Die Prinsengracht in Amsterdam wird schon zum Schlittschuhlaufen genutzt.
Foto: dapd
Die Prinsengracht in Amsterdam wird schon zum Schlittschuhlaufen genutzt.
Foto: dapd
Nicht alle leiden unter der Kälte. In Deutschland werden große Eisflächen freigegeben und die Niederländer bereiten sich auf die „Elfstedentocht“ vor – ein riesiges Volksfest auf Schlittschuhen.
Für viele Niederländer gibt es zur Zeit nur ein Thema, egal, ob sie gerade in Enschede, Amsterdam oder im Weltall unterwegs sind. Am Mittwoch twitterte stellvertretend der Astronaut André Kuipers von der Internationalen Raumstation ISS: „Wird es passieren ... die elf Städte in Friesland?“ Und dazu schickte er ein Foto aus dem All, das die elf friesische Städte bei Nacht zeigt.
Wird es passieren, wie zuletzt 1997 – das ist die große Frage, seitdem die Grachten zugefroren sind und die ersten Mutigen ihre Schlittschuhe geschnürt haben. Wird das Eis im Land dick genug sein, damit die Elf-Städte-Tour über eine Distanz von fast 200 Kilometern gestartet werden kann? 15 Zentimeter – das ist die offizielle Vorgabe. Erst dann fällt der Startschuss für die „Elfstedentocht“, wie die Holländer sagen, dann hätte das mediale und volkstümliche Vorspiel ein Ende und der Hauptakt könnte beginnen. Tausende von Menschen würden bei eisiger Kälte an den zugefrorenen Kanälen stehen und den Läufern aufmunternd zujubeln, sie würden sich verkleiden, musizieren und applaudieren.
Die spektakulärsten Eisbahnen der Welt
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Die spektakulärsten Eisbahnen der Welt
57 Meter über Paris, auf dem ersten Stock des Eiffelturms ist eine 200 Quadratmeter große Eisfläche angelegt. In einer Eisbar gleich nebenan gibt es heiße Schokolade - und natürliche einen fantastischen Ausblick.
Geöffnet vom 15. Dezember 2011 bis zum 1. Februar 2012.
Foto: The Eiffel Tower operating company
Entlang der Koksöfen in der Zeche Zollverein in Essen verwandelt sich das Druckmaschinengleis in ein Winterparadies - und das bereits zum zehnten Mal. 150 Meter misst die Eisbahn neben den imposanten Koksöfen, rostroten Rohren und hohen Kaminen.
Geöffnet vom 10. Dezember 2011 bis 8. Januar 2012.
Foto: dpa
Weltweit bekannt ist die Eisbahn vor dem Rockefeller Center in New York. Sie ist so beliebt, dass man sich vorher anmelden muss. Platz gibt es für 150 Schlittschuhläufer - und etwa eine halbe Million Besucher nutzen jährlich die Bahn vor der Prometheus-Statue.
Geöffnet vom 3. Dezember 2011 bis 1. Januar 2012.
Foto: Mr Bullitt/Wikimedia
Eine Eislaufbahn mitten in der beeindruckenden Natur des Yosemite National Parks. Seit Jahrzehnten fluten die Betreiber den Parkplatz des Curry Village Campingplatzes, um den Besuchern dieses Erlebnis zu ermöglichen.
Geöffnet von Mitte November 2011 bis Anfang März 2012.
Foto: dolanh/Wikimedia
Wer aus der Sonne kommt und am Münchner Flughafen landet, kann Kontrastprogramm der besonderen Sorte erleben: Der dortige Weihnachtsmarkt lädt zum Bummeln ein und fester Bestandteil ist die Eisbahn. Eine zweite Fläche kann sogar fürs Eisstockschießen gemietet werden.
Geöffnet vom 19. November bis zum 30. Dezember.
Foto: Flughafen München GmbH
Erst im neuen Jahr beginnt der Wiener Eistraum. Auf dem Rathausplatz wird auf einer etwa 7000 Quadratmeter großen Fläche winterliches Sportvergnügen geboten.
Geöffnet vom 19. Januar bis 4. März 2012.
Foto: Stadt Wien Marketing GmbH
Eine Eisbahn, wo man sie nun wirklich nicht vermutet. Aber das „Doha Shopping Center“ im heißen Katar ist für seine Verrücktheiten bekannt. Neben der Eisbahn gibt es einen Vergnügungspark inklusive Riesenrad und Achterbahn sowie einen venezianischen Kanal, auf dem man in einer Gondel fahren kann.
