Ms Fox, Ihr erster Auftritt in Ihrem neuen Film ist ein sexistisches Klischee: Sie räkeln sich in ultrakurzen Hosen auf einem schweren Motorrad. Eine Szene nach Ihrem Geschmack?
Ach, ich mache mir keine Illusionen darüber, was in diesem Film meine Aufgabe ist. Ich bin nun mal dafür da, die Sexbombe zu geben. Würden Sie erwarten, dass ich da einen Shakespeare-Monolog zitiere?
Megan Fox, 23, hat erst eine Handvoll Filme gedreht, doch in der Boulevard-Presse wird sie gefeiert wie ein großer Star. Manche bezeichnen Fox, die in Rockwood, Tennessee, in bescheidenen Verhältnissen aufwuchs, als neue Angelina Jolie, als deren Nachfolgerin sie für den neuen "Tomb Raider"-Film gehandelt wird. 2008 wurde sie vom Männer-Magazin FHM zur "Sexiest Woman in the World" gekürt.
Nach ihrem Durchbruch mit dem Film "Transformers" ist sie auch in der Fortsetzung "Transformers - Die Rache" mit von der Partie.
Wäre doch eine nette Überraschung.
Machen wir uns nichts vor: In Hollywood-Filmen sind es nun mal nicht die Frauen, die die Welt retten. Ich werde mich trotzdem nicht beschweren, schließlich habe ich selbst entschieden, in einem Film wie diesem mitzuspielen.
Haben Sie keine Angst, dass Ihnen dadurch ein Image anhaften könnte, das es schwierig macht, anspruchsvollere Rollen zu bekommen?
Überhaupt nicht. Für ernsthafte Rollen ist wichtig, dass man sie gut spielt, nicht, was man vorher gemacht hat. Es zählt nur, dass man gut ist, dann bekommt man auch die guten Parts. Jede Schauspielerin in Hollywood hat schon für irgendwelche Magazine sexy Posen gemimt und Rollen wie diese gespielt, in denen sie nur schmückendes Beiwerk war.
Suchen Sie überhaupt nach neuen schauspielerischen Herausforderungen?
Wenn ich irgendwann das Gefühl habe, gut genug zu sein, kann ich mir das durchaus vorstellen. Mein Ziel ist es jedenfalls, mit jedem Film ein bisschen besser zu werden.
Ist "Transformers - Die Rache" ein guter Film für ein Date?
Wenn man sich Romantik verspricht, sicher nicht. Aber er bietet auf jeden Fall gute Unterhaltung und Ablenkung. Deswegen würde ich ihn auch all meinen Freundinnen empfehlen, selbst wenn manche meinen, dass Action nur was für große Jungs ist. Das ist natürlich Quatsch. Ich renne sofort in Filme wie "Terminator" und "Batman" und würde mir diesen Film auch angucken, wenn ich nicht selbst mitspielen würde.
Bei einem Film wie "Transformers" kann man viele der aufwändigen Action- und Explosionsszenen nur ein einziges Mal drehen. Setzt Sie das als Schauspielerin unter Druck?
Natürlich, aber genau deswegen machen sie mir so viel Spaß. Dieser Druck ist stimulierend. Man muss auf den Punkt genau die beste Leistung bringen und kann nicht ständig etwas wiederholen. Da möchte man natürlich nicht diejenige sein, die es vermasselt.
Stimmt es, dass Sie für den Film zunehmen mussten?
Ja, ungefähr fünf Kilo. Der Regisseur Michael Bay bat mich darum, weil er Wert darauf legt, dass die Frauen in seinen Filmen nicht zu dürr aussehen. Seit er damals mit Scarlett Johansson "Die Insel" gedreht hat, weiß er gesunde Kurven an einer Schauspielerin zu schätzen. Aber prinzipiell glaube ich ohnehin, dass dieser extreme Schlankheitswahn eher ein Problem der Modebranche ist. Ich wurde zumindest noch nie aufgefordert, abzunehmen.
Manchmal werden Sie als jüngere Konkurrenz für Angelina Jolie angepriesen. Mögen Sie solche Vergleiche?
So etwas machen die Medien doch mit jedem. Mein Filmpartner Shia LaBeouf ist der neue Tom Hanks, Rihanna ist die neue Beyoncé - solche absurden Vergleiche hört man ständig, wenn die Klatschpresse etwas schreiben will, ohne dass sie eine Geschichte hat. In erster Linie ist so etwas ein Mangel an Kreativität bei den Medien. Ich bin tätowiert und habe dunkle Haare, na und? Das macht mich weder zur neuen Angelina Jolie noch zu einer verruchten, Männer mordenden Femme fatale. Ich bin einfach ich - albern und schüchtern.
Trailer: Transformers - Die Rache"
Sie haben gerade Ihre Tattoos erwähnt: Sind weitere schon in Arbeit?
Ich denke darüber nach, aber im Moment zögere ich noch. Ich will jetzt nichts machen, was ich vielleicht bereuen könnte. Es gibt schon ein paar Jugendsünden auf meinem Körper, die ich ohne eine schmerzhafte Prozedur leider nicht loswerde. Aber generell machen Tätowierungen süchtig, und ich liebe diese Kunst auf der Haut so sehr, dass ich sicher auch noch mehr machen lasse.
Sie kommen aus einfachen Verhältnissen. Denken Sie heute in der Glamourwelt Hollywood noch oft daran zurück?
Reich bin ich auch heute noch nicht, da können Sie meine Regisseure fragen. Aber es stimmt schon: Damals in Tennessee war meine Familie wirklich arm; ich wusste nicht, wie es ist, Geld zu haben. Bevor ich erste Schauspieljobs bekam, gab es Zeiten, da konnte ich mir nicht mal Einwegrasierer aus dem Supermarkt leisten, wenn ich abends ein Date hatte. Die Entwicklung seitdem verlief allerdings so graduell, dass ich genug Zeit hatte, mich daran zu gewöhnen, auch mal ein bisschen was ausgeben zu können. Ich bin nicht über Nacht zum Millionär geworden. Um die Rasierer muss ich mir aber immerhin keine Sorgen mehr machen.
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