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Schweinegrippe in Afghanistan: Arme Sau

Die Behörden in Afghanistan haben die Gefahr einer möglichen Schweinegrippen-Epidemie gebannt. Alle Schweine des Landes sind in Quarantäne. Wie gut, dass es nur eins gibt. Von Sebastian Gehrmann

Rampensau. das einzige Schwein in ganz Afghanistan lebt im Zoo von Kabul.
Rampensau. das einzige Schwein in ganz Afghanistan lebt im Zoo von Kabul.
Foto: dpa

Der Tod hat viele Gesichter. Und manchmal ist der Tod ein Schwein. Deshalb kommt die Nachricht des Dienstag aus dem fernen Afghanistan. Dort leidet unter der sogenannten Schweinegrippe vor allem einer, oder eine, ganz so genau haben die Agenturen über den Fall nicht berichtet, nämlich ein Schwein. Das einzig bekannte Exemplar seiner Art, zumindest sind keine weiteren in dem von Tod und Terror zerklüfteten Land am Hindukusch bekannt, lebt im Zoo von Kabul und wurde nun aus Sicherheitsgründen in Quarantäne genommen. Sicher ist sicher.

"Wir haben das gemacht, weil die Menschen Angst haben, die Grippe zu bekommen", sagte Zoo-Direktor Asis Gul Sakib der Nachrichtenagentur Reuters. Was das Schwein in dem islamischen Land für eine Angst haben muss, jetzt, da in anderen Staaten, wie etwa in Ägypten, Hunderte von Artgenossen aus Angst vor der Schweinegrippe nach kurzem Prozess gekeult werden, danach hat natürlich niemand gefragt.

Er habe Verständnis für die Sorgen der Besucher, sagte Asis Gul Sakib, aber die meisten Menschen wüssten nicht genug über die Virus-Erkrankung. Sie wissen wohl nur so viel. Schwein gleich schlecht. Und so könnte allein der Anblick des rosa Ungetüms unter den Besuchern eine veritable Panik auslösen. "Wenn sie das Tier im Gehege sehen, haben sie Sorge, sich anzustecken", befürchtet der Zoo-Direktor.

Das Schwein ist übrigens das Geschenk eines chinesischen Zoos. Normalerweise, so ist es überliefert, grunzt es in einem Freigehege zwischen Rehen und Böcken. Womöglich ist es sogar so beliebt wie hier, sagen wir Knut. Womöglich aber auch nicht. Muslimen ist der Verzehr des als unrein geltenden Schweinefleischs streng verboten. In dem streng islamischen Land gibt es auch keine Schweinemastbetriebe. Angesteckt hat sich nach bisherigen Erkenntnissen übrigens noch kein einziger Afghane. Schwein gehabt. (mit rtr)

Autor:  Sebastian Gehrmann
Datum:  5 | 5 | 2009
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