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25. Mai 2010

Ölpest: US-Regierung droht BP

Frühes Opfer: Ein geretteter Basstölpel.  Foto: afp

Seit mehr als einem Monat strömt Öl aus der gesunkenen Plattform in den Golf von Mexiko. Nun verliert die US-Regierung offenbar die Geduld mit BP und droht den Bossen des Energiekonzerns.

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Venice/Houston. Seit mehr als einem Monat strömt Öl aus der gesunkenen Plattform in den Golf von Mexiko. Nun verliert die US-Regierung offenbar die Geduld mit BP und droht den Bossen des Energiekonzerns. Sollte das Unternehmen seinen Worten keine Taten folgen lassen und das Leck nicht endgültig stopfen, werde es aus dem Weg gedrängt, warnte Innenminister Ken Salazar nach einem Besuch in der BP-Firmenzentrale in Houston. BP lasse "Frist um Frist" verstreichen. Salazar signalisierte, dass ein anderer Konzern aus der Branche die Federführung bei der Ölpest-Bekämpfung übernehmen könnte. Die Drohung aus Washington schickte die BP-Titel am Pfingstmontag auf Talfahrt: Die Aktien brachen um bis zu 3,8 Prozent ein.

Was genau passieren würde, wenn die Regierung BP von der Ölpest-Bekämpfung ausschließt, ist unklar. Die Regierung selbst könne das Problem nicht lösen, da nur BP und die Industrie die nötige Technologie für einen Verschluss des Bohrlochs besitze, sagte der Chef der Küstenwache, Admiral Thad Allen.

Wusste BP von Defekt?

US-Präsident Barack Obama äußerte sich am Samstag so scharf wie nie zuvor über das Unglück und sprach von einem "Ausfall der Verantwortlichkeiten". Dabei nannte er neben BP auch die Firmen Haliburton und Transocean. "Wir werden die relevanten Firmen zur Verantwortung ziehen. Nicht nur dabei, die Fakten im Zusammenhang mit dem Leck transparent zu machen, sondern auch dabei, das Leck zu schließen, die angerichteten Schäden in Ordnung zu bringen und die Amerikaner auszuzahlen, die einen finanziellen Schaden erlitten haben."

Unterdessen wurde ein schwerer Vorwurf bekannt: BP soll von einem nicht sicheren Ventil an ihrer Ölplattform "Deepwater Horizon" gewusst und nichts dagegen unternommen haben. Das berichtet die Washington Post und beruft sich dabei auf einen Brief, den ein BP-Verantwortlicher im Oktober 2004 unterschrieben haben soll. Das Ventil sollte eigentlich das Bohrloch im Falle einer Explosion verschließen, um das Auslaufen von Öl zu verhindern. Ein BP-Sprecher sagte, Transocean sei allein für die Änderungen am Bohrloch verantwortlich.

Die Sorgen vor den Folgen der Ölpest für die Umwelt nahmen weiter zu. BP ist es eigenen Angaben zufolge in der vergangenen Woche gelungen, im Schnitt 320000 Liter pro Tag aufzufangen. Bislang war von mehr als doppelt so viel die Rede. Unklar bleibt weiterhin, wie viel Öl genau seit der Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon" am 20. April täglich ins Meer strömt. Im Gespräch sind rund 800000 Liter.

Iran bietet Hilfe an

Nach den Worten von US-Innenminister Salazar erklärte sich BP bereit, für die Säuberung der Küsten mehr zu zahlen als gesetzlich vorgeschrieben. Die Höchstgrenze im US-Recht liegt bei 75 Millionen Dollar. Experten gehen von Milliarden-Beträgen aus, die auf BP zukommen könnten. Auch Salazar spielte auf die immensen Kosten an: "Dies ist eine existenzielle Krise für eines der größten Unternehmen der Welt."

Unterdessen bot der Iran den USA erneut Hilfe an. Es sei keine große Sache, das Leck am Bohrloch zu schließen, sagte ein hochrangiger Manager der nationalen iranischen Ölbohr-Gesellschaft. (rtr/afp)

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