kalaydo.de Anzeigen

Nächste Kältewelle im Anmarsch: The Da(is)y after tomorrow

Nach dem Durchzug des Sturmtiefs "Daisy" entspannt sich die Lage. Im Schienen- und Luftverkehr gibt es aber noch Probleme. Ein Hochdruckgebiet wird in den nächsten Tagen für noch mehr Kälte sorgen.

Tief Daisy hat die Schneedecke in Deutschland teilweise deutlich dicker werden lassen. Nicht nur in den Alpen und den Mittelgebirgen, sondern auch im Flachland konnten Fußgänger am Wochenende bisweilen mehr als knöcheltief im Schnee stapfen.
Tief "Daisy" hat die Schneedecke in Deutschland teilweise deutlich dicker werden lassen. Nicht nur in den Alpen und den Mittelgebirgen, sondern auch im Flachland konnten Fußgänger am Wochenende bisweilen mehr als knöcheltief im Schnee stapfen.
Foto: ddp

Hamburg. Nach dem Durchzug des Sturmtiefs "Daisy" entspannt sich die Wetterlage in Norddeutschland allmählich. Die Behörden in Mecklenburg-Vorpommern teilten am Montag mit, der Katastrophenalarm im Landkreis Ostvorpommern sei inzwischen aufgehoben. Die A20 sei bis auf ein Teilstück wieder befahrbar. Auch direkt an der Küste habe sich die Lage beruhigt. Die Deiche hielten der Sturmflut stand, und der Wind flaue ab. Alles sei unter Kontrolle. "Die Tendenz ist, dass sich das Ganze langsam entspannt", sagte ein Sprecher des Lagezentrums.

Schneeverwehungen behindern den Verkehr im Nordosten Deutschlands am Montag aber auch weiterhin. Sowohl in Vorpommern als auch auf der Insel Fehmarn waren einige Straßen als Folge des Sturmtiefs unbefahrbar. Auf Fehmarn waren nach wie vor einige Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten.

Zahlen

Tief "Daisy" hat am Wochenende bislang zu 1132 witterungsbedingten Verkehrsunfällen geführt. Dabei wurden zwei Menschen getötet und 16 schwer verletzt, wie die Landesleitstelle der Polizei in Neuss mitteilte. Die Beamten registrierten für die Zeit von Samstag, 5 Uhr bis Sonntag, 5 Uhr zudem 88 Leichtverletzte. Die Höhe des entstandenen Sachschadens wird auf rund drei Millionen Euro geschätzt. (ddp)


Foto: ddp

Auch Bahn- und Flugverkehr waren betroffen. Auf Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt am Main mussten sich die Passagiere wegen des Schnees auch am Montag auf Flugausfälle und Verspätungen einstellen. Die Lage habe sich zwar normalisiert, trotzdem stünden einige Annullierungen und Verzögerungen an, sagte ein Flughafensprecher am Morgen. Flüge von London nach Frankfurt werden demnach ausfallen. Außerdem würden Maschinen nach Madrid und Warschau nicht starten. Andere Abflüge verspäteten sich leicht.

Reisende der Intercity-Linie Berlin-Greifswald-Stralsund sowie der Regionalexpress-Linie 3 nach Stralsund müssten mit Behinderungen rechnen, sagte Bahnsprecher Burkhard Ahlert in Berlin. Die Strecke zwischen Stralsund und Pasewalk sei wegen Schneeverwehungen gesperrt. Der Intercity werde über Rostock umgeleitet. Viele Halte, etwa in Eberswalde und Bernau (Barnim) und Angermünde (Uckermark) entfielen daher. Es könne zu Verspätungen von bis zu zwei Stunden kommen.

Wintermärchen auf dem Feldberg

Bildergalerie ( 16 Bilder )
Polizisten betreuen am Sonntag (10.01.10) auf der Autobahn 20 (A20)
bei Tribsees im Schnee festsitzende Autofahrer.
Polizisten betreuen am Sonntag (10.01.10) auf der Autobahn 20 (A20) bei Tribsees im Schnee festsitzende Autofahrer.
Foto: ddp

Ein Ende des Winterwetters ist nicht in Sicht: Nach dem Wegzug des Sturmtiefs "Daisy" sorgt ein Hochdruckgebiet in den nächsten Tagen für noch mehr Kälte. Hoch "Bob" über Skandinavien werde eisige Luft aus dem Osten nach Deutschland drücken, berichtete der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Montag in Offenbach. Stürme und heftiger Schneefall wie am Wochenende soll es aber nicht mehr geben. Bis Mitte der Woche liegen die Temperaturen überall im Land auch tagsüber höchstens um den Gefrierpunkt.

