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New Orleans: Bürgermeister warnt Rückkehrer

Hurrikan "Gustav" hat New Orleans weitgehend verschont. Gefahr droht jetzt von zerstörten Stromleitungen. Behörden warnen zudem vor brechenden Dämmen. In der Karibik wüten derweil die nächsten Stürme "Hanna" und "Ike". Interaktive Grafiken: Weg und Entstehung des Wirbelsturms

Ein Schiff wurde durch Hurrikan Gustav in New Orleans an Land gespült. Nachdem der Sturm abgeklungen ist, geht die größte gefahr von zerstörten Stromleitungen aus.
Ein Schiff wurde durch Hurrikan "Gustav" in New Orleans an Land gespült. Nachdem der Sturm abgeklungen ist, geht die größte gefahr von zerstörten Stromleitungen aus.
Foto: dpa

Washington/New Orleans (dpa) - Auch wenn das ganze Ausmaß der Schäden noch nicht absehbar ist - die schlimmsten Vorhersagen haben sich nicht bestätigt: Hurrikan "Gustav" hat die Stadt New Orleans weitgehend verschont.

Dennoch wirkte die Metropole in Louisiana auch am Dienstag wie eine Geisterstadt. Bürgermeister Ray Nagin warnte die Menschen davor, zu schnell zurückzukehren, wie der örtliche Fernsehsender WDSU berichtete. Erst müssten zerstörte Stromleitungen wieder aufgebaut und umgefallene Bäume weggeräumt werden, sagte Nagin. Auch das Abwassersystem müsse in Ordnung gebracht werden. Gefahr drohe außerdem, weil einige Häuser beschädigt worden seien und einstürzen könnten. Nagin machte den Menschen aber auch Hoffnung: "Die Rückkehr ist eine Frage von Tagen, nicht von Wochen."

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Die Behörden fürchteten, dass doch noch einige Dämme dem Hochwasser nachgeben könnten. "Es scheint, dass New Orleans noch nicht ganz über den Berg ist", sagte Nagin. "Aber wir sind nah dran." Bevor die rund zwei Millionen Flüchtlinge nach New Orleans und in die Küstenregionen zurückkehren, soll die Infrastruktur wiederhergestellt werden. Die nächtliche Ausgangssperre in der Stadt blieb am Dienstag zunächst in Kraft.

Insgesamt hat der Wirbelsturm nach Medienangaben sieben Menschen das Leben gekostet. Vier von ihnen kamen bei einem Verkehrsunfall im Bundesstaat Georgia ums Leben, als sie vor "Gustav" fliehen wollten.

Der Sturm verursachte außerdem schwere Sachschäden. Die Schadenshöhe ist jedoch noch nicht bekannt. Bürgermeister Ray Nagin hatte befürchtet, "Gustav" könnte "die Mutter aller Stürme" werden. Doch schon kurz nachdem der Wirbelsturm die Golfküste erreicht hatte, waren sich die Experten am Montag einig, dass er bei weitem nicht mit dem verheerenden Wirbelsturm "Katrina" zu vergleichen sei, der vor drei Jahren 1800 Menschenleben forderte.

Dennoch blieb Skepsis: "Ich glaube, es ist noch nicht ganz zu Ende", sagte Gerald Boulmay, ein Einwohner, der trotz der angeordneten Zwangsevakuierung in New Orleans geblieben war, im Fernsehen. "Wir müssen uns immer noch Sorgen um das Wasser machen." Flüchtling Keith Cologne hatte mit seinen Freunden telefoniert, bevor er dem Sender berichtete: "Sie sagen, es sieht schlimm aus, richtig schlimm. Überall liegen Dächer herum."

Bürgermeister Nagin drückte sein Mitgefühl für die Regionen in der Nähe von New Orleans aus, die stärker unter "Gustav" gelitten hätten. Der Sturm war westlich der Louisiana-Metropole in dünn besiedeltem Gebiet auf Land getroffen.

"Gustav" löste allerdings auch schon eine Welle der Hilfsbereitschaft aus. Der Schauspieler und Entertainer Jerry Lewis sammelte in einer Fernsehsendung in den USA 65 Millionen Dollar für Menschen, die unter einer Muskelschwäche-Krankheit leiden. Ein Teil davon soll an Kranke gehen, die aus dem Katastrophengebiet fliehen mussten.

Zwei neue Tropenstürme

Unterdessen wurde im Osten der Karibik Tropensturm "Hanna" am Montag zum Hurrikan hochgestuft. Nach Berechnungen der Meteorologen steuert er auf die US-Küste zwischen Florida und South Carolina zu. Darüber hinaus bewegt sich im Atlantik Tropensturm "Ike" auf die Karibikinseln zu. Die Meteorologen schließen nicht aus, dass auch er sich zum Hurrikan entwickeln könnte.

Die schwindenden Gefahren durch "Gustav" ließen am Dienstag in den USA die Ölpreise weiter sinken. Viele der US-Öl-Förderanlagen im Golf von Mexiko waren vorübergehend geräumt worden.

Datum:  2 | 9 | 2008
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