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Panorama
Aktuelle Nachrichten aus der Gesellschaft

21. Januar 2013

Schnee und Eis sorgen für Chaos: Straßen gesperrt, Flüge gestrichen

Glatteis sorgt deutschlandweit für zahlreiche Unfälle. Foto: dpa

Schnee und Glatteis führen deutschlandweit zu zahlreichen Unfällen. In Berlin bleibt die Stadtautobahn gesperrt, hunderte Flüge fallen aus. Und der Wetterbericht gibt keine Entwarnung.

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Schnee und Eisregen haben bundesweit viele Straßen in gefährliche Rutschbahnen verwandelt. In Schleswig-Holsten wurden bei 15 Karambolagen seit Sonntagabend sechs Menschen verletzt, wie die Polizei mitteilte. Auf spiegelglatten Straßen gerieten am Montagmorgen auch in Niedersachsen viele Autofahrer mit ihren Wagen ins Rutschen. Zumeist blieb es aber bei Blechschäden. Bei den Unfällen seien nur wenige Menschen leicht verletzt worden, berichteten die Polizeidienststellen im Land.

In Franken kam es in der Nacht zum Montag zu mehr als 25 Glätteunfällen. Wie die Polizei in Bayreuth mitteilte, verwandelte Eisregen die Autobahn 9 zwischen den Anschlussstellen Bindlacher Berg und Trockau in eine Rutschbahn. Dort krachte es seit Sonntagabend mindestens 20-mal. Mindestens drei Menschen wurden dabei leicht verletzt. Bei Bayreuth stießen sechs Autos auf vereister Straße zusammen.

In Berlin musste die Stadtautobahn A111 in Richtung Norden am Montagmorgen gesperrt werden. Betroffen war nach Angaben der Verkehrsinformationszentrale der Abschnitt zwischen Am Festplatz und Flughafen Tegel. Die Witterung wirkte sich auch auf den Flugverkehr in Tegel aus. Mehrere Flüge von und nach Frankfurt am Montag sind laut Fluginformation wegen der Nachwirkungen des Eisregens am größten deutschen Flughafen gestrichen worden.

Hunderte Flüge fallen am Montag aus

Passagiere am Frankfurter Flughafens müssen sich auch an diesem Montag auf Verspätungen und Flugausfälle einstellen. An Deutschlands größtem Flughafen sind wegen Schnee und Eis am Montagmorgen bereits mehr als 200 Starts und Landungen gestrichen worden. Für den gesamten Tag seien bislang 203 Flüge annulliert, sagte eine Sprecherin des Flughafenbetreibers Fraport. Am Sonntag waren wegen gefrierenden Regens an dem Airport demnach insgesamt 445 Flüge ausgefallen. Noch schneie es, es müsse weiter enteist werden. „Eisregen erwarten wir heute nicht mehr“, berichtete der Sprecher. Der Flugplan müsse sich jetzt erst wieder einpendeln. Eisregen hatte am Sonntag Deutschlands größten Airport vorübergehend lahmgelegt.

Auch auf dem Flughafen München fallen am (heutigen) Montag 200 Flüge aus. Ein Sprecher des Flughafens rief alle Reisenden dazu auf, sich im Internet zu informieren, welche Verbindungen betroffen sind. Die Lufthansa empfahl ihren Passagieren in München, anstelle von innerdeutschen Flügen auf die Bahn umzusteigen. Das Ticket könne in einen Bahn-Gutschein umgetauscht werden, sagte eine Lufthansa-Sprecherin am Morgen.

Mehr als 1000 Unfälle im Südwesten

Auf Hessens Straßen verunglücken in der Nacht zum Montag mehrere Autos und Lastwagen. Allein in Mittelhessen registrierte die Polizei 19 Unfälle mit rund 140 000 Euro Schaden. Auf der Autobahn 4 blieben zwischen Bad Hersfeld und Herleshausen Lastwagen im Schnee stecken. „Man kann nur empfehlen, äußerst langsam zu fahren“, sagte ein Polizeisprecher in Wiesbaden. In Frankfurt und Darmstadt standen die Straßenbahnen zunächst still, die Frankfurter U-Bahnen fuhren nur unterirdisch. Für den Morgen gaben Polizeistellen keine Entwarnung. „Der Berufsverkehr setzt ja erst ein“, sagte ein Polizeisprecher.

Katastrophal fiel die Blitzeis-Bilanz im Südwesten Deutschlands aus: Die Polizei hat dort während der Glatteis-Warnung am Sonntag 1073 Verkehrsunfälle gezählt. Ein Mann sei ums Leben gekommen, berichtete das Lagezentrum des Landesinnenministeriums. 58 Menschen wurden am Sonntag verletzt, 14 davon schwer. Der Schaden betrage mehr als drei Millionen Euro.

Ein Rentner verunglückte in Sulz am Neckar (Landkreis Rottweil) tödlich, als er einen Gehweg streute. Wie die Polizei berichtete, stürzte er auf den Hinterkopf und starb am Nachmittag an seinen Verletzungen.

Laut Deutschem Wetterdienst können die Straßen den ganzen Montag über glatt sein. „Wahrscheinlich werden auch immer wieder ein paar Flocken herunterkommen“, sagte eine Meteorologin am Montagmorgen.

Eis und Schnee machten auch Belgien zu schaffen: Hochgeschwindigkeitszüge des Thalys, der Brüssel mit Paris und Deutschland verbindet, verkehrten mit teilweise erheblichen Verspätungen oder gar nicht. Mehrere Eurostar-Züge von Belgien nach Großbritannien wurden abgesagt. Die Bahnunternehmen rieten Kunden, ihre Reise möglichst zu verschieben.

Grund zum Jubel gab es allein bei tausenden Schülern in den Landkreisen Hameln-Pyrmont und Osnabrück: Dort erhielten die Kinder und Jugendlichen an allen allgemein- und berufsbildenden Schulen am Montag schulfrei wegen Glatteis. (dpa)

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