"Es kommt kalte Luft aus Ost, aber mit deutlich weniger Wind", sagte ein DWD-Sprecher. Nur am Montag könne es an der Küste noch einmal stürmisch werden. Wo es schneit, sei hingegen nicht leicht vorherzusagen. Sicher sei nur, dass die Flocken nicht so heftig werden wie am Wochenende. In Südostbayern und an der Ostsee sei die Wahrscheinlichkeit für längeren Schneefall noch am größten.

Zwischen 300 und 400 Menschen mussten nach Polizeiangaben in ihren Fahrzeugen die Nacht auf der A 5 im Stau verbringen. Sie wurden von Rettungskräften mit warmen Getränken und Decken versorgt.
Zwischen 300 und 400 Menschen mussten nach Polizeiangaben in ihren Fahrzeugen die Nacht auf der A 5 im Stau verbringen. Sie wurden von Rettungskräften mit warmen Getränken und Decken versorgt.
Foto: dpa

Besonders dort, wo nachts die Wolken aufreißen, sei mit kräftigen Minusgraden zu rechnen. "Allgemein kann man sagen, dass das Tauwetter im Moment noch weit weg scheint", sagte der Sprecher. Am Mittwoch könne sogar ein neuer Tiefausläufer Deutschland erreichen und wieder kräftigen Schneefall mitbringen.

Auf Fehmarn immer noch Dörfer abgeschnitten

Auf der Bundesstraße B 109 zwischen Greifswald und Anklam blockierten seit dem Morgen sechs Autos und zwei Lastwagen den Verkehr, die sich im Schnee festfuhren. "Wir machen da weiter, wo wir gestern aufgehört haben", sagte ein Polizeisprecher in Anklam.

Auf der Autobahn A 20 müssten mehrere Lastwagen, die seit Sonntag festsäßen, noch mit Schneefräsen freigeräumt werden. Auf der Insel Rügen fuhr sich ein Bus in einer Schneewehe fest.

Auf der Ostsee-Insel Fehmarn waren am Morgen noch immer einige Orte von der Außenwelt abgeschnitten. Zu drei oder vier Dörfern sei bisher noch keine Zufahrtsstraße geräumt worden, sagte ein Sprecher des zuständigen Bauhofs. Am frühen Nachmittag sollen alle 42 Ortschaften wieder erreichbar sein. 25 Räumfahrzeuge sind die Nacht hindurch auf der Insel im Einsatz gewesen. Am Abend waren nach Polizeiangaben noch rund die Hälfte der Orte isoliert gewesen.

Angesichts der weiterhin schwierigen Wetterbedingungen riet der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) den Autofahrer zu Gelassenheit im Straßenverkehr. "Planen Sie mehr Zeit ein und berücksichtigen Sie die Wetterverhältnisse", riet der DFV-Präsident Hans-Peter Kröger am Montag. Die Feuerwehren hatten am Wochenende vor allem in Norddeutschland viele Einsätze.

In Ostvorpommern wurde der Katastrophenalarm wieder aufgehoben. Der Deutsche Wetterdienst nahm seine Unwetterwarnungen wegen starker Schneeverwehungen ebenfalls zurück. Nach dem Schneesturm vom Wochenende erwarten die Meteorologen nun allerdings eine Kältewelle.

Um Schüler nicht zu gefährden fällt in vielen Schulen in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen am Montag der Unterricht aus.

100 Kältetote in Europa

"Daisy" schnitt am Wochenende Dutzende Dörfer an der Küste und auf den Ostseeinseln von der Außenwelt ab. Hunderte Menschen mussten frierend in eingeschneiten Autos oder Zügen ausharren. Helfer kämpften verzweifelt gegen drohende Deichbrüche.

Seit dem Beginn des ungewöhnlich heftigen Wintereinbruchs stieg die Zahl der Kälte-Toten europaweit auf mehr als 100. Allein in Großbritannien, das unter dem härtesten Winter seit mehr als drei Jahrzehnten stöhnt, kletterte die Opferbilanz auf mindestens 26 Tote.

