Nach den am Dienstag veröffentlichten Informationen stammten die Opfer aus Brasilien, wo man ihnen eine gute Arbeit in Spanien als Fotomodell oder Gogo-Tänzer versprach. Stattdessen wurden die gut 60 Männer auf Bordelle in Spanien verteilt, wo sie 24 Stunden am Tag für männliche Kunden einsatzbereit zu sein hatten. Sie bekamen Viagra, Kokain und andere Aufputschdrogen.
Wie in unzähligen Fällen weiblicher Zwangsprostitution mussten die Männer angebliche „Schulden“ mit dem kriminellen Netz abarbeiten. Weigerten sie sich, wurden sie mit dem Tod bedroht.
Schon im Dezember vergangenen Jahres hatte die spanische Polizei einen Ring mit männlichen Prostituierten aus Brasilien auffliegen lassen, allerdings wussten die Männer in jenem Fall offenbar, dass sie in Spanien Sex für Geld anzubieten hätten. Doch die Arbeitsbedingungen waren ebenso erbärmlich wie dieses Mal: ständige Einsatzbereitschaft, ökonomische Ausbeutung, keine Bewegungsfreiheit. Die Täter, wie ihre Opfer Brasilianer, hielten die Männer nach den Worten eines Polizeisprechers „in wahren Gefängnissen oder U-Booten, zu sechst eingesperrt in einem Zimmer“. Die Zwangsprostituierten können mit einer Aufenthaltsgenehmigung in Spanien rechnen, wenn sie die Polizei bei der Aufklärung der an ihnen begangenen Verbrechen unterstützen.
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