Eis und Schnee haben in vielen Teilen Europas zu gefährlicher Glätte geführt. Flughäfen in Deutschland, Großbritannien und Frankreich strichen am Wochenende Hunderte Flüge. Autobahnabschnitte wurden gesperrt. In Ludwigsburg wurde am Sonntag der Busverkehr eingestellt. Die Bahn rechnete im Südwesten Deutschlands mit Verspätungen im Zugverkehr wegen der vereisten Oberleitungen. Viele Menschen blieben dort zu Hause, da auch die Gehwege nach gefrierendem Regen dick mit einer Eisschicht überzogen waren. In Karlsruhe liefen Kinder auf vereisten Straßen Schlittschuh.
In Baden-Württemberg wurden am Sonntag Autobahnabschnitte gesperrt, damit die Streudienste durchkamen. Betroffen waren unter anderem die Autobahn 5 zwischen den Anschlussstellen Baden-Baden und Rastatt-Nord und die Autobahn 8 zwischen dem Dreieck Karlsruhe und der Anschlussstelle Karlsbad.
Wegen Eis und Schnee fielen am Frankfurter Flughafen am Sonntag bis zum Nachmittag 148 Flüge aus. Ein Fraport-Sprecher sagte, die Abfertigung der Flieger verzögere sich zudem, weil die Maschinen zunächst enteist werden müssen. Es werde versucht, die von Flugausfällen betroffenen Passagiere per Bahn ans Ziel zu bringen. Am Samstag waren wegen der Witterung bereits 17 Flüge gestrichen worden. Auch am Flughafen Stuttgart wurden Flüge annulliert.
Mit Schnee und Eisregen macht sich der Winter auch im Rhein-Main-Gebiet bemerkbar - und legt auch den Frankfurter Flughafen lahm.
Auf Europas größtem Flughafen London Heathrow brachten Schneefälle über das Wochenende den Flugplan ebenfalls durcheinander. Tausende Passagiere mussten stundenlang warten. Am Sonntag rechneten Flughafenmitarbeiter wegen Neuschnees damit, dass rund 260 Flüge gestrichen werden müssen. Im ganzen Land gab es wegen des Wetters Einschränkungen im Bahn- und Straßenverkehr. In Nordirland waren einige Haushalte vorübergehend ohne Strom. Beim Eurostar-Zug, der den Kontinent mit London verbindet, kam es zu witterungsbedingten Ausfällen und Verzögerungen.
Die Pariser Flughäfen Charles-de-Gaulle und Orly strichen am Sonntag 40 Prozent ihrer Flüge. Auf den Straßen des Landes kam es in weiten Teilen zu Behinderungen. In Paris blieben viele Busse in den Depots und zahlreiche öffentliche Parks geschlossen. In Versailles waren Schlosspark und Schlossgarten bereits am Samstag nicht mehr zugänglich.
Schlittschuhe statt Winterreifen: Ein Mann ist in Karlsruhe auf einer völlig vereisten Straßeunterwegs. Foto: Susanne Kupke
Im schottischen Hochland wurden am Sonntag vier Bergsteiger von einer Lawine getötet. Eine Frau wurde bei dem Unglück schwer am Kopf verletzt, ein Mann erlitt leichte Verletzungen, wie die Polizei mitteilte. Die sechs Wanderer waren beim Abstieg am Berg Bidean Nam Bian im Westen Schottlands, als der Abhang unter ihnen wegbrach.
Das Winterwetter heizte in den Niederlanden, wo Schlittschuhlaufen Volkssport ist, das Eislauffieber an. Trotz Warnungen der Polizei brachen viele Menschen auf noch nicht tragfähigem Eis ein. In der Provinz Friesland musste eine Frau mit einem Rettungshubschrauber aus dem eiskalten Wasser eines Sees geborgen werden. (dpa)
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