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18. September 2012

Kate Middleton: Von Kate keine Oben-Ohne-Fotos

 Von Stefan Brändle
Kate, Herzogin von Cambridge, auf Südsee-Tour. Foto: dapd

Die Nacktbilder der englischen Prinzengattin Kate Middleton werden verboten: Die französische Justiz stoppt deren Verbreitung mit sofortiger Wirkung. Der Heuchelpreis gebührt aber britischen Pressetiteln wie The Sun.

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Paris –  

Frankreich verbietet die Veröffentlichung von Oben-Ohne-Fotos der Herzogin von Cambridge. Die einstweilige Verfügung wurde dem Verlag Montadori in Paris-Nanterre am Dienstag schriftlich mitgeteilt. Die Bilder, die die Herzogin von Cambridge beim Nacktsonnen in einer Privatvilla zeigen, dürfen in Frankreich nicht mehr verkauft oder verbreitet werden. Der französische Rechtsvertreter des britischen Königshauses, Aurélien Hamelle, drang mit seinem Antrag vollständig durch. Zwar bleibt die aktuelle Ausgabe des People-Magazins "Closer", die einige der Fotos abgedruckt hat, an den Kiosken erhältlich. Allerdings muss die Redaktion die Originale binnen 24 Stunden - also bis Mittwochmittag - der Justiz aushändigen. Kommt der dem italienischen Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi gehörende Verlag dieser Aufforderung nicht nach, muss er pro Tag 10.000 Euro zahlen.

Im Auftrag von Prinz William und seiner Frau Kate reichte Hamelle zudem Strafklage gegen Unbekannt ein. Bei einer Verurteilung des oder der – noch unbekannten - Fotografen sowie des Chefredakteurs droht Gefängnis, was sicher abschreckende Wirkung erhöhen würde.

Paparazzifotos aus 800 Metern Entfernung

Die Strafklage wird allerdings erst in mehreren Monaten zu einem Urteil führen. Nach Meinung französischer Juristen wird es dabei auch um die Frage gehen, wie weit Fotos von einem öffentlich zugänglichen Ort aus erlaubt sind. Der Paparazzo schoss die Bilder vermutlich aus der fast schon unglaublichen Distanz von 800 Metern von der isoliert stehenden Villa im Luberon (Südfrankreich). Das entschärft das Argument, die halbnackte Herzogin habe sich sozusagen am Gartenzaun herumgezeigt.

Da das Urteil nur in Frankreich gilt, betrifft es nicht die italienische, ebenfalls zum Montadori-Verlag gehörige Klatschblatt "Chi", das die Oben-ohne-Bilder ebenfalls auf 26 Seiten veröffentlicht. Die gleichermassen vorgehende "Irish Daily Star" suspendierte hat ihren Chefredaktor Michael O'Kane suspendiert. Er hatte noch am Wochenende den Abdruck mit den Worten verteidigt: "Sie ist nicht unsere zukünftige Königin." Von anderen Prominente wie Lady Gaga oder Rihanna wären im irischen Blatt die gleichen Bilder auch gezeigt worden, meinte der ehemalige BBC-Journalist. Irland gehört nicht zum Vereinigten Königreich.

Erinnerungen an Lady Di

In England wurde diesen - im Kern sicher zutreffenden - Aussagen als schnoddrig empfunden. Die "Kate-Affäre" erinnert viele Briten an Williams Mutter Diana, die 1997 bei ihrem tödlichen Verkehrsunfall von motorisierten Fotoreportern verfolgt worden war. Ein Sprecher des St.James-Palastes in London meinte schon vor dem Pariser Gerichtsurteil, die Königsfamilie fühle sich "15 Jahre zurückgeworfen".

In Pressekreisen zirkulieren allerdings auch Gerüchte, es gebe noch bedeutend "explizitere" Fotos des britischen Prinzenpaares; der starke Druck auf die französische Justiz versuche deren Veröffentlichung im voraus zu verhindern.

Die französische Justiz ließ sich davon aber kaum beirren. Die Richter in Nanterre sind auf Paparazzi-Prozesse spezialisiert und bekannt dafür, dass sie die Privatsphäre auch von öffentlichen Personen strikt schützen. Pariser Prominente oder etwa die Grimaldis aus Monaco reichen in Nanterre regelmäßig Zivilklage ein, und in den vielen Fällen erhalten sie fünfstelligen Schadensatz zugesprochen. Einigen dieser Stars wird in Paris vorgeworfen, sie verdienten doppelt an ihrem VIP-Status - einerseits mit arrangierten Fotoreportagen in einschlägigen Titeln wie "Voici" oder "Gala", andererseits mit Schadenersatzklagen wegen unautorisierter Schnappschüsse.

Ein Müsterchen solch ambivalenten Verhaltens lieferte diesen Sommer die französische First Lady, Valérie Trierweiler. Sie reichte Anfang September Klage gegen "Closer", "Voici" und "Public" ein, weil diese sie und ihren Lebenspartner Präsident François Hollande am Strand im Badekleid fotografiert hatten. Diese Bilder waren weder unzüchtig noch „gestohlen“, sondern geradezu alltäglich; viele Franzosen fragen sich, warum es verboten sein sollte, Personen des öffentlichen Lebens an öffentlichen Orten zu fotografieren. Zumal Trierweiler selber als Journalistin für die Illustrierte "Paris-Match" arbeitet, die regelmäßig Foto-Prozesse am Hals hat. Obwohl das Wochenblatt die Badefotos des Präsidentenpaares ebenfalls publizierte, bleibt es von Trierweilers Klage ausgenommen.

"Sun" ruft zur Hetzjagd auf

Der erste Heuchelpreis gebührt allerdings britischen Pressetiteln wie The Sun. Dieses Revolverblatt zeigte Prinz Harry erst kürzlich splitternackt beim "Billard Strip" in einem Hotelzimmer in Las Vegas – also an einem öffentlich noch weniger zugänglichen Ort. Ausgerechnet jene Medientitel, die selbst vor illegalen Methoden wie Telefonabhören nicht zurückschrecken, um ihre Opfer zu überlisten, entrüsten sich nun über die Zurschaustellung der "topless Kate". The Sun ruft sogar zur Hetzjagd gegen den unbekannten Fotografen auf; sie nennt ihn "die Ratte". Weil der ihr die Story nicht exklusiv anbot?

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