Geöffnet: ganzjährig.
Foto: isapisa/wikimedia
Die höchste Eislaufbahn der Welt befindet sich in Chicago. Auf der Aussichtsplattform im 94. Stockwerk des John Hancock Centers, mehr als 300 Meter über dem Erdboden liegt diese 80 Quadratmeter große Bahn.
Geöffnet vom 1. Januar bis zum 8. April 2012.
Foto: John Hancock Observatory
Die größte präparierte Natureisbahn Europas liegt in Davos. Auf 18.000 Quadratmetern sind hier eine 400-Meter-Bahn für Eisschnelllauf sowie Eishockey- und Curlingfelder auf einer zusammenhängenden Fläche verfügbar. Neun Eisschnelllauf-Weltmeisterschaften und elf Europameisterschaften wurden hier bereits ausgetragen.
Geöffnet: wetterbedingt.
Foto: FlyoutWikimedia
Eyeskate nennt sich die Eislaufbahn direkt beim London Eye mit einem einzigartigen Ausblick auf das Riesenrad. Wer die Eisbahn nutzen will, muss allerdings eine Runde buchen.
Geöffnet vom 19. November 2011 bis zum 6. Januar 2012.
Foto:
London Eye
Eurovision Song Contest
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Panorama
Panorama
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Teilnehmer werden ausgelost
16.000 Hobby- und Profi-Schlittschuhläufer dürfen an dem Rennen teilnehmen. Die Sportler werden vom offiziellen Veranstalter der Elf-Städte-Tour, der „Koninklijke Vereniging De Friesische Elf Steden“, ausgelost. Denn nicht jeder der 30.000 Mitglieder darf einfach so mitfahren. Und nicht jeder darf einfach so Mitglied werden. Die Richtlinien schreiben vor, dass ein neuer Bewerber die schriftliche Bestätigung zweier Mitglieder benötigt, die ihn für fit gut genug halten, die lange Strecke auf Kufen zu bewältigen.
Im Jahre 1909 wurde die „Elfstedentocht“ erstmals ausgetragen, initiiert durch den leidenschaftlichen Schlittschuhläufer Pim Mulier. Insgesamt 15 Mal fielen seitdem die magischen Startworte „It giet oan!“ – eine Art von „Eiszapft is!“– die das spannende und bangende Warten beendet. 1909 dauerte es noch 13 Stunden und 50 Minuten, bis die ersten Läufer das Ziel erreichten. 1933 wurde erstmals die 10-Stunden-Grenze durchbrochen. Die letzten Elf-Städte-Touren 1985, 1986 und 1997 absolvierten die Sieger in etwas weniger als sieben Stunden.
"Ab Kilometer 120 wird es hart"
Das Eis muss mindestens 15 Zentimeter dick sein, sonst findet das Rennen nicht statt.
Foto: dapd
Das Eis muss mindestens 15 Zentimeter dick sein, sonst findet das Rennen nicht statt.
Foto: dapd
Der Landwirt Henk Angenant gewann vor 15 Jahren. Wenn er von den anstrengenden Stunden in der Kälte erzählt, dann senkt sich seine Stimme. „Ab Kilometer 120 wird es hart, sehr hart“, sagt er. Und dann berichtet er von der Erschöpfung und dem einsamen Kampf in der Abenddämmerung. Sechs Stunden und 49 Sekunden benötigte er für die 199,6 Kilometer. Er fuhr auf seinen Kufen durch die Städte Sneek, IJlst, Sloten, Stavoren, Hindeloopen, Workum, Bolsward, Harlingen, Franeker, Dokkum bis nach Leeuwarden. Am Rand warteten jauchzende, tanzende Menschen und Musikkapellen. So heiter angetrieben kämpfte er sich nach vorne. „Irgendwann kommst du in eine Art Flow, und denkst gar nicht mehr, sondern machst einfach weiter und weiter.“
Am Ende setzte er sich im Sprint gegen den hartnäckigsten Konkurrenten durch. Nach dem Erfolg wusste er: Sein Leben würde jetzt nicht mehr dasselbe sein wie bisher. Bald war er nicht mehr nur ein Landwirt, der nebenbei auch noch sehr gut Schlittschuh läuft, er war der Sieger der „Elfstedentocht“. Die Medien stürzten sich auf ihn. Und immer dann, wenn es wieder kalt wird in den Niederlanden und früh dunkel, erinnern sich die Menschen an Henk Angenant, den Gewinner von 1997.
