstanalyse, dass sie nicht so verzweifelt dem Erfolg hinterhergelaufen sei. "Es gibt keinen Masterplan. Lebe im Moment. Sei einfach glücklich. Das ist machbar."

In ihren Filmen wirkt sie etwas ehrgeiziger. In romantischen Komödien spielt Aniston stets den aktiven Teil einer Beziehung. In ihren Independent-Filmen ist sie die in kleinen Verhältnissen Gefangene, die nach oben will, aber nicht weiß, wie. Aniston weiß schon, wie - und wer abends auf dem "Wetten, dass?"-Sofa mit Thomas Gottschalk Hundekuchen isst, der lebt nicht nur für den Moment.

Nur Anistons einziger Thriller war ein Flop. "Es macht auch gar keinen Spaß, in so etwas zu spielen", sagt sie, und wedelt dabei mit den Händen wie ihre "Rachel", wenn die Regieanweisung lautete: "Jetzt tu so, als seiest du angeschossen worden." Seit die nette Aniston vor vier Jahren von Brad Pitt für die aufregende Angelina Jolie verlassen wurde, rufen ihr das auch die Gesellschaftsreporter zu. Doch nachdem sie kurz nach der Scheidung von Pitt für ein großes "Vanity Fair"-Interview Tränen vergossen hatte und das Magazin sich mit der Schlagzeile "Die unsinkbare Jennifer Aniston" bedankte, spielt die Scheidungsgestählte eben das: unsinkbar. Das macht sie noch sympathischer, gesünder und amerikanischer.

Egal, wie viele UN-Flüchtlingslager Angelina Jolie besuchen und wie viele Kinder sie noch mit Brad Pitt adoptieren wird: Aniston bleibt das "Good Girl" und Jolie die Böse. Und das Leben bleibt unfair, solange Jolie den Oscar und die Kinder und Brad Pitt hat und Aniston nur die bessere Frisur.

Autor:  CHRISTIAN BOS
Datum:  3 | 3 | 2009
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Leute
        

Der Ultravox-Sänger Midge Ure wurde von der Queen zum Ritter geschlagen, was seine Mutter wirklich stolz macht.
Ultravox-Sänger Midge Ure 
Bushido ganz zahm und ordentlich im Anzug: Der
Bushido-Hochzeit 
Prinzessin Victoria und Prinz Daniel bei der Taufe ihrer Tochter Estelle.
Victoria von Schweden 
ESC 2012

Schräge Kandidaten, internationale Musik: Das ist der Eurovision Song Contest in Baku. Wegen der politischen Zustände in Aserbaidschan wird er dieses Jahr heftiger Kritik begleitet. Mehr dazu im Spezial.

Ressort

Aktuelle Nachrichten aus der Gesellschaft


Anzeige

Fotostrecke
Meeresbewohner: Leuchtend grüne Quallen gleiten durch ein Aquarium.

Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.

Ein Jahr Fukushima
Test auf Strahlenspuren.

Ein Jahr nach dem 11. März 2011 zeigen wir, wie das Unglück Japan und die Welt verändert hat.

Anzeige

Video

Anzeige

 
Quiz
Wissens-Test.

Politik, Sport, Wirtschaft - wie gut sind Sie informiert? Machen Sie den Test mit dem unterhaltsamen Tagesquiz.

Academy Awards - "And the winner is..."
Zwischen 300 und 500 Euro ist eine Oscar-Statue wert, je nach Goldpreis. Der ideelle Wert ist für Schauspieler und Filmemacher unbezahlbar.

Alle Gewinner der 84. Academy Awards of Merit, die desaströsesten Outfits auf dem roten Teppich und mehr im Oscar-Spezial.

Kolumne
Tempo 30

Am Aschermittwoch 2009 wurde Sebastian Gehrmann 30. Alles war vorbei. Jetzt kann er darüber schreiben.

Anzeige

Werben auf dem iPad
Das iPad als Werbeform bietet besonders viele Möglichkeiten. Gerne beraten wir Sie persönlich.

Meistgeklickt
Sieger: Der zehnjährige Marco gewinnt das Finale von DSDS Kids. Moderator Daniel Assmann (l.) und DSDS-Kandidat Thomas Pegram freuen sich.
DSDS Kids: Das Finale 
Ermittler der Spurensicherung der Polizei durchsuchen in Kiel ein ehemaliges Trafohaus auf dem Gelände einer Kfz-Werkstatt.
Einsatz gegen Rockerbande 
Das DFB-Bundesgericht mit dem Vorsitzenden Goetz Eilers hat entschieden: Das Relegationsspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC wird nicht wiederholt.
Kein Wiederholungsspiel zwischen Düsseldorf und Berlin 
Quiz
Dezember 2006.

Thomas Gottschalk hat sich bei "Wetten, dass..." verabschiedet. Er bewegt die TV-Nation. Testen Sie Ihr Wissen.