Panorama
Aktuelle Nachrichten aus der Gesellschaft

24. August 2013

Mercedes Benz-Werbung: Hitler-Werbespot sorgt für Diskussionen

 Von Antonia Lange
Ausschnitt aus dem umstrittenen Werbespot. Foto: dpa

Darf man mit Hitler Werbung machen? Oder in einem Werbeclip ein kleines Kind überfahren lassen? Filmstudenten aus Baden-Württemberg haben ein provokantes Video gedreht - und fahren damit dem Autobauer Daimler an den Karren.

Drucken per Mail

Darf man mit Hitler Werbung machen? Oder in einem Werbeclip ein kleines Kind überfahren lassen? Filmstudenten aus Baden-Württemberg haben ein provokantes Video gedreht - und fahren damit dem Autobauer Daimler an den Karren.

Studenten der Filmakademie Baden-Württemberg haben einen provokanten Spot mit einem Mercedes gedreht - und damit den Unmut des Autobauers auf sich gezogen. In dem Video erkennt das Auto dank seiner Technik Gefahren, «bevor sie entstehen» - und tötet dabei kurzerhand den jungen Adolf Hitler. Die Macher mussten in das Video auf Wunsch des Autoherstellers nachträglich Hinweise einfügen, dass Daimler mit dem Spot nichts zutun hat.

"Unangemessen"

«Ich verstehe das», sagte Regisseur Tobias Haase der Nachrichtenagentur dpa. «Es hat dem Film aber auch nicht geschadet, auch wenn er vorher schöner war.» Der Werbespot ist für den Deutschen Nachwuchspreis First Steps nominiert, den Mercedes-Benz unterstützt.

«Wir sind der Überzeugung, dass es unangemessen ist, den Tod eines Menschen beziehungsweise eines Kindes sowie Inhalte mit einem Bezug zum Nationalsozialismus in einem Werbespot zu verwenden, auch wenn es sich hier nur um einen "fiktiven" Werbespot handelt», erklärte Daimler am Samstag.

In dem Clip stoppt die Limousine auf dem Weg durch ein historisch anmutendes Dorf in Österreich dank des Fahrerassistenzsystems automatisch, wenn spielende Kinder auf die Straße rennen. Nur auf den kleinen Adolf steuert das Auto unbeirrt zu - und überfährt ihn. Am Ende bleibt das Kind auf dem Boden liegen. Seine Gliedmaßen formen ein Hakenkreuz. Letzte Einblendung: «Erkennt Gefahren, bevor sie entstehen.»

Hitler als Werbung

Im Netz löste der Spot zwiespältige Reaktionen aus: Nutzer der Videoplattform Vimeo, auf der der Film zu sehen ist, bezeichnen ihn als «nicht witzig» und «deutliche Kaltschnäuzigkeit». Andere loben den Film als «geniales Stück» oder schlichtweg «großartig». Offen bleibt die Frage: Darf man mit Hitler Werbung machen - und in einem Film ein unschuldiges Kind überfahren lassen?

Zumindest sollten sich deutsche Autobauer in Sachen Werbung mehr trauen, findet Macher Haase. «Es gibt unglaubliches Potenzial, tolle Filme zu machen, aber die Firmen wollen zumeist ihre technischen Neuerungen gezeigt haben. Das ist langweilig», sagte er. (dpa)

Zur Homepage

Jetzt kommentieren

Ressort

Aktuelle Nachrichten aus der Gesellschaft.

Kalenderblatt 2014: 31. Oktober

Das aktuelle Kalenderblatt für den 31. Oktober 2014: Mehr...

Videonachrichten Panorama
Fotostrecke
Costa Concordia

Das Wrack der Costa Concordia fasziniert - möglicherweise wegen des starken Kontrasts, der ihm innewohnt. Hier der verbogene und angerostete Teil, der eineinhalb Jahre unter Wasser lag. Dort jene farbenfrohen Flächen, die den Eindruck vermitteln, es sei nichts passiert. Wir haben einige Motive im Großformat zusammengestellt: Zur Premium-Galerie.

Videonachrichten Leute
Fotostrecke
Hunde-Dusche: Ein Labrador-Golden-Retriever-Mischling bekommt in Deutschlands erstem Hundewaschsalon in Duisburg eine Dusche.

Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.