Die Spekulationen, dass Michael Jacksons Herztod in Zusammenhang mit seinen vielen Schönheitsoperationen stehen könnte, weist der Chirurg Matthias Gensoir zurück: "Man kann mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass die Operationen keinen Einfluss auf seinen Tod hatten."
Dass Jackson durch die Medikamente vorgeschädigt gewesen sei, die er bei oder nach den Operationen einnehmen musste, sei auszuschließen, meint der Generalsekretär der Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie (GÄCD) am Freitag in Korschenbroich in Nordrhein-Westfalen.
Ein Freund Michael Jacksons hatte "kriminelle Ärzte" für dessen Tod verantwortlich gemacht. "Man wusste nie, ob er wirklich krank war, weil er von Scharlatanen umgeben war, die von dieser Hypochondrie lebten und ihm Tausende und Abertausende Dollar für Medikamente und Vitamine abknöpften", sagte der Produzent Tarek Ben Amar am Freitag dem französischen Radiosender Europe 1. Dieser Medikamentencocktail habe seiner Meinung nach bei Jackson zu einem Herzinfarkt geführt.
Gensoir widerspricht: Seines Wissens nach habe sich Michael Jackson in letzter Zeit keinen Operationen unterzogen, sagte der Chirurg. Auch über eine Zahl der Operationen will Gensior nicht spekulieren. "Dass er etliche hatte, ist gar keine Frage", sagte Gensior. Jackson sei der klassische Typ eines Menschen gewesen, der an Dysmorphophobie (Hässlichkeitswahn) litt. "Er hatte eine ganz erhebliche Persönlichkeitsstörung."
Als abschreckendes Beispiel zeige der Star, unter welchen Umständen man besser keine ästhetische Chirurgie machen sollte. "Es gibt aber eben leider Ärzte, die für Geld alles machen." Bei Jackson sei es wegen der anstehenden Konzerte um sehr viel Geld gegangen.
Dass Menschen dann trotz ärztlicher Rundumbetreuung an einem Medikamentencocktail sterben, komme nicht nur im Showbusiness, sondern etwa auch bei Supersportlern vor. (dpa/afp)
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