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19. Dezember 2012

Lungenkrebs: Britin stirbt nach Transplantation von Raucherlunge

Symbolbild.  Foto: dpa

Eine 27-jährige Britin bekommt die Lunge eines Rauchers transplantiert. Nur wenige Monate später stirbt sie - an Lungenkrebs. Jetzt wendet sich ihr Vater an die Öffentlichkeit.

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In Großbritannien ist Medienberichten zufolge eine junge Frau gestorben, nachdem ihr die Lunge eines starken Rauchers transplantiert worden war. „Sie ist den Tod eines anderen gestorben“, zitierte der britische Rundfunksender BBC den Vater der Toten, Colin Grannell.

Bei seiner Tochter Jennifer war im Alter von zwei Jahren Mukoviszidose diagnostiziert worden, mit Mitte 20 musste sie den ganzen Tag mit Sauerstoff versorgt werden. Nach 18 Monaten auf der Warteliste für eine Lungentransplantation wurde ihr im April 2011 mitgeteilt, es sei ein Spenderorgan für sie gefunden worden. Die ganze Familie habe nur auf diesen Moment gelebt, sagte Grannell der BBC.
Nach der Transplantation heiratete Jennifer im vergangenen September ihren Verlobten David Wederell, aber im Februar dieses Jahres wurde in ihrer Lunge bösartiges Gewebe entdeckt. „Der Schock ist sofort in Wut umgeschlagen“, zitiert die BBC den Vater der Toten. „Vor allem, weil in der Stunde vor der Transplantation alle Risiken erklärt wurden, aber nicht einmal erwähnt wurde, dass die Lunge eines Rauchers verwendet werden sollte.“ Er glaube nicht, dass seine Tochter der Operation zugestimmt hätte, wenn ihr das bewusst gewesen wäre. Im August sei sie schließlich an Krebs gestorben.
Das Londoner Harefield Hospital entschuldigte sich dafür, dass es Jennifer nicht über die Tatsache informiert habe, dass es sich bei dem Spender um einen Raucher handelte. Allerdings sei es auch sehr ungewöhnlich, dass Patienten Spenderlungen von Rauchern von vornherein ausschließen, zitierte die BBC aus einer Stellungnahme des Krankenhausträgers. Denn damit verminderten sie ihre Chancen auf ein Spenderorgan.

Wurde der Krebs mittransplantiert?

Wie der Krebs sich im Körper der Patientin habe entwickeln können, sei sehr schwer zu sagen, zitierte die BBC den medizinischen Berater der britischen Lungenstiftung, Stephen Spiro. „Es ist möglich, dass der Krebs bereits vor der Lungentransplantation zu wachsen begonnen hat, aber er zu klein war, um ihn zu entdecken.“ Um ein Abstoßen des neuen Organs zu verhindern, werde das Immunsystem der Patienten unterdrückt. Das habe möglicherweise die Entwicklung des Krebs' begünstigt, sagte Spiro.
Jennifers Vater Colin Grannell hat mittlerweile die Facebook-Gruppe Jennifer's Choice gegründet, in der Nichtraucher dazu motiviert werden sollen, Organspender zu werden. (dapd)

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