Auf europäischen Flughäfen kam es zu Verspätungen. Mehr als 320 Flüge fielen am Flughafen in Frankfurt am Main aus, tausende Passagiere mussten auf Feldbetten oder in Hotels schlafen. In Frankreich, wo das Winterchaos etwas nachließ, verbrachten etwa 800 Passagiere wegen umgeleiteter Flüge die Nacht zu Sonntag auf dem Flughafen von Lyon.

In Deutschland verursachten die Schneemassen Streckensperrungen und Verspätungen im Bahnverkehr. Dramatisch war die Lage auf den Inseln Fehmarn, Rügen und Usedom. Dort legten hohe Schneeverwehungen den Verkehr weitgehend lahm. Auf Fehmarn war nur noch die Autobahn befahrbar, die den Fährhafen nach Dänemark mit dem Festland verbindet. Zudem fiel am Sonntag auf der gesamten Insel für eine Stunde der Strom aus. Alles sei erstarrt, berichtete Bürgermeister Otto-Uwe Schmiedt. Extremes Hochwasser der Ostsee und der Sturm hätten zudem einen Deich auf 25 Metern Länge beschädigt.

Bahn-Vorstand entschuldigt sich

Auf Rügen behinderten bis zu drei Meter hohe Schneewehen ebenfalls den Verkehr, die Busse fuhren nicht mehr. Viele Ortschaften waren von der Außenwelt abgeschnitten. An der Küste und im Binnenland waren Dutzende Dörfer eingeschneit, Kreis- und Landesstraßen unpassierbar. Abgeschnitten waren auch unzählige Dörfer in Ostholstein. Zahlreiche Helfer konnten am Abend einen Deichbruch in Dahmeshöved verhindern.

In Nordrhein-Westfalen ereigneten sich am Wochenende mehr als 1000 Verkehrsunfälle, rund 900 waren es im Südwesten Deutschlands. Katastrophenalarm in Ostvorpommern Bei der Bahn hatten Schneeverwehungen viele Weichen gestört und einzelne Strecken unpassierbar gemacht. Bahn-Vorstand Ulrich Homburg entschuldigte sich in der "Bild am Sonntag" bei den Fahrgästen. Der hart getroffene Landkreis Ostvorpommern rief Katastrophenalarm aus.

Bei eisigen Temperaturen harrten in der Nacht zu Sonntag fast 300 Menschen in Autos, Bussen und Lastwagen zwischen Gützkow und Jarmen in Mecklenburg-Vorpommern auf der blockierten Autobahn A 20 aus, die auch am Sonntagabend noch teilweise gesperrt blieb.

Räumfahrzeuge mussten zunächst die Fahrbahnen vom Schnee befreien, der manchem Auto bis ans Fenster reichte. Insgesamt 44 Reisende wurden seit Samstagabend zwischen Stralsund und Anklam aus zwei Zügen gerettet, die im Schnee feststeckten. Stundenlang hatten frierende Reisende zuvor in den Waggons ausharren müssen. Schneewehen und umgestürzte Bäume blockierten Straßen in mehreren Bundesländern.

Kein Strom mehr

Im Süden Polens mussten mehr als 80.000 Menschen nach heftigen Schneefällen seit Samstag ohne Strom auskommen, weil Strommaste unter der Schneelast nachgaben. Im niederländischen Bollenstreek, der Blumenzuchtregion zwischen Haarlem und Leiden, brach wegen eines defekten Hochspannungsmastes ebenfalls die Stromversorgung zusammen. Rund 100.000 Haushalte saßen stundenlang im Dunkeln.

Im Osten Tschechiens riefen die Bezirke Hradec Kralove, Nachod und Rychnov nad Kneznou am Samstag den Verkehrsnotstand aus. Der Rundfunk meldete vier wetterbedingte Todesfälle. Ein ungewohntes winterliches Bild überraschte die Bewohner der italienischen Hafenstadt Neapel: Ihr berühmter Hausberg, der 1281 Meter hohe Vesuv, präsentierte sich am Sonntagmorgen schneebedeckt. Während weite Teile Europas im Schnee-Chaos versanken, klagte die Wintersport-Hochburg Österreich dagegen über Tauwetter. Anhaltender Regen und warme Temperaturen vermatschten am Wochenende in weiten Teilen des Alpenlandes die letzten Schneereste. In niedrigen Lagen mussten Ski-Lifte schließen.

