Es war die größte Silvesterparty Deutschlands und ein rauschender Start ins neue Jahr. Vor dem Brandenburger Tor haben in der Silvesternacht nach Veranstalterangaben mehr als eine Million Menschen mit farbenfrohem Feuerwerk gefeiert.
Zu den Klängen von „Go West“ der Pet Shop Boys gab es Mitternachts-Küsse, Anstoßen und Umarmungen. Polizei und Feuerwehr mussten zwar auf der Festmeile nur selten eingreifen, im Rest der Stadt aber kamen vor allem die Brandbekämpfer kaum zum Durchatmen: Es gab deutlich mehr Brände als in vergangenen Jahren.
Große Silvester-Party am Brandenburger Tor: Hunderttausende Menschen aus aller Welt haben in der Nacht zum Dienstag in Berlin das neue Jahr begrüßt.
Foto: REUTERS
Die Berliner Megaparty zum Jahreswechsel hat Tradition. An Silvester 1989 waren sich Menschen aus Ost und West am geöffneten Brandenburger Tor in die Arme gefallen und hatten die Wende und den Start ins neue Jahr gefeiert. Auch in diesem Jahr hatten die Veranstalter eine eindrucksvolle Kulisse geschaffen: Gewaltige Lichtkegel strahlten in den Himmel über der Hauptstadt, Scheinwerfer wippten im Takt der Musik. Zehn Minuten lang leuchtete und knallte das Feuerwerk.
Den Countdown gab es quasi im „Gangnam-Style“: Die Feierwütigen hüpften vor historischer Kulisse den Kulttanz des zu Ende gehenden Jahres. In einem „Dancemob“ tanzten sie im „Gangnam-Style“ des südkoreanischen Rappers Psy, den schon Heidi Klum, Ai Weiwei und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nachahmten. Bei den Menschenmassen vor der Bühne allerdings wurden Tanzschritte schwierig. Vor 23.00 Uhr war die Meile bereits dicht und die Einlassstellen schlossen.
Schon Stunden zuvor hatten Besucher aus aller Welt die Straße zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule in eine riesige Disco verwandelt. Ausgelassen tanzten und sangen sie zu den Songs von Eurovision-Songcontest-Gewinnerin Loreen aus Schweden, Partykönig Jürgen Drews oder Soul- und Popsängerin Oceana. Sieben Großleinwände auf der Partymeile zeigten das Konzert vor dem Brandenburger Tor.
Die Feier vor dem Brandenburger Tor sei erstaunlich friedlich gelaufen, sagte ein Polizeisprecher noch in der Nacht. Helfer des Roten Kreuzes mussten den Organisatoren zufolge allerdings 174 mal einspringen. Der Sanitätsdienst der Feuerwehr kümmerte sich um 332 Gäste; 24 von ihnen wurden in Krankenhäuser gebracht. Die Feuerwehr rückte nach Mitternacht zu 607 Bränden aus, etwa 200 mehr als im vergangenen Jahr.
Das Unfallkrankenhaus Berlin meldete 20 schwere Böllerverletzungen. Einige Männer hätten sich Finger abgerissen oder die Hand zerstört, sagte Sprecherin Angela Kijewski. Auch zwei Kinder seien durch Querschläger verletzt worden.
Direkt nach der ausgelassenen Silvestersause rückte die Berliner Stadtreinigung (BSR) zum Neujahrsputz aus. Seit 03.00 Uhr waren rund 600 Mitarbeiter unterwegs, um viele Tonnen Sektflaschen und Böllerreste zu beseitigen.(BLZ/dpa/dapd)
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