Juliusruh/Stralsund (dpa) - Der seit Ende Juli schon mehrfach vor Rügen gesichtete Buckelwal ist erneut in Ufernähe aufgetaucht.
Offensichtlich finde der Wal in der Tromper Wieck genügend Nahrung, sagte der Walexperte am Deutschen Meeresmuseum, Klaus Harder. Er jage vermutlich vor allem Schwärme von Jungfischen. Da er zwischen den einzelnen Sichtungen vor Rügen auch vor Polen und vor der dänischen Insel Bornholm zu sehen war, müsse davon ausgegangen werden, dass die Bedingungen für ihn vor Rügen am besten seien.
Ein ähnliches Verhalten habe auch Buckelwal "Ossi" gezeigt, der zwischen August und November 1978 vor Rügen beobachtet wurde. Dem sei damals der Rückweg in seinen eigentlichen Lebensraum im Atlantik vermutlich geglückt, ergänzte Harder.
Der mittlerweile entstehende Wal-Tourismus auf Rügen stelle keine große Gefahr für den Säuger dar. Schwierig könnte es nur werden, wenn zu viele Boote zu dicht an ihn heran zu kommen versuchten. Nach einem am Donnerstag im Rügener Lokalteil der "Ostseezeitung" veröffentlichten Beitrag bereiten Kapitäne und Reedereien die ersten Walbeobachtungstouren vor. Unter anderem könne der im Sassnitzer Hafen liegende Schlepper "Petersdorf" exklusiv für 250 Euro je Stunde gechartert werden.
Die Kapitäne von Schiffen, die sonst zu den Kreidefelsen fahren, wollen den Meeressäuger mit Echolot aufspüren. Einer Untersuchung des britischen Militärs zufolge kann jedoch zumindest niederfrequenter Sonar Wale möglicherweise schädigen.
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