Frostige Hotels aus Eis und Schnee
Bildergalerie ( 36 Bilder )
Frostige Hotels aus Eis und Schnee
Das Hotel entstand im Rahmen eines Eisfestivals. Vier Eisschnitzer verwendeten zehntausende Kilo Eis und Schnee dafür.
Foto: Hotel Lumen
Groß ist es nicht, lediglich drei Zimmer stehen den Gästen zur Verfügung: eine Eishöhle, ein Meerjungfrauen-Zimmer und ein Muschelraum.
Foto: Hotel Lumen
Die Hauptattraktion ist ein Bett, das wie ein riesiger Eiswürfel aussieht und durch eine Lampeninstallation bunt erstrahlt.
Foto: Hotel Lumen
Kälteresistente Gäste können noch bis zum 28. Januar im holländischen Eishotel übernachten. Eine Nacht kostet pro Person inklusive Frühstück 99,50 Euro.
Foto: Hotel Lumen
Im schwedischen Jukkasjärvi, 200 Kilometer nördlich des Polarkreises, liegt das Icehotel.
Foto: Ben Nilsson/Big Ben Productions/Icehotel Jukkasjärvi
Jedes Jahr wird das Eishotel neu aus dem Wasser des Flusses Torne gebaut.
Foto: Ben Nilsson/Big Ben Productions/Icehotel Jukkasjärvi
Zur Anlage gehörten neben dem Hotel noch eine Eisbar und eine Eiskirche.
Foto: Ben Nilsson/Big Ben Productions/Icehotel Jukkasjärvi
Die Zimmertemperatur im Eishotel beträgt ca. minus 5 bis minus 8 Grad.
Foto: Ben Nilsson/Big Ben Productions/Icehotel Jukkasjärvi
Geschlafen wird in warmen Thermoschlafsäcken auf Rentierfellen. Am Morgen werden Touristen mit einer Tasse heißem Preiselbeersaft geweckt.
Foto: Ben Nilsson/Big Ben Productions/Icehotel Jukkasjärvi
Das Icehotel ist mittlerweile weltberühmt für sein fantastisches Wohnerlebnis.
Foto: Tom Corser/Wikimedia
Etwa 30.000 Tonnen Schnee und 10.000 Tonnen meterdicke Eisblöcke werden für den Bau verwendet.
Foto: Ben Nilsson/Big Ben Productions/Icehotel Jukkasjärvi
Die Eisbar wird jährlich von verschiedenen Künstlern gefertigt.
Foto: Ben Nilsson/Big Ben Productions/Icehotel Jukkasjärvi
Mit ihren in blaues Licht getauchten Eisskulpturen wirkt sie beinahe magisch.
Foto: Ben Nilsson/Big Ben Productions/Icehotel Jukkasjärvi
Die Eisgläser werden wie das Hotel aus dem Wasser des Torne hergestellt.
Foto: Ben Nilsson/Big Ben Productions/Icehotel Jukkasjärvi
Auch eine Kirche gibt es im Eishotel - und dort kann sogar geheiratet werden.
Weiter Informationen unter www.icehotel.com
Foto: Ben Nilsson/Big Ben Productions/Icehotel Jukkasjärvi
Auch das Eishotel im finnischen Kemi wird in jedem Jahr neu gebaut.
Foto: Timo Laapotti/F4U/Snowcastle
Das sogenannte Snowcastle liegt südlich des Polarkreises, unmittelbar an der Nordspitze des Bottnischen Meeres.
Foto: Timo Laapotti/F4U/Snowcastle
Jedes Jahr erhält diese Burg aus Eis und Schnee ein neues Gesicht.
Foto: Timo Laapotti/F4U/Snowcastle
Das Eishotel bietet Platz für 70 Personen. Neben 29 Doppel- und 2 Gruppenzimmern gibt es sogar eine Suite.
Foto: Timo Laapotti/F4U/Snowcastle
Die Temperaturen im Inneren betragen ca. minus 6 Grad, außen kann es sogar kälter als minus 30 Grad werden.
