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17. März 2014

Steuer-Affäre Uli Hoeneß: Der unfassbare Hoeneß

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Den Bayern-Schal hat Uli Hoeneß abgelegt - er sitzt seine Strafe in der JVA Landsberg ab. Rund um sein Vermögen bleiben viele Fragen offen.  Foto: dpa/Archiv

Trotz Urteil tun sich immer neue Fragen auf zum Reichtum des FC-Bayern-Präsidenten. Im Zentrum des Interesses steht dabei unter anderem die Herkunft des Geldes, das Hoeneß in der Schweiz gebunkert hat.

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Nach der Verurteilung des FC-Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß äußern Finanzexperten Zweifel an dessen Aussagen zur Herkunft seiner Schweizer Millionen. Hoeneß hatte die Haftstrafe von dreieinhalb Jahren für die Hinterziehung von 28,5 Millionen Euro Steuern ohne Revision akzeptiert. Das lege den Verdacht nahe, dass er schwerwiegendere Straftaten vertuschen wolle, zitiert der Schweizer „Tages-Anzeiger“ eine Zürcher Anwaltskanzlei, die auf Selbstanzeigen spezialisiert ist.

An diesem Montag will die Staatsanwaltschaft München entscheiden, ob sie das Urteil des Landgerichts anders als Hoeneß anfechtet, um eine höhere Strafe zu erreichen. Tut sie das nicht, bliebe die Herkunft des Geldes wohl unklar.

„Es bleiben viele offene Fragen“, sagte Halina Wawzyniak, rechtspolitische Sprecherin der Linksfraktion, „die durch das Strafverfahren leider nicht mehr beantwortet werden.“ Die Grünen-Finanzexpertin Lisa Paus verwies auf die 70 000 Seiten Hoeneß-Bilanzen, die er erst während des Prozesses nachreichte. „Spannend ist nun, welche tatsächlich offene Steuerschuld das Finanzamt daraus berechnet. Zugleich erwarte ich, dass die Staatsanwaltschaft die Unterlagen genau auf Hinweise für weitergehende Straftaten prüft.“

Selbst der FDP-Politiker und Jurist Wolfgang Kubicki hatte zum Urteil gesagt, Hoeneß könne sich „angesichts der Gemengelage glücklich schätzen, dass sich das Strafmaß im unteren Drittel bewegt“.

"Völlig absurd"

Laut Hoeneß stammen die Einnahmen auf dem Schweizer Konto allein aus Devisenspekulationen. Branchenexperten nennen das „völlig absurd“: „Für einen Hoeneß ist es in diesem Markt unmöglich, aus 20 Millionen Mark zeitweise 150 Millionen Euro zu machen“, sagte ein Währungshändler dem „Tages-Anzeiger“. In der Branche arbeiteten „ganze Teams professioneller Marktbeobachter rund um die Uhr, um die Grundlagen für Investitionsentscheide zu liefern“.

Hoeneß konnte auch – vom Gericht nach seiner Börsenstrategie – befragt, keine klare Antwort geben. Steuerbehörde wie Richter hatten sich denn auch über die unerklärlichen Sprünge gleich in Millionenhöhe gewundert, die in Hoeneß’ Bilanzen auftauchten.

Und dass sein Startkapital vom verstorbenen Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus stammte, behauptet Hoeneß, ohne es belegen zu können. Nicht nur bei der Bevorzugung von Adidas als Sponsor, auch bei der Vergabe der Übertragungsrechte hatte der FC Bayern unter Korruptionsverdacht gestanden.

In der Debatte um politische Konsequenzen aus dem Fall hat Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) eine Verschärfung des Steuerrechts in Aussicht gestellt. So soll der Zeitraum verlängert werden, für den man in der Selbstanzeige alles offenlegen muss. Unionsfraktionschef Volker Kauder kündigte zudem an, den Zuschlag von fünf Prozent, der bei einer Selbstanzeige ab einer Steuerschuld von mehr als 50 000 Euro gezahlt werden muss, deutlich zu erhöhen.

Der Opposition im Bundestag gehen diese Verschärfungen noch nicht weit genug. „Nicht nur der Zuschlag sollte deutlich steigen, er muss auch schon bei Summen unterhalb von 50 000 Euro Steuerschuld erhoben werden“, fordert Wawzyniak. „Die Zahlungen müssen so hoch sein, dass sich Steuerhinterziehung nicht mehr lohnt.“ Die Linke würde die straffreie Selbstanzeige ganz abschaffen.

Grünen-Politikerin Paus fordert nicht nur eine Erhöhung der Zuschlagszahlungen und Verjährungsdauer, sondern auch des Entdeckungsrisikos. „Ein Schritt wäre die Abschaffung der pauschalen, anonymen Abgeltungssteuer auf Kapitaleinkünfte“, so Paus. Durch die könne man bislang seine Gesamteinkünfte vor dem Finanzamt verschleiern.

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