Verkehrschaos, Stromausfälle und Massenkarambolagen plagten nicht nur Europäer, sondern auch Amerikaner, Chinesen und Inder. Mindestens 239 Menschen fielen nach Medienberichten im Norden und Osten Indiens eisigen Temperaturen zum Opfer. Allein im nördlichen Bundesstaat Uttar Pradesh wurden in der Nacht zu Sonntag 15 Kälte-Tote gezählt. Schlechtes Wetter behinderte auch dort den Bahn- und Luftverkehr. In China führten die tiefen Temperaturen zu Stromrationierungen.

Schnee in Florida In Mexiko kamen wegen der Kälte bis zum Wochenende neun Menschen ums Leben. In den benachbarten USA hat das Wetter am Samstag für eine Seltenheit gesorgt: Schnee in Florida. In dem Bundesstaat, der sonst in den Wintermonaten wegen seines Badewetters beliebt bei Urlaubern und vor allem älteren Menschen ist, fielen dicke Flocken. Das frostige Wetter mit Schnee und eisigen Windböen hält in vielen Landesteilen seit Tagen an, mehrere Menschen starben.

Überflutungen dagegen in Australien, wo auch mehrere Touristen strandeten. Mindestens sieben Menschen wurden noch vermisst, nachdem Hochwasser führende Flüsse sie fortgeschwemmt hatten. Die Bahnstrecke und Autobahn Darwin-Adelaide waren unpassierbar. Im Ort Alice Springs fiel binnen einer Woche so viel Regen wie sonst in einem Jahr. (dpa, rtr)

Datum:  8 | 1 | 2010
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Leute
        

Der Ultravox-Sänger Midge Ure wurde von der Queen zum Ritter geschlagen, was seine Mutter wirklich stolz macht.
Ultravox-Sänger Midge Ure 
Bushido ganz zahm und ordentlich im Anzug: Der
Bushido-Hochzeit 
Prinzessin Victoria und Prinz Daniel bei der Taufe ihrer Tochter Estelle.
Victoria von Schweden 
ESC 2012

Schräge Kandidaten, internationale Musik: Das ist der Eurovision Song Contest in Baku. Wegen der politischen Zustände in Aserbaidschan wird er dieses Jahr heftiger Kritik begleitet. Mehr dazu im Spezial.

Ressort

Aktuelle Nachrichten aus der Gesellschaft


Anzeige

Fotostrecke
Meeresbewohner: Leuchtend grüne Quallen gleiten durch ein Aquarium.

Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.

Ein Jahr Fukushima
Test auf Strahlenspuren.

Ein Jahr nach dem 11. März 2011 zeigen wir, wie das Unglück Japan und die Welt verändert hat.

Anzeige

Video

Anzeige

 
Quiz
Wissens-Test.

Politik, Sport, Wirtschaft - wie gut sind Sie informiert? Machen Sie den Test mit dem unterhaltsamen Tagesquiz.

Academy Awards - "And the winner is..."
Zwischen 300 und 500 Euro ist eine Oscar-Statue wert, je nach Goldpreis. Der ideelle Wert ist für Schauspieler und Filmemacher unbezahlbar.

Alle Gewinner der 84. Academy Awards of Merit, die desaströsesten Outfits auf dem roten Teppich und mehr im Oscar-Spezial.

Kolumne
Tempo 30

Am Aschermittwoch 2009 wurde Sebastian Gehrmann 30. Alles war vorbei. Jetzt kann er darüber schreiben.

Anzeige

Werben auf dem iPad
Das iPad als Werbeform bietet besonders viele Möglichkeiten. Gerne beraten wir Sie persönlich.

Meistgeklickt
Sängerin Loreen holt mit Euphoria den ESC nach Schweden und siegt in Baku.
Eurovision Song Contest in Baku 
Harry Nutt
Leitartikel zum Eurovision Song Contest 
Ermittler der Spurensicherung der Polizei durchsuchen in Kiel ein ehemaliges Trafohaus auf dem Gelände einer Kfz-Werkstatt.
Einsatz gegen Rockerbande 
Quiz
Dezember 2006.

Thomas Gottschalk hat sich bei "Wetten, dass..." verabschiedet. Er bewegt die TV-Nation. Testen Sie Ihr Wissen.