San Francisco. Eine Protestaktion in Kalifornien gegen die Erschießung eines unbewaffneten schwarzen Mannes durch einen Polizisten hat in der Nacht zum Donnerstag schwere Krawalle ausgelöst. Mehr als 100 Menschen wurden nach mehrstündigen Ausschreitungen in Oakland festgenommen, berichtete die Zeitung "San Francisco Chronicle" am Donnerstag. Mit Knüppeln und Tränengas gingen Polizeibeamte gegen die Demonstranten vor.
Die Aktion hatte zunächst friedlich mit einem Protestmarsch und einem Gedenkgottesdienst begonnen. Nach Einbruch der Dunkelheit kam es dann zu Krawallen, Fensterscheiben gingen zu Bruch, Autos wurden in Brand gesteckt.
Auslöser für die Proteste war die Erschießung eines unbewaffneten 22-jährigen Afroamerikaners durch einen Polizisten am Neujahrstag in Oakland. Der Mann war auf dem Rückweg von einer Silvesterfeier auf einer U-Bahnstation in eine Rauferei verwickelt gewesen. Die Polizei nahm mehrere Personen fest. Das Opfer lag bereits mit Handschellen gefesselt auf dem Boden, als einer der Beamten den tödlichen Schuss abgab, berichteten Augenzeugen.
Der Anwalt der Familie des Toten warf den Polizisten rassistische Äußerungen bei der Festnahmeaktion vor. Spekuliert wird auch, ob der der Polizist die Schusswaffe mit seinem Elektroschocker verwechselt haben könnte.
Passanten nahmen den Vorfall mit Handy-Kameras auf. Die Videoaufzeichnungen wurden im Internet und in Nachrichtensendungen verbreitet. Gegen den 27 Jahre alten Polizisten wird ermittelt. Am Mittwoch, wenige Stunden vor Beginn der Unruhen, hatte er seinen Dienst quittiert. Für Donnerstag wurden weitere Proteste angekündigt.
Um erneute Ausschreitungen zu vermeiden, hat die Polizei einen verstärkten Einsatz in Oakland angekündigt. Bürgermeister Ron Dellums rief zu Ruhe auf. (dpa, ap)
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