Buenos Aires. Durch einen Tornado-ähnlichen Sturm sind in Südamerika mindestens 17 Menschen ums Leben gekommen. Das Unwetter zog laut Behörden mit heftigem Regen, Hagelschauern und starken Winden über Nordargentinien, Uruguay, Paraguay und den Süden Brasiliens hinweg. Hunderte Häuser wurden dem Erdboden gleichgemacht; in der brasilianischen Wirtschaftsmetropole São Paulo kam stellenweise der Verkehr zum Erliegen.
Wie die argentinischen Behörden mitteilten, wurden im Nordosten des Landes zehn Menschen getötet, darunter sieben Kinder. Mehr als 50 Menschen wurden verletzt. In den südlichen brasilianischen Bundesstaaten Santa Catarina und São Paulo, wo Überschwemmungen und Schlammlawinen Slums zerstörten, kamen sieben weitere Menschen ums Leben. Drei von ihnen wurden nach Behördenangaben unter einstürzenden Häusern begraben.
Laut Katastrophenschutz wurden in vielen argentinischen Orten Bäume und Stromleitungen umgerissen. Das Fernsehen zeigte verwüstete Landstriche und zerstörte oder abgedeckte Häuser. Die Verwüstung, die der Sturm angerichtet habe, sei "unglaublich", sagte der Bürgermeister des nordargentinischen San Pedro, Orlando Wolfart. Zahlreiche Häuser seien aus ihren Grundfesten gerissen worden.
Im brasilianischen Bundesstaat Santa Catarina verwüstete das Unwetter allein 37 Städte und Dörfer. Mehr als 100 Häuser seien umgestoßen worden, teilte der örtliche Katastrophenschutz mit. An anderen Gebäuden durchschlugen große Hagelkörner die Dächer. Heftiger Regen brachte den Straßenverkehr in São Paulo vorübergehend zum Stillstand. Etliche S-Bahnen und Busse fielen aus. Fast die Hälfte aller Flüge wurde am Inlandsflughafen gestrichen.
Augenzeugen und Medien beschrieben den Sturm als Tornado. Nach Angaben des US-Zentrums für Klimadaten ist die vom Unwetter betroffene Region, das einzige Gebiet in Südamerika, in der es zu Wirbelstürmen kommen kann. Es sei möglich, dass es sich um einen Tornado gehandelt habe, sagte Jorge Leguizamon vom argentinischen Wetterdienst. Ob das Unwetter so eingestuft werden könne, werde aber noch untersucht. Laut Vorhersage soll es in Brasilien und Argentinien noch bis Donnerstag heftigen Regen geben. (afp)
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