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15. Februar 2012

Katholische Killer: Drogenkartell in Mexiko will Waffenruhe während Papst-Besuch

 Von Klaus Ehringfeld
Er könnte in Mexiko zumindest für eine kurze Waffenruhe sorgen: Papst Benedikt XVI.  Foto: dpa

Der Besuch von Papst Benedikt XVI. in Mexiko beschäftigt auch das organisierte Verbrechen. Ein Drogenkartell aus dem Bundesstaat Guanajuato hat eine Waffenruhe angeboten, die solange dauern soll, wie der Papst im Lande weilt.

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Die „Caballeros Templarios“, ein neues Kartell, verteilten an 18 Stellen im gesamten Bundesstaat Narco-Botschaften. In einer dieser Botschaften rufen sie ihre Gegner vom Kartell „Nueva Generación“ dazu auf, zwischen dem 23. und 26. März keine Gewalt anzuwenden.

In dieser Zeit besucht das Oberhaupt der Katholischen Kirche Guanajuato. Der Vatikan hat den Staat ausgesucht, weil er zentral liegt, besonders kirchentreu ist und die Städte dort nicht so hoch gelegen sind wie die Hauptstadt Mexiko-Stadt. Zudem ist Guanajuato bisher weitgehend vom entfesselten Drogenkrieg in Mexiko verschont geblieben.

Benedikt XVI. wird die drei Nächte seines Besuchs in der Stadt León verbringen und von dort dann nach Kuba weiterreisen. Genau in Léon tauchte dieser Tage die Botschaft des Kartells auf, die nach Behördenangaben auf ein Bettlaken geschrieben und an einem öffentlichen Platz angebracht war. In der Botschaft schrieben die „Caballeros Templarios“ an die Konkurrenz gerichtet: „Ihr braucht nicht einmal daran zu denken, während des Besuchs von Papst Benedikt XVI. Gewalt anzuwenden. Ihr seid gewarnt.“

Unklar ist, ob die Botschaft der Verbrecher eine Reaktion auf den Aufruf eines hohen Kirchenfunktionärs ist. Der Erzbischof von León, José Guadalupe Martín Rábago, hatte die Kartelle Ende Januar aufgefordert, während des Papst-Besuchs die Waffen schweigen zu lassen. „An alle diejenigen, die Schlechtes im Sinn haben: Ich hoffe meine Worte erreichen Euch. Lasst uns diese Tage in Frieden und Dankbarkeit leben“, sagte der Erzbischof.

Kartell von mittelalterlichen Kreuzzügen inspiriert

Die „Caballeros Templarios“ sind vor einem knappen Jahr erstmals unter diesem Namen an die Öffentlichkeit gegangen. Sie haben ihre Operationsbasis im Bundesstaat Michoacán und sind die Nachfolger des Kartells „La Familia Michoacana“. Verschiedentlich haben die Sicherheitskräfte bei den Caballeros Umhänge mit roten Kreuzen und Schriften sichergestellt, die von den mittelalterlichen Kreuzzügen inspiriert sind. Das Kartell bezeichnet seine Verbrechen oft auch als göttliche Strafen.

Der Besuch des Papstes kommt für Mexiko in einer schwierigen Zeit. Das Land versinkt seit fast sechs Jahren in einem Drogenkrieg. Dem Kampf der Kartelle untereinander und gegen den Staat sind bereits 50.000 Menschen zum Opfer gefallen.

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