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Schweinegrippe in Mexiko: Zahl der Opfer steigt

Eine unbekannte Mutation des Schweinegrippe-Virus hat Mexiko erfasst und die Grenze zu den USA übersprungen. 81 Menschen fielen der Krankheit bereits zum Opfer. Jetzt gibt es erste Verdachtsfälle in Neuseeland. In Deutschland beraten Experten über Gegenmaßnahmen.

Ein Ausbruch der Schweinegrippe hat in Mexiko und den USA offenbar 70 Tote gefordert.
Ein Ausbruch der Schweinegrippe hat in Mexiko und den USA offenbar 70 Tote gefordert.
Foto: dpa

Mexiko/Genf/Berlin/Auckland. Wegen des Verdachts auf Schweinegrippe ist in Neuseeland eine Reisegruppe unter Quarantäne gestellt worden. Die 22 Studenten und drei Lehrkräfte aus Auckland seien am Samstag nach ihrer Rückkehr von einem dreiwöchigen Ausflug nach Mexiko isoliert worden, teilten die neuseeländischen Gesundheitsbehörden am Sonntag mit. Laut Gesundheitsminister Tony Ryall ist bei zehn Studenten eine Erkrankung "wahrscheinlich".

Angesichts der steigenden Zahl von Erkrankungen an der auf den Menschen übertragbaren Schweinegrippe wächst die Angst vor einer weltweiten Ausbreitung.

Viele Menschen in Mexiko tragen Atemschutzmasken, um sich vor der Schweinegrippe zu schützen.
Viele Menschen in Mexiko tragen Atemschutzmasken, um sich vor der Schweinegrippe zu schützen.
Foto: dpa

In Mexiko starben nach Angaben vom Samstag womöglich mehr als 80 Menschen an einer Infektion mit dem gefährlichen Erreger, in den USA erkrankten mindestens zehn Menschen. Deutschland ist nach Ansicht von Experten auf eine mögliche Epidemie gut vorbereitet.

81 Todesfälle seit Mitte April seien vermutlich auf den mutierten Erreger zurückzuführen, sagte der mexikanische Gesundheitsminister José Angel Cordóva in Mexiko-Stadt. In 20 Fällen sei das tödliche Virus nachgewiesen worden. Mehr als 1300 Kranke standen den Angaben zufolge unter Beobachtung. Die mexikanische Regierung stellte umgerechnet 340 Millionen Euro für Maßnahmen zur Bekämpfung der Epidemie bereit.

Die Menschen in Mexiko müssen sich schützen.
Die Menschen in Mexiko müssen sich schützen.
Foto: dpa

Deutsche Experten beraten über Maßnahmen

Nach dem Ausbruch der Schweinegrippe in Mexiko und den USA wird in Deutschland über mögliche Gegenmaßnahmen beraten. Die Zahl der bisherigen Fälle lasse den Schluss zu, dass sich der Virus von Mensch zu Mensch übertrage, sagte eine Sprecherin des Robert-Koch-Instituts in Berlin. Daher liege es im Bereich des Möglichen, dass die Krankheit auch nach Deutschland eingeschleppt werden könnte.

Allerdings habe in der Vergangenheit der Umgang mit der Lungenkrankheit Sars gezeigt, dass die deutschen Behörden mit solch importierten Fällen gut zurecht kämen. Derzeit werde beraten, wie etwa an den Flughäfen mit Verdachtsfällen umgegangen werden solle.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Kreisen zufolge über das in Mexiko und den USA ausgebrochene Schweingrippen-Virus äußerst besorgt. Die WHO werde den Ausbruch "Ereignis von internationalem Belang für die öffentliche Gesundheit" deklarieren, hieß es in WHO-Kreisen am Samstag. Eine entsprechende offizielle Mitteilung werde in Kürze folgen.

Zuvor hatte es bei einer US-Behörde geheißen, das Virus sei nicht unter Kontrolle zu bringen. Es breite sich aus, weil es nicht eingedämmt werden könne, sagte eine Mitarbeiterin des US-Zentrums für Krankheitsüberwachung und Vorbeugung (CDC) in Washington.

Das in Mexiko grassierende gefährliche Virus der Schweinegrippe hat bisher 62 Menschen das Leben gekostet. Das bestätigte die Sprecherin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Fadela Chaib, am Samstag in Genf. Die WHO stehe in ständigem Kontakt mit den Behörden in Mexiko und den USA sowie anderen Ländern der Region. Nach Angaben der mexikanischen Behörden werden inzwischen rund 1000 Menschen in Krankenhäusern behandelt.

Die meisten Fällen traten in Mexiko-Stadt und im Staate Mexiko auf, der die Hauptstadt umschließt. Alle Schulen und Universitäten wurden auf unbestimmte Zeit geschlossen. Die Regierungen in Nicaragua und Kolumbien kündigte am Freitagabend an, Maßnahmen zu ergreifen, um die Ausbreitung der Grippe in ihre Länder zu verhindern.

Vorerst keine Maßnahmen der WHO

Die Weltgesundheitsorganisation trifft zunächst keine weiteren Maßnahmen wegen der in Mexiko grassierenden Schweinegrippe. Das teilte die UN-Organisation am Samstagabend in Genf nach einer Sitzung ihres Notfall-Komitees mit. Dennoch stelle der Ausbruch in Nordamerika einen "Notfall der öffentlichen Gesundheit im internationalen Ausmaß" dar.

Das Wissen über die Eigenschaften des neuen Grippevirus und die Art seiner Ausbreitung sei aber noch zu lückenhaft, um weitere Maßnahmen zu empfehlen.

Auf seiner Sondersitzung empfahl das WHO-Komitee, alle Staaten sollten ungewöhnliche Grippefälle und schwere Lungenentzündungen in ihrem Land genau untersuchen, bevor es zu weiteren Empfehlungen für Einschränkungen komme, die über den derzeitigen Stand hinausgingen. Auf dem sechsstufigen Grippepandemie-Alarmplan der WHO stehe die Welt derzeit auf Stufe 3.

Eventuell Ausbruch an Schule in New York

Der Verdacht auf den Ausbruch der Schweinegrippe an einer New Yorker Schule hat sich nach ersten Tests nicht ausschließen lassen. Die städtische Gesundheitsbehörde teilte am Samstag mit, die untersuchten Schüler seien an der Grippe Typ A erkrankt. Dies lasse die Möglichkeit offen, dass es sich um Schweinegrippe handeln könne, berichtete der Nachrichtensender CNN.

Die Proben sollten nun an ein Labor der US-Gesundheitsbehörde CDC in Atlanta geschickt werden. Ergebnisse wurden frühestens für Sonntag, wahrscheinlich aber für Montag erwartet.

Mehr als 70 Schüler eines Gymnasiums im New Yorker Stadtteil Queens hatten am Donnerstag über Unwohlsein und grippeähnliche Symptome geklagt. Am Freitag kamen weitere Fälle hinzu. Die Schule sagte ihre Veranstaltungen bis auf weiteres ab, rund 100 Schüler wurden untersucht. Die Symptome wurden als vergleichsweise mild beschrieben.

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Datum:  24 | 4 | 2009
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