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06. November 2013

Pädophilie Missbrauch Internet: Gegen Kinderpornos

 Von 
Nicht echt: Sweetie.  Foto: dpa

Sweetie ist zehn Jahre alt, Phillippinerin und zog auf ihrem Internet-Profil 20.000 Nutzer an, die zu sexuellen Handlungen bereit waren. Doch das Mädchen existiert gar nicht. Die Organisation „Terre des Hommes“ erfand einen digitalen Lockvogel, um auf Kinderprostitution aufmerksam zu machen.

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Mit einer neuartigen Aktion hat die Nichtregierungsorganisation (NGO) „Terre des Hommes“ auf die neue Form der Kinderprostitution per Webcam aufmerksam gemacht. Die Aktivisten der niederländischen Niederlassung der Organisation generierten per Computer eine zehnjährige Philippinerin mit dem Namen Sweetie 10 und legten ihr ein Chatroom-Profil an. Zehn Wochen lang waren vier Aktivisten als Sweetie 10 auf Kommunikationsplattformen unterwegs, 20.000 Internet-User meldeten sich in diesem Zeitraum auf das fiktive Profil, forderten das virtuelle Mädchen zu sexuellen Handlungen an sich selbst auf und befriedigten sich vor ihrem Computer.

Von den IP-Adressen, die sich in den Chatrooms anmeldeten, konnten die Niederländer 1000 realen Personen zuordnen, 44 davon stammen aus Deutschland. Die Informationen über die Männer und Frauen, die die Menschenrechtsorganisation mithilfe von Sweetie 10 herausgefunden hat, wurden an die Polizei übergeben.

Verfolgung von Kinderschändern

Es sei möglich, Straftäter, die Kinder und Jugendliche im Internet missbrauchen, auch ohne dass dabei physischer Kontakt entsteht, zu finden, sagt Wolf-Christian Ramm, Sprecher von „Terre des Hommes“ Deutschland. „Wenngleich es mühsam ist, so ist es doch möglich“, so Ramm über die Ergebnisse dieser Aktion. Die Polizei darf nur gegen Personen ermitteln, die von Opfern angezeigt wurden. Sie darf nicht selbst einen solchen Lockvogel generieren, um potenzielle Straftäter herauszufinden.

Laut der NGO sind in jeder Sekunde 750.000 Menschen online, die in Chatrooms per Webcam Kontakt zu Kindern und Jugendlichen suchen. Diese Form der Kinderpornographie nimmt nach Angaben der Organisation rapide zu. Besonders auf den Philippinen werden immer mehr Kinder gezwungen, vor den Webcams zu posieren, Berichten zufolge werden die meist 6- bis 17-Jährigen zum Teil sogar in Höhlen gefangen gehalten. Es soll auch vorkommen, dass Familien ihre Kinder an Mittler verkaufen, um Geld für den Lebensunterhalt zu verdienen.

Die rasche Ausbreitung von Internetzugängen weltweit vereinfache zudem den Zugriff auf solche Angebote, so der Menschenrechtsverband. „Terre des Hommes“ fordert die Regierungen aller Länder auf, die Strafverfolgung der Täter dementsprechend anzupassen. Man ist überzeugt, dass wenn vier Leute in zehn Wochen 1000 potentielle Täter überführen können, Strafverfolgungsbehörden in der Lage sein müssten, bis Ende 2014 100.000 Täter zu fassen.

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