Der kolumbianische Staatschef Álvaro Uribe ist an der Schweinegrippe erkrankt. Die Krankheit sei aber unter Kontrolle und der 57 Jahre alte Präsident führe seine Amtsgeschäfte per Telefon und Internet aus einem isolierten Raum im Präsidentenpalast weiter, erklärte am Sonntag (Ortszeit) ein Präsidentensprecher in Bogotá. Uribe werde mindestens eine Woche in Quarantäne bleiben, teilten seine Ärzte mit. Er wird ständig von zwei Epidemiologen überwacht. Uribe ist bereits der zweite lateinamerikanische Staatschef, der sich mit dem H1N1-Virus infiziert hat. Mitte August hatte sich Costa Ricas Präsident Óscar Arias angesteckt.
Nach Angaben der kolumbianischen Gesundheitsbehörden zeigte Uribe die ersten Symptome nach der Teilnahme am Südamerika-Gipfel in Argentinien am Freitag. Am Samstag habe sich Uribe in ärztliche Behandlung begeben, wobei die Ansteckung mit dem Schweinegrippen-Virus festgestellt worden sei. Daraufhin seien die Teilnehmer des Gipfels über die "diplomatischen Kanäle" aufgefordert worden, "entsprechende Maßnahmen" zu treffen, sagte Präsidentensprecher César Mauricio Velásquez. Uribe müsse sich bereits vor dem Treffen mit dem Virus infiziert haben. Auch die Mitglieder der kolumbianischen Delegation, die engen Kontakt zu Uribe hatten, seien unter Beobachtung gestellt worden. Dies betreffe vor allem die Außen- und Verteidigungsminister sowie den Oberbefehlshaber der Streitkräfte.
Die erste H1N1-Infektion in Kolumbien wurde am 3. Mai diagnostiziert. Seitdem sind in dem Land 29 Menschen an der Schweinegrippe gestorben. Lateinamerika ist die am stärksten von der Erkrankung betroffene Region der Welt. Hier konzentrieren sich mehr als zwei Drittel aller registrierten Todesopfer der Schweinegrippe. Brasilien ist das Land mit den meisten Toten. Dort starben 557 Menschen an dem H1N1-Virus. Argentinien beklagt 465 Tote. In Mexiko, wo die Schweinegrippe im April erstmals massiv aufgetreten war, sind bisher 184 Menschen gestorben. Für den Winter ab November rechnen die mexikanischen Gesundheitsbehörden mit einem Aufflammen der Krankheit und mindestens einer Million infizierten Menschen.
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