Aktuell: Flüchtlinge in Deutschland und Europa | Türkei | US-Wahl | FR-Serie: Fintechs
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Panorama
Aktuelle Nachrichten aus der Gesellschaft

25. Januar 2015

Sterbehilfe in Belgien: Belgischer Minister schaltete sich ein

Frank Van Den Bleeken saß 27 Jahre in Haft.  Foto: AFP

Der Fall des belgischen Sexualstraftäters Van Den Bleeken sorgte für Schlagzeilen: In letzter Minute wurde die von ihm gewünschte tödliche Injektion abgesagt. Jetzt werden Details zum Hintergrund bekannt.

Drucken per Mail
Brüssel –  

Der belgische Justizminister Koen Geens hat sich laut einem Medienbericht persönlich in den spektakulären Sterbehilfe-Fall eines Sexualstraftäters eingeschaltet. Der flämische Christdemokrat habe den Häftling Frank Van Den Bleeken sogar zwei Stunden lang in seiner Zelle im Gefängnis von Turnhout besucht, berichtete die Tageszeitung «Le Soir» am Samstag. Geens hatte Anfang des Monats angekündigt, dass sich die Ärzte dagegen entschieden hätten, Van den Bleeken Sterbehilfe zu geben. Laut Medien stand die tödliche Injektion unmittelbar bevor.

Stattdessen werde der Mörder und Vergewaltiger einen Platz im Justiz-Psychiatriezentrum Gent bekommen, sagte der Minister damals. Van Den Bleeken sitzt seit mehr als 30 Jahren in Haft und verlangte seinen Tod, weil er nicht ausreichend therapiert worden sei. In Belgien ist aktive Sterbehilfe erlaubt.

Wie die Zeitung berichtete, gab es vor Geens' Ankündigung ein Gespräch: Beteiligt waren demnach einige von Geens engsten Mitarbeitern, ein Arzt Van den Bleekens sowie dessen Schwester und Anwalt.
Außerdem zitierte die Zeitung den Minister mit den Worten: «Ich habe direkt danach die Familie der jungen Frau getroffen, die er (Van den Bleeken) getötet hat.»

Es ist geplant, Van Den Bleeken in eine Anstalt in den Niederlanden zu überstellen, die für sehr lange Aufenthalte ausgestattet ist. Die Unterbringung Van den Bleekens in dem Nachbarland dürfte den belgischen Staat pro Monat rund 10 000 Euro im Monat kosten, wie die Zeitung vorrechnet.

Mehr dazu

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz begrüßte den Einsatz des belgischen Staates, um eine Therapie für Van den Bleeken möglich zu machen. Ihr Vorsitzender Eugen Brysch sagte, er hoffe, dass Belgien daraus Konsequenzen ziehe. «Denn der Anstieg der Fälle von aktiver Sterbehilfe ist rasant. Es wäre gut, wenn alle Menschen, die sich für Tötung auf Verlangen entscheiden wollen, die gleiche Aufmerksamkeit wie Van Den Bleeken erhalten würden.» Die Stiftung bezeichnet sich als einzige unabhängige Schutzorganisation für schwerstpflegebedürftige, schwerstkranke und sterbende Menschen in Deutschland. (dpa)

[ Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann bestellen Sie gleich hier 4 Wochen lang die neue digitale FR für nur 5,90€. ]

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Ressort

Aktuelle Nachrichten aus der Gesellschaft.

Kalenderblatt 2016: 27. September

Tag für Tag finden Sie an dieser Stelle einen Rückblick auf Ereignisse, Anekdoten, Geburts- oder Sterbetage, die mit diesem Datum verbunden sind. Foto: dpa

Das aktuelle Kalenderblatt für den 27. September 2016: Mehr...

Kalenderblatt 2016: 26. September

Tag für Tag finden Sie an dieser Stelle einen Rückblick auf Ereignisse, Anekdoten, Geburts- oder Sterbetage, die mit diesem Datum verbunden sind. Foto: dpa

Das aktuelle Kalenderblatt für den 26. September 2016: Mehr...

Globetrotter weltweit

Welche Nation nicht ohne eigenes Handtuch verreist

Nur mit eigenem Handtuch an den Hotelpool? Für viele Chinesen ein Muss im Urlaub.

Für die einen ist es das Handtuch, für die anderen die Fotokamera: Jeder Mensch legt im Urlaub auf ganz bestimmte Ding wert. Oftmals hängt das auch von der Kultur ab. Eine neue Umfrage hat ermittelt, wie die Welt 2016 verreisen will. Mehr...

Videonachrichten Panorama

Anzeige

Videonachrichten Leute