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21. Mai 2012

Katholische Kirche: Erzbistum Köln will kritischen Bischof fernhalten

 Von Joachim Frank
Der Kölner Dom.  Foto: dpa

Der Kölner Erzbischof Kardinal Joachim Meisner interveniert gegen einen geplanten Auftritt eines kritischen Mitbruders aus Frankreich. Doch der streitbare Sozial-Bischof Jacques Gaillot widersetzt sich.

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Köln –  

Der Kölner Erzbischof, Kardinal Joachim Meisner (78), will offenbar einen Auftritt seines französischen Mitbruders Jacques Gaillot (76) in Köln verhindern. Wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet, erinnert Meisner den Sozial-Bischof Gaillot an ein Verbot aus dem Jahr 2004, auf Kölner Territorium tätig zu werden. „Umso mehr erstaunt es unseren Erzbischof, dass Sie ihm die geplante Veranstaltung in keiner Weise angekündigt haben“, heißt es in einem Brief von Meisners Generalvikar Stefan Heße an Gaillot.

Wie die Zeitung weiter berichtet, wertet Gaillot das Schreiben als Versuch, sein Kommen in letzter Minute zu verhindern. Er werde sich diesem Ansinnen aber nicht beugen, stellte der 76-Jährige klar. Als „bischöflicher Rentner“ dürfe er sich „überall auf der Welt frei bewegen“, sagte Gaillot dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Dies habe er Meisner auch schriftlich mitgeteilt.

„Ich glaube, was hier zu erleben ist, ist eine sterbende Welt“, so Gaillot weiter. „Heutzutage gehören Grenzen überwunden und nicht vertieft. Wir müssen lernen, uns auch mit unterschiedlichen Meinungen zu akzeptieren.“ Er werde – wie geplant nach Köln reisen, wo er am kommenden Donnerstag (24. Mai) auf Einladung der „Karl-Rahner-Akademie“ über das Thema „Evangelium und Moderne“ sprechen wird. Die Akademie sei von der Kirche „unabhängig“, betonte Gaillot.

Kardinal Meisner bei einer Messe im Dom. (Archivbild)
Kardinal Meisner bei einer Messe im Dom. (Archivbild)
 Foto: dpa

1995 hatte ihn Papst Johannes Paul II. als Ortsbischof abgesetzt, nachdem sich Gaillot scharf gegen die restriktive Einwanderungspolitik der damaligen französischen Regierung gewandt hatte. Gaillot blieb Oberhirte des „virtuellen“ Wüstenbistums Partenia (Algerien), das seit dem 5. Jahrhundert nicht mehr existiert. Er setzt sich unter anderem für Obdachlose, Illegale und Aids-Kranke ein und engagiert sich in der Friedens- und Anti-Atomkraft-Bewegung. „Eine Kirche, die nicht dient, dient zu nichts“, lautet der Titel eines seiner Bücher.

2004 hatte ihm Meisner nicht nur einen Auftritt in einer Kirche des Erzbistums verboten, sondern ihm später auch untersagt, das Territorium des Erzbistums Köln zu betreten, um in weltlichen Räumen zu sprechen.

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