Mit meinen Kollegen von der Prothesenwerkstatt PODES ("Du kannst") und der Vereinigung der Kriegsversehrten ALGES sind wir uns schnell einig: sehr viel! Die Organisationen ALGES und PODES, seit Jahren Projektpartner von Medico, haben große Erfahrung, was Nachhaltigkeit im schwierigem ökonomischen, politischen und sozialen Kontext bedeutet. Erfahrungen, die für Haiti und die Perspektiven jener Menschen dort, die das Beben überlebt haben, deren Behinderung sie jedoch ihr gesamtes Leben lang begleiten wird, enorm wichtig sein werden.
"Hätten wir nicht eine starke Organisation, die unsere Interessen vertritt und sich um unsere Belange kümmert, so wären wir längst in Vergessenheit geraten! Die Hilfsprojekte in der Nachkriegsphase dauerten nicht lange an und trotz der Vereinbarungen im Friedensabkommen mussten wir immer wieder auf die Straße gehen, um unsere Rechte einzuklagen."
Für FR-online schreiben Mitarbeiter der dem "Bündnis Entwicklung hilft" angehörenden Entwicklungshilfeorganisationen über ihre Eindrücke aus Haiti.
Zum Bündnis gehören Brot für die Welt, Medico International, Misereor, Terre des Hommes und die Welthungerhilfe. Sie leisten gemeinsam akute und langfristige Hilfe bei Katastrophen und in Krisengebieten.
Spendenkonto: Stichwort "Haiti", Konto 5151, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00.
Weitere Berichte von Helfern vor Ort finden Sie im Haiti-Spezial der Frankfurter Rundschau
Im Rahmen eines Süd-Süd-Austausches wollen wir diese Erfahrungen für Haiti einbringen und nutzbar machen. Ich bin nach El Salvador gereist, um mit den Kollegen die konkreten Kooperationsmöglichkeiten für Haiti zu besprechen.
Technische Hilfsmittel, wie Rollstühle, Prothesen und andere Gehhilfen sind nur ein Teil der Grundlagen, die benötigt werden, um den Betroffenen neue Lebenswelten zu eröffnen. Es bedarf auch der psychosozialen Begleitung, einkommenschaffender Maßnahmen, adäquaten Wohnraums sowie der Sensibilisierung der Gesellschaft und der Einflussnahme auf Regierung und Politik, damit die Menschen mit Behinderungen nicht zu Objekten von sporadischen Wohlfahrtsveranstaltungen degradiert werden.
Leonides Argueta, Geschäftsführer von PODES, und wie die Meisten dort selber Kriegsversehrter, zögert nicht lange. Selbstverständlich könnt ihr mit unserer Unterstützung rechnen. Wir können umgehend unsere Kapazitäten zur Verfügung stellen, um Prothesen und Orthesen für Haiti herzustellen, bis dort entsprechende Einrichtungen funktionieren, bei deren Aufbau wir gerne helfen. Genauso wichtig ist aber auch die Erfahrung von PODES im Management eines selbstverwalteten Betriebes, der auch weiter existieren kann, wenn keine Hilfsgelder internationaler Organisationen mehr zur Verfügung stehen.
Wir müssen in Größenordnungen von mindestens 10 Jahren und mehreren Millionen Euro denken, bestätigt auch Dave Evans. Als US-Marine war er in Vietnam im Einsatz und hat dort beide Beine verloren. Später wurde er Orthopädiemeister und bildete unter anderem die Kriegsversehrten bei PODES in der Herstellung von hochwertigen Prothesen aus.
Auch die Kollegen von ALGES bestätigen ihre Bereitschaft, eine Schwesterorganisation aus Haiti mit ihren Erfahrungen zu unterstützen. Die Selbstorganisation der Betroffenen wird von entscheidender Bedeutung sein. El Salvadors Präsident Funes hat nunmehr verordnet, dass den Kriegsversehrten alle ausstehenden Pensionsleistungen auszuzahlen sind. Nur die Hartnäckigkeit und das engagierte Handeln der Betroffenen war Garant dafür, dass 18 Jahre nach Ende des Bürgerkrieges in El Salvador ihre Rechte nicht in Vergessenheit geraten.
Schräge Kandidaten, internationale Musik: Das ist der Eurovision Song Contest in Baku. Wegen der politischen Zustände in Aserbaidschan wird er dieses Jahr heftiger Kritik begleitet. Mehr dazu im Spezial.
Aktuelle Nachrichten aus der Gesellschaft
Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.
Werben auf dem iPad
Das iPad als Werbeform bietet besonders viele Möglichkeiten. Gerne beraten wir Sie persönlich.