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13. November 2012

McAfee wegen Mordes gesucht: Software-Pionier McAfee auf der Flucht

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Mit dem Antivirenprogramm machte John McAfee ein Vermögen. Jetzt sorgt er sich um seine Sicherheit.  Foto: AFP

John McAfee, der Erfinder des Antivirenprogramms, wird von der Polizei gesucht - wegen Mordes. Der 67-Jährige ist derzeit auf der Flucht. Dennoch gibt er ein Interview und weist darin alle Vorwürfe zurück; er gehe sogar davon aus, dass der Mordanschlag ihm gegolten habe.

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John McAfee, der Erfinder des Antivirenprogramms, wird von der Polizei gesucht - wegen Mordes. Der 67-Jährige ist derzeit auf der Flucht. Dennoch gibt er ein Interview und weist darin alle Vorwürfe zurück; er gehe sogar davon aus, dass der Mordanschlag ihm gegolten habe.

Belize –  

Die Polizei des zentralamerikanischen Kleinstaats Belize ermittelt gegen den US-amerikanischen Unternehmer John McAfee. Er wird verdächtigt, etwas mit dem Tod seines Nachbarn zu tun zu haben. Seitdem befindet er sich laut Medienberichten auf der Flucht. Besonders bizarr: Als die Ermittler vor McAfees Untertauchen dessen Grundstück durchsuchen wollten, soll sich der 67-Jährige vor ihnen auf seinem eigenen Anwesen versteckt haben. Der Besuch der Polizei auf der Insel Ambergris Caye blieb jedenfalls ohne Erfolg, wie die Polizei mitteilte. McAfee erklärte anschließend in einem Interview mit dem US-Magazin "Wired", er habe die Männer kommen sehen, sich im Sand eingegraben und einen Pappkarton über sein provisorisches Versteck gestellt, damit er habe atmen können. "Es war unfassbar ungemütlich", zitiert "Wired" McAfee. "Aber sie werden mich töten, wenn sie mich finden." Deshalb ist McAfee jetzt auch untergetaucht, er soll sich irgendwo in Zentralamerika verstecken. Seinen genauen Aufenthaltsort nennt Wired nicht - der Redakteur Joshua Davis gibt an, McAfee habe bei ihm angerufen und seine Seite der Geschichte erzählen wollen.

McAfee: Immer Streit mit den Nachbarn

McAfee gilt als Hauptverdächtiger im Mordfall "Gregory Faull". Bei dem Opfer handelt es sich um einen 52-jährigen US-Amerikaner, der ein Haus neben dem Anwesen von McAfee besitzt. Ein Hausmädchen entdeckte dort Faulls Leiche, in einer Blutlache liegend, mit einer Schusswunde am Hinterkopf, gibt die Polizei bekannt. Laptop und Handy seien offenbar gestohlen worden. Am Tatort habe die Polizei das Projektil einer 9 mm Luger gefunden - eine Waffe, wie sie auch McAfee besessen haben soll, schreibt "Wired"-Autor Davis. Ein weiteres belastendes Argument: McAfee soll in jüngster Vergangenheit immer wieder Ärger mit seinem Nachbarn gehabt haben, heißt es. Streitpunkt sollen unter anderem mehrere Hunde gewesen sein, die sich der IT-Unternehmer auf seinem Grundstück hielt. Faull soll seinen Nachbarn sogar bei den Behörden gemeldet haben, weil er sich auffällig verhalte und Schusswaffen abgefeuert haben soll. Auch andere Zeugen gaben der Polizei gegenüber an, McAfee habe sich in den vergangenen Monaten immer seltsamer benommen und zunehmend Kontakte ins kriminelle Milieu gepflegt.

McAfee weist alle Vorwürfe zurück. Er habe seinen Nachbarn nicht getötet, wohl aber den Schuss gehört. Weil er befürchtete, dass die Mörder von vorneherein eigentlich hinter ihm her gewesen seien und Faul nur mit ihm verwechselt hätten, sei er daraufhin geflüchtet. Seine Feinde vermutet der Softwareunternehmer in Regierungskreisen.

Streit mit Nachbarn und Behörden

McAfee lebt seit vier Jahren auf einer Insel vor der Nordostküste Belizes, einer früheren britischen Kolonie in Zentralamerika. Immer wieder soll er mit den Behörden in Konflikte geraten sein - er selbst führt das darauf zurück, dass die Regierungschefs ihn nicht leiden könnten und versuchen würden, ihn aus dem Land zu vergraulen. Hintergrund sei gewesen, dass er es vor Monaten abgelehnt habe, einem Provinzpolitiker eine Spende zu geben. "Unter keinen Umständen" sei er deshalb willens, mit der Polizei zu sprechen, so McAfee. "Nennen Sie mich paranoid, aber es besteht kein Zweifel, dass sie mich töten werden. Sie versuchen seit Monaten, mich dran zu kriegen", sagt McAfee laut "Wired". Das Land verlassen wolle er aber nicht: "Mir gefällt es hier." Die Behörden weisen unterdessen die Anschuldigungen zurück, "wir haben nichts persönlich gegen Mister McAfee."

Polizisten hatten im Frühjahr dieses Jahres schon einmal McAfees Grundstück unter die Lupe genommen, sie hatten dem 67-Jährigen unter anderem Waffen- und Drogenbesitz vorgeworfen, die Anschuldigungen bestätigten sich aber nicht. Zwar wurden bei der Durchsuchung Waffen gefunden - allerdings legale, schreibt der Spiegel. McAfee wurde wieder freigelassen.

Der Antivirus-Pionier McAfee hatte 1987 das IT-Sicherheitsunternehmen McAfee gegründet und eines der ersten Virenschutzprogramme überhaupt entwickelt. In den 1990er Jahren verkaufte er das Unternehmen und erlöste damit Millionenbeträge.

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