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24. Oktober 2015

Sterbehilfe: Arzt tötet unheilbare Patientin: Bewährung

Sterbehilfe ist auch in Deutschland umstritten (Symbolfoto).  Foto: imago stock&people

Der Fall hat für Schlagzeilen gesorgt: Ein Arzt in Frankreich gibt einer Patientin, die unheilbar erkrankt ist, Mittel, die zu deren Tod führen. Jetzt ist der Arzt zu zwei Jahren Bewährung verurteilt worden.

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Weil er einer unheilbar kranken Patientin todbringende Mittel verabreichte, ist ein Krankenhausarzt in Frankreich zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Ein Berufungsgericht der westfranzösischen Stadt Angers befand den ehemaligen Notarzt Nicolas Bonnemaison am Samstag für schuldig, eine 86-jährige Patientin bewusst getötet zu haben, in sechs weiteren Fällen wurde er dagegen freigesprochen. Im Sommer 2014 war er in erster Instanz komplett freigesprochen worden. Der Angeklagte nahm das Urteil mit gesenktem Kopf entgegen.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem 54-Jährigen vorgeworfen, in den Jahren 2010 und 2011 in einem Krankenhaus der baskischen Stadt Bayonne sieben älteren Patienten, die unheilbar krank waren und bei denen die Behandlung eingestellt worden war, todbringende Medikamente injiziert haben. Der Arzt, der den Patienten weiteres Leid ersparen wollte, handelte demnach ohne Absprache mit den Angehörigen und dem Pflegepersonal.

Bonnemaison wurde in erster Instanz mit der Begründung freigesprochen, es könne nicht nachgewiesen werden, dass er die Patienten mit den Mitteln tatsächlich töten wollte. Die Staatsanwaltschaft legte Berufung gegen den Freispruch ein, sie forderte fünf Jahre auf Bewährung.

Der Fall hatte in Frankreich die Debatte über Sterbehilfe befeuert. Das Land diskutiert - wie in Deutschland auch - über einen neuen gesetzlichen Rahmen zur Sterbehilfe. Für große Anteilnahme sorgt derzeit auch der Fall des Wachkoma-Patienten Vincent Lambert. Seine Familie liefert sich vor Gerichten einen erbitterten Streit darüber, ob die künstliche Ernährung des 39-Jährigen einstellt oder fortgesetzt werden soll. (afp)

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