Nach dem mysteriösen Tod des US-Schauspielers David Carradine (72) in Bangkok wollen seine Angehörigen das FBI einschalten. Die Leiche des einstigen "Kung Fu"-Stars sollte am Wochenende in die USA gebracht werden.
Carradine war am Donnerstag erhängt im Kleiderschrank eines thailändischen Luxushotels gefunden worden. Zunächst blieb unklar, ob es Selbstmord, Mord oder ein Unfall bei ungewöhnlichen Sexspielen war.
Ein Mitglied des alarmierten Rettungsteams sagte dem US-Nachrichtensender CNN, Carradines Hals sei mit einem gelben Nylonband umbunden gewesen, seine Genitalien mit einem schwarzen. Die Hände seien entgegen anderer Berichte nicht gefesselt gewesen.
Die Familie glaube nicht an Selbstmord, die widersprüchlichen Berichte über den Tod des Schauspielers seien für sie schwer auszuhalten, sagte der Rechtsanwalt des Bruders, Mark Geragos, dem CNN-Talkmaster Larry King. "Sie wollen eine Untersuchung." Nach Angaben von Carradines früherer Frau, Marina Anderson (56), hatte der Schauspieler eine Vorliebe für außergewöhnliche Sexpraktiken. Das geht aus den Scheidungspapieren hervor, die der auf Justizfälle spezialisierte Internetdienst "The Smoking Gun" veröffentlichte.
"Die Fortsetzung seines widerlichen und abartigen sexuellen Verhaltens, das potenziell tödlich war, hat ebenfalls zu den Schwierigkeiten unserer Beziehung beigetragen", hieß es demnach in einer gerichtlichen Erklärung Andersons.
Die kanadisch-amerikanische Schauspielerin war Carradines vierte Frau. Die dreijährige Ehe wurde 2001 geschieden. Die Gerichtsunterlagen aus Los Angeles gelangten dem Internetdienst zufolge versehentlich in einen öffentlich zugänglichen Ordner. Zum Zeitpunkt seines Todes war der gebürtige Kalifornier Carradine zum fünften Mal verheiratet.
Die Polizei in Bangkok hatte anfangs von Selbstmord und später von Tod durch Ersticken gesprochen. Sein Manager Chuck Binder sagte, er gehe von einem Unfall aus. Nach Angaben von Binders Kollegin Tiffany Smith soll mit einer Autopsie die genaue Todesursache geklärt werden. Das kann drei bis vier Wochen dauern.
Der Tod durch Ersticken könnte laut Medienberichten Folge einer gefährlichen Selbstbefriedigungspraxis gewesen sein. Dabei wird die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn gedrosselt, um die sexuelle Lust zu erhöhen. Carradine war halbnackt in seinem Zimmer gefunden worden, Einbruchspuren gab es nicht.
Der Schauspieler war in den 70er Jahren als Star der TV-Serie "Kung Fu" bekannt geworden. Vor wenigen Jahren spielte er auch die Rolle des Bill in Quentin Tarantinos blutrünstigem Kino-Zweiteiler "Kill Bill". Tarantino sagte bei CNN, der Darsteller sei einer von "Hollywoods großartig-verrückten Genies" gewesen: "Ich bin geschockt." (dpa)
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