Hello, this is Paul McCartney. Sind Sie dran, Martin?
Ja. Es ist ein bisschen seltsam, einen Anruf entgegenzunehmen, bei dem sich der andere als Paul McCartney vorstellt.
Die Deutschland-Tournee beginnt am 2. Dezember in Hamburg. Weitere Stationen sind Berlin (3.12.) sowie Köln (16. und 17. Dezember). Tickets unter www.eventim.de
Die Frankfurter Rundschau verlost drei Mal je zwei Tickets für das Konzert von Paul McCartney am 17. 12. in Köln. Einfach folgende Fragen beantworten: Welcher deutsche Rockstar hat 1972 eine satirische Version von Paul McCartneys Song "Give Ireland Back to the Irish" aufgenommen und wie hieß der deutsche Songtitel?
Schicken Sie bitte die Antworten unter dem Stichwort "McCartney" bis 1. 12. entweder per Post an die Frankfurter Rundschau, Magazin, Karl-Gerold-Platz 1, 60594 Frankfurt oder per Mail an mccartney@fr-online.de
Paul McCartney, 67, gilt als der erfolgreichste Musiker der Pop-Geschichte. Mit John Lennon und George Harrison gründete er 1960 die Beatles, 1970 löste sich die Gruppe im Streit auf. Von 1971 bis 1981 hatte er mit seiner Band Wings weltweite Erfolge, seit dem Ende der Gruppe arbeitet er vor allem unter eigenem Namen.
Seine Solo-Werke schwankten drastisch in ihrer Qualität, sagen Kritiker: Auf "Press To Play" (1986) warfen sie ihm unerträgliche Seichtigkeit vor, lobten aber auch immer Rock- und Pop-Kompositionen von zeitloser Klassik wie auf den Alben "Flowers in the Dirt" (1989), "Chaos and Creation in the Back Yard" (2005) oder wie auf dem unter dem Pseudonym The Fireman eingespielten Album "Electric Arguments" (2008).
Seine neue Live-DVD "Good Evening New York City" (Universal Music, auch als DVD mit Tonträger-CDs erhältlich) erscheint am 4. Dezember: ein Mitschnitt seiner drei Konzerte im Citifield Stadion in New York im Sommer dieses Jahres. Erstmals singt er auch Lieder seiner verstorbenen Kollegen John Lennon ("Give Peace a Chance") oder George Harrison ("Something") - mit einer immer noch erstaunlich kräftigen, durchdringenden Stimme. (art)
Für mich ist das ganz normal. Worüber wollen wir reden?
Reden wir über Schreie.
Schreie? Warum nicht.
Mr. McCartney, wenn Sie heute einen Beatles-Song wie "Helter Skelter" spielen, müssen Sie immer wieder diese aggressiven Urschreie ausstoßen. Fragen Sie sich mit 67 Jahren manchmal, wie lange Sie das Ihren Stimmbändern noch zumuten können?
Nein. Ich kann solche Lieder nur singen, weil ich mir genau solche Fragen - "wie lange halte ich das noch durch?" - gar nicht erst stelle.
Ian Gillan, der Sänger von Deep Purple, gibt heute unumwunden zu, dass er sich Schrei-Hymnen wie "Child in Time" nicht mehr antut - aus Angst, danach zusammenzubrechen.
Wenn ich mich entscheide, einen Song wie "Helter Skelter" im Konzert zu spielen, singe ich ihn zunächst bei der Probe. Es ist ein Test, ich versuche, meine Grenzen auszuloten. Wenn ich merke: Das schaffe ich - dann singe ich den Song abends vor Publikum. Ich frage mich aber nicht vorher, ob ich überhaupt noch die Kraft dazu habe. I just do it. Ich singe ja auch andere Songs, die den vollen Stimmeinsatz fordern, wie beispielsweise "I´m Down"...
... dabei müssen Sie sich buchstäblich die Lunge aus dem Leib schreien.
Ich erinnere mich noch gut, wie ich den Song gemeinsam mit Billy Joel gesungen habe, im Shea Stadium in New York. Es war das letzte Konzert dort, bevor das Stadion abgerissen und durch ein neues, das Citi Field, ersetzt wurde. Billy fragte mich, in welcher Tonart ich diesen Song heute singen würde. "In G", antwortete ich, "so habe ich ihn geschrieben, so singe ich ihn auch heute noch." Er war völlig verdutzt: "Willst du mir ernsthaft weismachen, dass du diesen Song in deinem Alter immer noch in G singst? Du hast deine Stimme nicht auf eine tiefere Tonart runtergeschraubt?" "Nein", sagte ich, "ich weiß einfach nicht, wie ich den Song sonst singen sollte." Ich gehe immer davon aus, dass ich es irgendwie schaffen werde. Ich lege einfach los. Immer volle Pulle - und die Daumen gedrückt halten.
