Die 39-jährige Patientin, die seit dem 2. November im Universitätsklinikum behandelt wird, schwebt noch immer in Lebensgefahr. Ihr Gesundheitszustand habe sich aber verbessert, teilte das Klinikum am Montag mit. Die Laborwerte wiesen auf einen kontinuierlichen Rückgang der Entzündung hin.
Was die Fachwelt so aufgeschreckt hat, ist der schwere Verlauf der H1N1-Infektion bei dieser Patientin. So genannte Vorerkrankungen sind nicht bekannt. 6000 Todesfälle gibt es nach Angaben von Professor Hans W. Doerr, dem Leiter der Virologie, bisher weltweit. Die eigentliche Todesursache ist fast immer eine Lungenentzündung. Welche Rolle das Virus beim Tod einer 15-jährigen Schülerin in Kassel gespielt hat, sei noch unklar. Die 15-Jährige erlag einer Herzmuskelentzündung. Oft sei die Grippe auch "ein Schrittmacher" für eine zusätzliche Bakterieninfektion.
Dass die Schweinegrippe im Winter an Gefährlichkeit zulegen wird, sei vorhersehbar gewesen. Die Dosis an Viren, die übertragen wird, sei in der Regel erheblich größer als im Sommer. Da würden sich die Menschen mehr im Freien aufhalten, öfter lüften und so die Virenkonzentration verringern. Es gelte die Faustregel, je größer die Infektionsdosis, desto heftiger der Krankheitsverlauf.
Das dritte Mal um die Welt
Mutationen, die das Virus aggressiver machen, seien bislang nicht festgestellt worden. Es sei bereits das dritte Mal, dass H1N1 um die Welt gehe. Bei der ersten Pandemie 1918 bis 1920 seien 40 Millionen Menschen gestorben. 1978 waren es weniger als eine halbe Million. Doerr geht davon aus, dass es in diesem Jahr weitere Todesfälle geben werde.
Zum Engpass, den es derzeit beim Impfstoff "Pandemrix" gibt, sagte Doerr, er gehe davon aus, dass in "ein, zwei Wochen " genügend Impfstoffe auf dem Markt seien. Focetria, Zelltura und Celvapan werden Pandemrix ergänzen. In der Schweiz soll Focetria ab heute in den Apotheken erhältlich sein.
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