MEXIKO-STADT. Beim schwersten Erdbeben in Costa Rica seit 150 Jahren sind mindestens 14 Menschen getötet und Hunderte verletzt oder obdachlos geworden. Zahlreiche Menschen wurden am Freitag noch vermisst. Nach Angaben des seismologischen Beobachtungszentrum Ovsicori erreichte das Beben, das 250 Nachbeben hatte, die Stärke 6,2. Es erschütterte am Donnerstagnachmittag gegen 13.20 Uhr Ortszeit die costaricanische Hauptstadt San José und angrenzende Gemeinden. Zu der Zeit waren besonders viele Menschen auf den Straßen, da Essenszeit war und die Kinder aus der Schule kamen. Das Epizentrum des Bebens lag rund 30 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt, nahe dem 2700 Meter hohen Vulkan Poás. "Heute ist ein Tag der Trauer", sagte Präsident Oscar Arias.
Das Beben löste in der bergigen Gegend um die Hauptstadt zahlreiche Erdrutsche aus. Beim Poás saßen am Freitag noch Hunderte Touristen fest; verschüttete Straßen schnitten sie von der Außenwelt ab. Costa Rica ist ein Land mit hoher seismischer Aktivität. Voriges Jahr registrierten die Behörden mehr als 4700 Erdstöße, von denen die Bevölkerung gerade mal 60 bemerkte.
Drei der Todesopfer sind Mädchen im Alter von sieben und zwölf Jahren. Zwei von ihnen wurden von einer Mure auf einer Straße in der Stadt Alajuela, nahe San José verschüttet. Das dritte Mädchen starb, als ihr Haus einstürzte. Eine Rentnerin starb an einem Herzinfarkt. Am frühen Freitagmorgen bargen die Rettungskräfte zudem zehn Leichen in der Nähe des Vulkans unter Trümmern. Der Sprecher des Roten Kreuzes, Cristián Ana, vermutete weiter steigende Opferzahlen.
Die Rettungskräfte versuchten, sich über Straßen voller Trümmer einen Weg zu rund 600 Menschen zu bahnen, die am Poás eingeschlossen waren. Luftaufnahmen, die das lokale Fernsehen ausstrahlte, zeigten zerstörte Brücken, verschüttete Häuser, unpassierbare Straßen. Der Vulkan Poás ist ein Touristenziel , das jährlich Tausende Urlauber besuchen.
Ein Erdbeben der Stärke 4,5 erschütterte am Donnerstagabend (Ortszeit) die kalifornische Stadt San Bernardino. Behörden hatten keine Erkenntnisse über Verletzte oder größere Sachschäden. Es habe einen heftigen Ruck gegeben, gefolgt von einem Knall, sagte ein Feuerwehrsprecher. Der Erdstoß war auch im rund 90 Kilometer entfernten Los Angeles zu spüren.
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