Santiago de Chile/Brasilia. Nach Angaben von AFP-Reportern wurde eine Gruppe von dutzenden Einwohnern zunächst von der Polizei zurückgedrängt, als sie versuchte, sich in dem Supermarkt mit Lebensmitteln zu versorgen. Als die Beamten Tränengas einsetzten, zündeten die Plünderer das Gebäude an. Durch die Flammen stürzte ein Teil des Daches ein, ein Feuerwehrmann wurde verletzt. Auch ein Zivilist, dessen Kleidung in einem ebenfalls in Brand gesteckten Einkaufszentrum Feuer fing, wurde verletzt.
Präsidentin Michelle Bachelet schickte 5000 weitere Soldaten in die Erdbebengebiete, für vier Städte gilt eine nächtliche Ausgangssperre. Betroffen seien Talca, Cauquenes und Constitucion, teilte das Militär mit.
Auf dem Weg nach Concepción stürzte ein kleines mit Hilfsgütern beladenes Flugzeug ab. Dabei kamen nach Angaben der chilenischen Luftwaffe alle sechs Insassen ums Leben. Bis zum Dienstag soll die Zahl der in den am stärksten betroffenen Regionen Maule und Bío Bío stationierten Soldaten auf insgesamt 7000 steigen.
Durch das Erdbeben am Samstagmorgen und die folgenden Flutwellen kamen nach neuen Angaben mindestens 723 Menschen ums Leben. Mindestens 19 Menschen werden nach offiziellen Angaben noch vermisst. Die Behörden rechnen daher mit weiteren Todesopfern. (afp)
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