Nach dem brutalen Überfall von vier Jugendlichen auf einen 30-jährigen Mann im Berliner U-Bahnhof Lichtenberg haben die Grünen mehr Personal im öffentlichen Nahverkehr gefordert. Dies sei der beste Schutz vor Gewalttaten, sagte der Fraktionsvorsitzende im Abgeordnetenhaus, Volker Ratzmann. Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) zeigte sich „erschüttert über das Ausmaß der Brutalität“ der Täter. Zugleich habe die schnelle Festnahme der Täter gezeigt, dass Videoüberwachung im öffentlichen Nahverkehr hilfreich sei.
Der Berliner CDU-Fraktions- und Parteichef Frank Henkel sagte, die „unfassbare Brutalität mancher Migranten“ dürfe nicht verschwiegen werden. Die Tatverdächtigen – vier Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren – stammen aus Kenia, dem Irak, dem Kosovo und Albanien. Sie haben die Tat bereits gestanden.
In der Nacht zum Samstag hatten sie ihr Opfer, einen 30-jährigen Malergesellen, so lange getreten und geschlagen, bis der Mann bewusstlos liegen blieb. Er schwebt in Lebensgefahr; wegen der schweren Kopfverletzungen hätten die Ärzte ihn in ein künstliches Koma versetzt, sagte ein Sprecher des Unfallkrankenhauses Marzahn. Gegen die vier Verdächtigen wurde am Mittwoch Haftbefehl erlassen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen versuchten Raubmord und gefährliche Körperverletzung vor.
Der 14-Jährige und die drei 17-Jährigen aus dem Bezirk Lichtenberg sagten in der Vernehmung, dass der 30-Jährige sie fremdenfeindlich beleidigt habe. So soll der Mann „Sieg Heil“ gerufen haben. „Aus Sicht der Ermittler ist diese Schutzbehauptung unglaubwürdig“, sagte Martin Steltner, Sprecher der Staatsanwaltschaft. „Es gibt keine Anhaltspunkte und keine Zeugen dafür.“
Zeugen griffen nicht ein
Der 30-Jährige und sein gleichaltriger Kollege hatten nach ihrem Feierabend eine Gaststätte im Lichtenberger Weitlingkiez besucht, gegen Mitternacht wollten sie mit der U-Bahn nach Hause fahren. Dabei trafen sie auf die Jugendlichen, die nach Erkenntnissen der Ermittler die Absicht hatten, die beiden auszurauben. Der Kollege des Malergesellen floh leicht verletzt, alarmierte aber nicht die Polizei.
Das Geschehen wurde von Überwachungskameras aufgezeichnet. Die Filme zeigen, dass mehrere Fahrgäste auf dem Bahnsteig waren. Aber die meisten blieben tatenlos. „Nur ein Notruf ging bei Polizei und Feuerwehr ein“, sagte Steltner. „Das ist sehr bedauerlich, weil offenbar mehrere Zeugen die Tat gesehen haben.“
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