Schweinegrippe ist eine Mutation des Vogelgrippe-Virus
Bei dem Virus, der vom Schwein übertragen wird, handelt es sich um eine unbekannte Mutation des H1N1-Virus. Bei 20 Todesfällen wurde dieses Virus zweifelsfrei nachgewiesen, der in den 70er Jahren zum ersten Mal aufgetaucht war. In den übrigen Todesfällen ist nach Angaben des mexikanischen Gesundheitsministeriums dieses Virus noch nicht nachgewiesen. Gesundheitsminister José Ángel Córdova Villalobos sagte, es handele sich um eine "kontrollierte Epidemie".
Präsident Felipe Calderón rief die Gesundheitsbehörden aller 33 Bundesstaaten zu einer Krisensitzung in die Hauptstadt. Viele Veranstaltungen, vor allem solche mit Kindern, wurden abgesagt. Auch die Fußballclubs sagten Spiele des Wochenendes ab. Die Menschen wurden aufgefordert, Mundschutz zu tragen und möglichst nicht in Restaurants, Bars und Kinos zu gehen.
Erste Fälle in den USA
Der Erreger hat inzwischen die Grenze zu den USA übersprungen. Dort wurde bei acht kranken Menschen das Virus nachgewiesen. Nach Angaben des Nachrichtensenders CNN soll es sich um sechs Menschen in Kalifornien und zwei in Texas handeln. "Allen diesen Patienten geht es besser", betonte der zuständige ärztliche Direktor, Richard Besser.
Ein Sprecher des Instituts für Gesundheitsvorsorge in Washington zeigte sich "sehr besorgt". Das Weiße Haus verfolge die Entwicklung "aufmerksam", sagte Sprecher Reid Cherlin. Präsident Barack Obama sei über den Stand der Dinge vollständig informiert worden.
In Japan wurde unterdessen bei allen Passagieren eines Fluges aus Mexiko am Samstag Fieber gemessen, um ein Einschleppen der Schweinegrippe zu verhindern. Medienberichten zufolge sind bei den 177 Reisenden und Flugbegleitern allerdings keine Anzeichen des Virus entdeckt worden.
WHO warnt vor weltweiter Pandemie
Die Weltgesundheitsorganisation WHO befürchtet, die Schweinegrippe könne eine weltweite Pandemie auslösen. Die Behörde erforscht Wechselwirkungen zwischen der Schweinegrippe, der zuletzt stark beachteten Vogelgrippe und den Grippeerkrankungen beim Menschen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass durch neue Subtypen der Erreger auch eine erhöhte Gefahr für eine tödliche Grippe-Epidemie bei Menschen entsteht.
Die WHO spricht davon, dass die Ausbreitung der Grippe vor allem auf junge, sonst gesunde Erwachsene, Sorgen bereite. Die Genfer Organisation steht in ständigem Kontakt mit den Behörden in Mexiko und den USA sowie anderen Ländern der Region.
Flugbegleiter hat keine Schweinegrippe
Ein Flugbegleiter der British Airways, der nach einem Flug aus Mexiko mit grippeähnlichen Symptomen ins Krankenhaus gekommen war, hat keine Schweinegrippe. "Alle Tests sind negativ ausgefallen", sagte ein Sprecher des Londoner Northwick Park Hospitals am Sonntag. (dpa/rtr/ddp/afp)
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