Keith Richards hat mir einmal gesagt, Musiker wie Sie und die Stones seien Pioniere, weil bisher niemand so lange und so erfolgreich Rockmusik gespielt habe. Das Interview liegt 20 Jahre zurück - die Einschätzung ist heute noch zutreffender als damals. Fragen Sie sich nie, wie lange Sie noch auf der Bühne sein werden?
Nein - und genau das ist Teil des Geheimnisses. Es ist auch nicht so, dass ich mich vor einer Tournee hinsetze und frage: "Wie schaffe ich es nur, diesmal wieder der erstaunlichste Pop-Sänger der Welt zu werden - oder so was Ähnliches.
Was fragen Sie sich dann?
Ich frage mich schlicht: Welche Songs soll ich diesmal spielen? Und dann stelle ich eine Liste zusammen. Die Leute geben viel Geld aus, um mich auf der Bühne zu sehen. Das nehme ich nicht als Selbstverständlichkeit hin. Ich weiß noch, wie ich als Jugendlicher Karten für Bill Haley erstand, als er erstmals in Liverpool spielte. Das war der Anfang des Rock´n´Roll. Ich hatte drei Monate lang gespart, um mir das leisten zu können. Das habe ich nicht vergessen. Ich will den Zuschauern etwas bieten für ihr Geld. Und dann erkundige ich mich zum Beispiel, wie lange die Kollegen denn so spielen. Dann sagt man mir: in der Regel zwei Stunden. Das ist dann auch meine Zielvorgabe. Es kommt aber auch immer wieder vor, dass ich länger spiele, weil es mir auf der Bühne so viel Spaß macht und ich einfach nicht aufhören kann. Und es ist immer wieder verblüffend, was ich nach solchen Auftritten von Zuschauern zu hören bekomme. In den USA sind vor allem die Frauen sehr um mein Wohlergehen besorgt. "Sie haben ja während des ganzen Konzertes nicht mal ein Glas Wasser auf der Bühne getrunken. Sie müssen mehr trinken", hat mir eine Amerikanerin mal gesagt. "Wo ich herkomme, trinkt man gewöhnlich kein Wasser", antwortete ich ihr, "außerdem gehört es sich nicht, die Show zu unterbrechen, um zwischendurch Wasser zu trinken."
Sie sind aber sehr streng mit sich. Sogar jüngere Sänger gehen heutzutage nicht ohne ihr Wasser oder Bier auf die Bühne.
Ich finde, du solltest dein Konzert zu Ende spielen, das ist dein Job. Danach kannst du meinetwegen Wasser trinken - oder was auch immer. Egal, ich bin sehr glücklich, dass sich bei meinen Konzerten noch immer alles so wunderbar zusammenfügt. Ich lasse es einfach geschehen - und das macht mir einen unglaublichen Spaß.
Ihre neue DVD ist ein Live-Mitschnitt Ihrer Konzerte im Citi-Field-Stadion in New York - genau an der Stelle, wo die Beatles in den 60ern erstmals vor zehntausenden Zuschauern gespielt haben. Damals traten Sie mit winzigen Verstärkern und einer läppischen Lichtanlage vor ein hysterisches Publikum. Wundern Sie sich heute manchmal, wieso Ihre frühen Stadionkonzerte mit den dürftigen Mitteln damals überhaupt funktioniert haben?
Mehr als einmal. Wie haben wir das bloß gemacht? Ich kann es mir nur so erklären, dass wir zu der Zeit schlechte, sehr harte Auftrittsbedingungen gewöhnt waren. Wir hatten lange Zeit in Tanzsälen und kleinen Clubs wie in Hamburg gespielt. Auch in diesen Schuppen konnten wir uns selbst nur schlecht hören. Das Publikum war meistens sehr laut, manchmal wurde es sehr ruppig und es gab Schlägereien. Solche Sachen eben. Es war eine harte Schule. Dann kam die Beatlemania, die Hallen wurden größer, die Schreie des Publikums noch lauter. Aber das alles war nicht zu vergleichen mit der Hysterie im Shea Stadium. Wir waren die erste Band, die überhaupt versucht hatte, in einem Baseballstadion zu spielen, das war 1965. Wir rannten auf die Bühne, fingen an zu spielen und - wir konnten absolut nichts davon hören. 50 000 Menschen können sehr laut schreien. Es war, als spielten wir in einem Sturm. Wir hatten keine eigenen Verstärker - wir benutzten die Boxen des Stadions, über die auch die Lautsprecheransagen gemacht wurden. Wir mussten nehmen, was da war.
Schräge Kandidaten, internationale Musik: Das ist der Eurovision Song Contest in Baku. Wegen der politischen Zustände in Aserbaidschan wird er dieses Jahr heftiger Kritik begleitet. Mehr dazu im Spezial.
Aktuelle Nachrichten aus der Gesellschaft
Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.
Werben auf dem iPad
Das iPad als Werbeform bietet besonders viele Möglichkeiten. Gerne beraten wir Sie persönlich.