Foto: Timo Laapotti/F4U/Snowcastle
Für die Übernachtung empfiehlt das Hotel Mützen, dicke Socken und lange Unterwäsche.
Foto: Timo Laapotti/F4U/Snowcastle
Essen im Eishotel ist ein besonderer Gag.
Foto: Timo Laapotti/F4U/Snowcastle
Es geht darum, das warme Essen an einem Tisch aus Eis zu sich nehmen, ohne dass es erkaltet und ohne dass der Tisch schmilzt.
Foto: Timo Laapotti/F4U/Snowcastle
Auch für die Kinder gibt es einen eigenen Bereich mit Rutschen und bunt erleuchteten Skulpturen.
Foto: Timo Laapotti/F4U/Snowcastle
Viele Hochzeiten haben in der Schneekapelle bereits stattgefunden. Immerhin bietet sie 100 Personen Platz.
Weitere Informationen unter www.snowcastle.net
Foto: Timo Laapotti/F4U/Snowcastle
Das Iglu-Hotel Sorrisniva liegt in Alta in Norwegens nördlichstem Bezirk Finnmark.
Foto: Sorrisniva Igloo Hotel
Das Hotel geht bereits in seine elfte Saison. Es bietet eine etwa 2.000 Quadratmeter große Welt aus Eis und Schnee.
Foto: Sorrisniva Igloo Hotel
Die Innentemperatur im Hotel beträgt konstant minus 4 bis minus 7 Grad. Toiletten sind jedoch in beheizten Badezimmern untergebracht.
Foto: Sorrisniva Igloo Hotel
Die Hotelbar serviert nur einen einzigen Drink: Leuchtend blauen Wodka, der in einem Glas aus Eis serviert wird.
Foto: Sorrisniva Igloo Hotel
Auch in der norwegischen Eiswelt gibt es eine Kapelle, in der geheiratet werden kann.
Weitere Informationen unter www.sorrisniva.no
Foto: Sorrisniva Igloo Hotel
In der Schweiz gibt es an mehreren Standorten ganze Iglu-Dörfer.
Foto: Iglu-Dorf
Im Gegensatz zur Temperatur gibt es an der Rezeption einen warmen Empfang.
Foto: Iglu-Dorf
Für Paare gibt es extra Romantik-Iglus. Sie besitzen eine eigene Toilette und zum Teil sogar einen eigenen Wirlpool.
Foto: Iglu-Dorf
Ob als Après-Ski-Location, Wanderziel oder Zwischenstopp auf der Piste – ein Besuch der Eisbar lohnt immer.
Foto: Iglu-Dorf
Auch im Iglu-Dorf haben sich Künstler eine kreative Wandgestaltung einfallen lassen.
Weiter Informationen unter www.iglu-dorf.com
Foto: Iglu-Dorf
Im holländischen Zwolle hat jetzt ein Eishotel eröffnet. Es steht allerdings nicht draußen in der freien Natur, sondern in einer Kühlhalle mit Temperaturen von minus sechs Grad.
Foto:
Hotel Lumen
Eurovision Song Contest
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Panorama
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Eine Absage wäre eine riesige Enttäuschung
Noch steht nicht fest, ob das Eis 15 Zentimeter dick sein wird, damit das Rennen in diesem Jahr genehmigt werden kann. Im Norden werden schon die Eisflächen präpariert, im Süden und Westen ist das Eis dagegen nur wenige Zentimeter dick. Um die Entscheidung nicht ganz der Natur zu überlassen, wird an den dünnen Eisflächen der Strecke fleißig gearbeitet, sprich: Schichten von Eis werden übereinander gelegt, so dass die Flächen dicker werden.
Eine Absage durch den „Koninklijke Vereniging De Friesische Elf Steden“ wäre eine riesige Enttäuschung. Denn auch die Politik beschäftigt sich mit dem Fest. Politiker schlugen bereits vor, allen Schulkindern „eisfrei“ zu geben. Und auch niederländische Spitzensportler bereiten sich auf das Rennen vor. Jorrit Bergsma gilt als einer der weltbesten Eisschnellläufer. Er führt im Weltcup, wird aber am Wochenende nicht in Norwegen starten, sondern in den Niederlanden bleiben. Es könnte ja klappen mit der Elf-Städte-Tour, vielleicht am Sonntag. Das Ereignis will der 26- Jährige auf keinen Fall verpassen. Dafür riskiert er sogar seine Führung im Weltcup.