Wenn ich mich oder mein Kind impfen lassen will - an wen kann ich mich wenden?
Zunächst ist der Haus- oder Kinderarzt der Ansprechpartner. Falls er zurzeit keinen Impfstoff hat, kann ich einen anderen Arzt konsultieren. Das Gleiche gilt auch für jemanden, der keinen Hausarzt hat. Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen in Frankfurt bietet auf ihrer Internetseite www.kvhessen.de einen Link für die Arztsuche an.
Und falls ich dort nicht weiterkomme? Wer kann mir weiterhelfen?
Dann rät das hessische Gesundheitsministerium dazu, sich an das nächste Gesundheitsamt zu wenden, das mit dem Impfen von Pflegepersonal, Rettungskräften und Polizei begonnen hat, aber auch Privatleute nicht abweisen darf, wie Ulrike Grzimek, Sprecherin des Gesundheitsministeriums, sagt. Die 24 hessischen Gesundheitsämter geben telefonisch Auskunft. Das Frankfurter Gesundheitsamt hat eine Hotline unter 069/212-70800 (montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr) eingerichtet. Die Impfung ist kostenlos.
Gibt es Engpässe bei der Lieferung des neuen Impfstoffs in Hessen?
Ja, die Behörden sprechen von Anlaufschwierigkeiten und der Tatsache, dass nach verhaltenem Interesse die Nachfrage sprunghaft gestiegen sei. Sie raten aber dazu, zunächst chronisch Kranke, Alte, Schwangere und Kleinkinder impfen zu lassen. Bis Dezember soll für 3,7 Millionen Hessen - das sind etwa 60 Prozent der Bevölkerung - der Impfstoff Pandemrix geliefert werden. Die Ärzte bestellen ihn bei einer von 100 ausgewählten Apotheken.
Und dann?
Die Ärzte bekommen den Stoff in Flaschen mit Dosen für zehn Patienten. Sie müssen das Serum binnen 24 Stunden gespritzt haben. Deshalb müssen die Praxen dafür jeweils kurzfristig zehn Patienten finden, um den Stoff bis zur nächsten Lieferung schnell aufzubrauchen.
Warum müssen Kinder und Alte zweimal geimpft werden?
Kinder müssen zweimal geimpft werden, mit je einer halben Dosis, sagt Ulrich Dorenberg von der Kassenärztlichen Vereinigung. Der Abstand: mindestens drei Wochen. Über 60-Jährige bekommen im Abstand zwei volle Dosen, so das Gesundheitsmisterium.
Was ist für Schwangere wichtig?
Schwangere haben einen deutlich höheres Risiko, bei einer Infektion schwerer zu erkranken, deshalb rät das Bundesministerium zur Impfung vom zweiten Drittel der Schwangerschaft an. Leichte Nebenwirkungen können auftreten. Sicherheitshalber sollte der Frauenarzt konsultiert werden.
Kann es zu Komplikationen kommen, wenn ich schon gegen herkömmliche Influenza geimpft bin?
In der Regel nicht. Es können leichte Nebenwirkungen wie bei jeder Impfung entstehen, so die Kassenärztliche Vereinigung. Gleichwohl sei nun zu empfehlen, sich in den kommenden Wochen gezielt gegen Schweinegrippe impfen zu lassen. Erfahrungen in der Südhalbkugel wie in Neuseeland haben gezeigt, dass 70 Prozent der Grippefälle auf die neuen Erreger zurückzuführen sind.
Wie sind die Symptome?
Plötzliches Fieber, Halsschmerzen, Husten, Atemnot, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen, selten Durchfall und / oder Erbrechen. Die Krankheit dauert mehrere Tage. Schulkinder sollten mindestens zehn Tage die Kita oder die Schule nicht besuchen.
Wie wird Grippe übertragen?
Meistens durch Tröpfchen - beim Niesen, Husten und Sprechen.
Wie kann ich mich schützen?
Regelmäßiges Händewaschen und kein Händeschütteln bei der Begrüßung. Manche Betriebe und Verwaltungen stellen Flaschen mit Desinfektionsmittel an Waschbecken auf.
Gibt es eine bundesweite Hotline?
Ja, sie lautet 030/346465100 (fin)
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