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16. Februar 2013

Südafrika: Pistorius’ Familie wehrt sich gegen Mordvorwürfe

Oscar Pistorius brach vor Gericht in Tränen aus. Foto: dpa

Staatsanwaltschaft in Südafrika erhebt Anklage gegen den Sportler, der vor Gericht bitterlich weint

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Staatsanwaltschaft in Südafrika erhebt Anklage gegen den Sportler, der vor Gericht bitterlich weint

Oscar Pistorius streitet die gegen ihn erhobenen Mordvorwürfe vehement ab. „Wir widersprechen dem Vorwurf des Mordes aufs schärfste“, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Erklärung der Familie und des Managements. Die Staatsanwaltschaft in Pretoria hatte am Freitag gegen den südafrikanischen Paralympics-Sieger Mordanklage erhoben. Zudem ließ der Sportler mitteilen, dass er der Familie seiner erschossenen Freundin sein tiefstes Mitgefühl sende.

Die Staatsanwaltschaft wirft Pistorius vorsätzlichen Mord an dem Model Reeva Steenkamp vor. Zur ersten gerichtlichen Anhörung erschien er in einem dunklen Anzug. Dabei begleiteten ihn Familienmitglieder und Polizeibeamte. Als er seine Schwester Aimee und seinen Vaters Henke sah, brach er in Tränen aus. Schwer atmend verfolgte er dann das juristische Prozedere. Während des Termins kamen dem 26 Jahre alten Sportler erneut die Tränen: Mit gebeugtem Haupt stand er vor dem Haftrichter Desmond Nair und schlug schluchzend die Hände vor das Gesicht. „Beruhigen Sie sich, setzen Sie sich hin“, sagte Nair. Medienberichten zufolge schoss der unterschenkelamputierte Sportler am Valentinstag vier Mal durch eine Badezimmertür hindurch auf seine Freundin.

"Extrem traumatisiert"

Pistorius, der durch seine Wettkampferfolge auf High-Tech-Prothesen berühmt wurde, sagte während der 40 Minuten dauernden Anhörung kein Wort. Sein Vater Henke und sein Bruder Carl nahmen hinter ihm im überfüllten Gerichtssaal Platz und beugten sich immer wieder vor, um ihm auf die Schulter zu klopfen. Pistorius’ Anwalt Kenny Oldwage sagte, sein Mandant sei „extrem traumatisiert“. Der Anwalt gab während der Anhörung keine Erklärung ab und forderte auch keine Freilassung auf Kaution. Pistorius bleibt damit vorerst in Untersuchungshaft.

Der auch unter dem Spitznamen „Blade Runner“ bekannte Athlet verbrachte schon die Nacht in Polizeigewahrsam, nachdem ihn zuvor Ärzte untersucht und Kriminaltechniker Spuren gesichert hatten. Schon im Vorfeld wurde die Anhörung um zwei Stunden verschoben, weil Pistorius’ Anwalt Vorbehalte gegen den starken Andrang einheimischer und ausländischer Journalisten im Gerichtssaal angemeldet hatte. Nun soll es am 19. Februar vor Gericht weitergehen.

Für Verwunderung sorgte eine Nachricht eines Fernsehsenders, der nach dem Tod von Reeva Steenkamp eine aufgezeichnete Show mit dem Model ausstrahlen will. Wie am Freitag mitgeteilt wurde, soll die an einem exotischen Ort in Jamaika spielende Sendung am Sonnabend gesendet werden. Bei der Aufzeichnung handelt es sich um eine sogenannte Realityshow, in der bekannte Personen aus Südafrika um ein Preisgeld von umgerechnet 85 000 Euro kämpfen.()(BLZ)

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