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Aktuelle Nachrichten aus der Gesellschaft

19. Dezember 2012

Silvio Berlusconi und Francesca Pascale: Berlusconi und seine neue Liebe

 Von Regina Kerner
Weiß, was sie will: Francesca Pascale.  Foto: dapd/Salvatore Laporta

Francesca Pascale ist verlobt. Mit Italiens ehemaligem Regierungschef Silvio Berlusconi - der fast 50 Jahre älter ist als sie. Doch die beiden verbindet vieles, sagt Berlusconi. Auf ein Interview mit Pascale wartet die Welt bislang vergebens.

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Rom –  

Ihr Telefon ist seit Tagen ausgeschaltet, ihre Profile auf Facebook und Twitter sind gelöscht. Sie darf keine Interviews geben. Seit Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi sie am Sonntagabend in einer Fernseh-Talkshow offiziell zu seiner neuen Verlobten erklärt hat, wurden lediglich ein paar Fotos von einem gemeinsamen Abendessen in einer Pizzeria in Mailand veröffentlicht. Ansonsten ist Francesca Pascale, die 27 Jahre junge Frau, die mit Silvio Berlusconi zusammenlebt, derzeit streng abgeschottet.
Das Paar-Modell „alternder Politiker und Frau, die seine Enkelin sein könnte“ ist bekannt – man denke an Helmut Kohl oder Franz Müntefering. Aber Berlusconi übertrifft mal wieder alle: Fast ein halbes Jahrhundert liegt zwischen ihm und Francesca Pascale.

„Ja, uns trennen ‚nur‘ 49 Jahre, aber sie liebt mich und ich erwidere das“, erklärte Berlusconi bei seinem Auftritt in der Talkshow auf Canale 5, der zu seinem Senderimperium gehört, der tief dekolletierten blonden Moderatorin. Francesca sei ein Mädchen, „das äußerlich und innerlich schön ist, mit festen moralischen Prinzipien und großer Fröhlichkeit“. Endlich fühle er sich nicht mehr allein, gestand Berlusconi, wohl in der Hoffnung, die Herzen der Italiener zu rühren. Denn er will ja ihre Stimmen, wenn er bei der Parlamentswahl im Februar wieder für das Amt des Ministerpräsidenten kandidiert.


Und da kann es nicht schaden, wenn einer wie er, der wegen Sex mit Minderjährigen angeklagt ist und dessen zweite Ehefrau Veronica Lario ihn 2009 wegen seiner Affären verlassen hatte, sich als Mann in geordneten Verhältnissen präsentiert – mit einer hübschen jungen Frau „mit fester Moral“ an seiner Seite.

Showgirl-Debut mit 17

Francesca Pasquale stammt aus einem ärmlichen Vorort von Neapel, ist angeblich die Tochter eines Hochzeitsfotografen und debütierte mit 17 Jahren als Showgirl im Lokalsender. Ihre Tanzauftritte im Bikini, bei denen sie Liedchen zweideutigen Inhalts trällert, sind auf Youtube abrufbar – was derzeit sehr lebhaft genutzt wird. Berlusconi, den sie nach Aussagen von Bekannten schon immer für einen „schönen Mann“ hielt, war für sie ein Idol. Ihm näherzukommen war ein Ziel, das sie mit Hartnäckigkeit und gehörigem Selbstbewusstsein verfolgte. 2006, nach Berlusconis Wahlniederlage, gründete sie die Initiative „Silvio, wir vermissen dich“.


Berlusconi erzählte jetzt im Fernsehen, er habe sie persönlich kennenlernen wollen, nachdem sie ein Kleinflugzeug über seine Villa auf Sardinien fliegen ließ mit dem Transparent „Silvio, du fehlst mir“. Von da an gehörte Francesca zu den vielen jungen Frauen im Umfeld des Politikers. Sie machte eine Wandlung durch. Statt bauchfreier Tops und kurzer Hosen trug sie fortan Kostüme und Blusen, sie besuchte Benimmkurse und arbeitete an ihrer Aussprache, um den neapolitanischen Dialekt abzuschleifen. Sie habe auch mehrere Schönheits-Operationen hinter sich, schreiben italienische Zeitungen: aufgespritzte Lippen, Nachbesserungen an den Wangen und an diesem oder jenem Körperteil.

Warten auf das Interview

Berlusconi, der sich auch selbst ständig überarbeiten lässt – von Haartransplantationen über Liftings – wird das gefallen haben.
Francescas politische Ambitionen in seiner Partei PdL waren dagegen nicht sehr erfolgreich. Nachdem sie 2006 bei der Stadtratswahl in Neapel angetreten war und nur 88 Stimmen bekam, schaffte sie es drei Jahre später zwar ins Provinzparlament – allerdings heißt es dort jetzt von ihren Kollegen, man könne eigentlich nichts über sie sagen, weil sie nichts getan habe.
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Provinzpolitik ist für Francesca nun sowieso uninteressant, sie soll sich auf die Rolle als First Lady vorbereiten, heißt es aus Berlusconis Umfeld. Er hat immerhin schon angedeutet, er wolle heiraten – allerdings ist er noch gar nicht offiziell geschieden. Und es gilt als ziemlich unwahrscheinlich, dass Berlusconi, der in Umfragen zurückliegt, wieder Ministerpräsident wird. Da kann ein bisschen Wahlwerbung mit der hübschen Francesca nur gut sein.
In Italien wartet man auf ihr erstes Interview als „offizielle Verlobte“. Es wird wohl der Zeitschrift Chi gewährt werden. Chi gehört – wie könnte es anders sein – zum Medienkonglomerat Berlusconis und hat auch die Oben-ohne-Fotos von Prinz Williams Frau Kate veröffentlicht.

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