Wir stehen immer noch unter Schock! Auch wenn jetzt drei Tage vergangen sind und die Hilftrupps langsam nach Port-au-Prince gelangen: Das Chaos wird immer größer.
Große Bergungsmaschinen fehlen völlig. Ich habe in der ganzen Zeit, die ich durch die Stadt gelaufen bin, nur einen einzigen großen Bagger gesehen. Und viele Menschen buddeln mit bloßen Händen nach Verschütteten. Die internationale Hilfe müsste meiner Meinung nach extrem verstärkt werden.
Pater Jean-Mary Lous ist Gründer und Direktor von GADRU (Groupe dappui au développement rural), einer Organisation, die im Bereich Agrarforstprogramme arbeitet.
Gemeinsam mit den Menschen in Haiti versucht GADRU der massiven Waldrodung und der damit verbundenen Erosion mit gezielten Aufforstungsprogrammen zu begegnen, um die Auswirkungen von Stürmen und Hochwassern begrenzen zu können.
Für FR-online schreiben Mitarbeiter der dem "Bündnis Entwicklung hilft" angehörenden Entwicklungshilfeorganisationen über ihre Eindrücke aus Haiti.
Spendenkonto: Stichwort "Haiti", Konto 5151, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00.
Mehr Berichte von Haiti-Helfern vor Ort.
Fast jedes zweite Haus ist zerstört, auf den Straßen stapeln sich die Leichen, ganz zu schweigen von den Toten, die aus den Trümmern geborgen werden müssen. Das Hauptgefängnis von Port-au-Prince zum Beispiel ist fast vollkommen zerstört. Man braucht nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, wie viele Tote dort begraben sind.
Und an der Grenze zur Dominikanischen Republik warten zumindest einige Krankenwagen und Fahrzeuge mit Nahrungsmittelhilfe auf Genehmigung zur Durchfahrt, aber das sind doch alles nur Tropfen auf den heißen Stein.
Die meisten Menschen, Freunde, Bekannte, Kollegen, die direkt vom Beben betroffen waren, sind traumatisiert. Sie haben Panikattacken, irren durch die Straßen, um nach Angehörigen zu suchen. Nachts schlafen viele auf der Straße, nicht nur die, deren Häuser vollkommen zerstört sind. Oft genug liegen Tote direkt daneben. Ein wichtiger Teil der Hilfe wird daher die psychologische Unterstützung sein. Denn momentan gibt es nichts als Hoffnungslosigkeit, Trauer und Entsetzen.
Schräge Kandidaten, internationale Musik: Das ist der Eurovision Song Contest in Baku. Wegen der politischen Zustände in Aserbaidschan wird er dieses Jahr heftiger Kritik begleitet. Mehr dazu im Spezial.
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