Um Ihre Knochen machen Sie sich keine Sorgen: Sie bewegen sich ausreichend, trinken viel Milch und essen gerne Quark, Joghurt und Käse. Genug Kalzium bekommen Sie also. Und wenn Sie doch mal den Eindruck haben, dass es etwas zu wenig war, werfen Sie eine Kalziumbrausetablette in Ihr Glas. Vor Osteoporose fürchten Sie sich nicht. Doch vielleicht ist das viele Kalzium auch gar nicht so ohne.
Wie der Bluthochdruck gehört die Osteoporose, auch Knochenschwund genannt, zu den unterschätzten Erkrankungen: Denn erst wenn ein Knochen durch eher geringe Belastung bricht, bemerkt man die Knochenschwäche. In erster Linie gilt das für Wirbelkörper, in zweiter Linie für den Oberschenkelhals. Vor allem Frauen sind betroffen, und dies umso häufiger, je älter sie werden: Haben in Deutschland bei den 55-Jährigen etwa sieben von hundert eine Osteoporose, ist bei den 80-Jährigen schon jede fünfte Frau betroffen. Wie es bei den Männern aussieht, weiß niemand so genau. Sicher ist nur, dass die Zahlen deutlich niedriger liegen.
Die gute Nachricht: Gegen Osteoporose lässt sich etwas tun. Wer nicht raucht und sich viel bewegt, ist auf einem guten Weg. Ob auch Kalzium hilft, ist dagegen umstritten. Neuseeländische Wissenschaftler hatten 1471 Frauen jenseits der Wechseljahre zu annähernd gleichen Teilen mit Kalzium oder einem Scheinmedikament behandelt. Dabei wollten sie allerdings nicht erfahren, wie viele Teilnehmerinnen sie so vor Knochenschwund bewahren, sondern wie viele einen Herzinfarkt bekommen. Und siehe da: In der Gruppe, die Kalzium geschluckt hatte, lag das Risiko für den Infarkt rund doppelt so hoch.
Die Forscher vermuten, dass durch den hohen Kalziumgehalt im Blut die Gefäße ähnlich wie Rohrleitungen schneller verkalken könnten. Allerdings konnte eine deutlich größere Studie mit rund 36.000 Teilnehmerinnen ein Jahr zuvor keinen wesentlichen Einfluss von Kalzium auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen feststellen. Am besten besprechen Sie Ihren persönlichen Fall daher mit Ihrem Internisten.
Ein harter Knochen, meint
Ihre Schwester Alpha
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