Der Dauerprozess um ein Sex-Video des Kabarettisten Ottfried Fischer (59) zieht sich womöglich noch weiter in die Länge. Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung und Nebenklage stellten am Donnerstag vor dem Landgericht München neue Beweisanträge und forderten, weitere Zeugen zu vernehmen. Am Nachmittag sollte dann der Richter des Amtsgericht gehört werden, der den Angeklagten in erster Instanz zu einer Geldstrafe verurteilt hatte. Über die weiteren Anträge musste das Gericht noch entscheiden.
Angeklagt ist ein Journalist der „Bild“-Zeitung. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, den Kabarettisten und Schauspieler („Der Bulle von Tölz“) mit einem Video, das ihn beim Sex mit zwei Prostituierten zeigen soll, zu einem Exklusiv-Interview erpresst zu haben.
Fischer tritt in dem Verfahren, das inzwischen schon zum vierten Mal verhandelt wird, als Nebenkläger auf. Der Journalist ist wegen Nötigung und Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch unbefugte Bildaufnahmen angeklagt. Er bestreitet jeglichen Erpressungsversuch.
Ursprünglich hatte der Vorsitzende Richter Thomas Hensel gehofft, keine weiteren Zeugen hören zu müssen und am Donnerstag das Urteil sprechen zu können. Die Hoffnung wollte er auch am Mittag noch nicht aufgeben. Ob es dazu kommt, war zunächst allerdings mehr als fraglich. Die Verteidigung will auch noch die Richterin am Landgericht hören, die den Angeklagten in zweiter Instanz freisprach. (dpa)
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