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29. März 2013

JVA Suhl in Thüringen: Geiselnahme beendet - Motive unklar

Polizei und Krankenwagen stehen vor dem Gefängnis in Suhl bereit. Foto: dpa

Ein mit einem Messer bewaffneter Häftling nimmt eine Gefängnis-Angestellte als Geisel. Nach einer stundenlangen Nervenschlacht überwältigen Spezialkräfte den Mann. Unklar ist, wie es zu dem Geiseldrama kommen konnte.

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Suhl –  

Nach der Geiselnahme im thüringischen Gefängnis Suhl-Goldlauter sind die Motive des Täters noch unklar. Die Polizei verwies am Samstag für weitere Einzelheiten auf eine Pressekonferenz am frühen Nachmittag.

Ein mit einem Messer bewaffneter 52 Jahre alter Häftling hatte am Karfreitag eine 26 Jahre alte Angestellte der Justizvollzugsanstalt in seine Gewalt gebracht. Nach stundenlangem Bangen haben Spezialkräfte der Polizei den Mann in der Nacht auf Samstag überwältigt und festgenommen.

Die Geisel kam unverletzt frei, wie ein Polizeisprecher am frühen Samstagmorgen sagte. Auch der Geiselnehmer blieb unverletzt. Er sei in eine andere JVA verlegt worden, hieß es am Samstagvormittag aus dem Lagezentrum der Polizei in Suhl.
Der mit einem Messer bewaffnete Häftling hatte die Frau am Nachmittag des Karfreitags unter bisher ungeklärten Umständen in einem Zellentrakt in seine Gewalt gebracht. Der Mann, der wegen Gewaltdelikten in der JVA einsitzt, forderte einen Rechtsbeistand und die Verlegung in ein anderes Gefängnis. Eine Verhandlungsgruppe der Polizei nahm Kontakt zu dem Mann auf, ein Sondereinsatzkommando rückte an. Vor dem Gefängnis fuhren Krankenwagen vor.

Thüringens Justizminister Holger Poppenhäger (SPD) sagte nach dem Ende der Geiselnahme: „Die Forderungen des Geiselnehmers erschienen uns sehr wirr. Wir sind alle sehr erleichtert und froh, dass es beendet ist“. Dass die Tat etwas mit dem langen Osterwochenende zu tun habe, sei unwahrscheinlich, sagte Poppenhäger weiter. Mehrere Feiertage hintereinander wie an Weihnachten oder Ostern gelten in Gefängnissen als kritische Tage. Bereits Weihnachten 1993 hatten Strafgefangene der Justizvollzugsanstalt Suhl-Goldlauter wegen zerkochter Klöße rebelliert.

Kritik an Situation

Der Fraktionsvorsitzende der Thüringer Linken, Bodo Ramelow, kritisierte am Samstag die Situation in den Gefängnissen im Land. Die Tat bedrücke und reihe sich in eine ungute Kette von Ereignissen in den Gefängnissen ein, sagte er am Samstag der Nachrichtenagentur dpa. „Die psychische Situation der Häftlinge wird zu gering beachtet. Das muss dringend verbessert werden“, sagte Ramelow.

Die Justizvollzugsanstalt Goldlauter in Suhl ist ein Gefängnis für Männer und verfügt über 332 Haftplätze. 310 davon sind laut Website der JVA für den geschlossenen Vollzug vorgesehen, 22 für den offenen Vollzug. Derzeit sind dort insgesamt 167 Bedienstete tätig. In Thüringen gibt es sieben Justizvollzugseinrichtungen mit etwa 2000 Haftplätzen. (dpa)

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