Der Taifun „Bopha“ ist am Dienstag über den Süden der Philippinen hinweggefegt und hat zahlreiche Menschen das Leben gekostet. Der Sturm erreichte Windgeschwindigkeiten von knapp 200 Kilometern in der Stunde und war damit bisher der stärkste Sturm dieses Jahres. Bopha war am frühen Dienstagmorgen bei Baganga an der Ostküste der Insel Mindanao an Land gekommen. Er brachte zudem ein 600 Kilometer breites Regenband mit sich.
„Bopha“ zerstörte Häuser, knickte Strommasten um und ließ Flüsse über die Ufer treten. In zahlreichen Gegenden fiel der Strom aus. Medienberichten zufolge kamen auf der Insel Mindanao im Süden des Landes in den Fluten und durch Erdrutsche 40 Menschen ums Leben oder wurden noch vermisst. Viele Bewohner wurden durch umstürzende Bäume oder herabfallende Trümmern verletzt.
Die Behörden teilten am Dienstag mit, dass in der Stadt Neu-Bataan 34 Menschen und in Cateel 23 Menschen umgekommen sind. In Medienberichte ist sogar von 43 Toten allein in Neu-Bataan die Rede. Viele Opfer ertranken, als sich vom Sturm ausgelöste Regenmassen auf einem Berg ansammelten und daraufhin auf das im Compostela-Tal gelegene Dorf Andap fluteten, sagte Gouverneur Arturo Uy. Unter den Todesopfern in Andap waren den Angaben zufolge auch Anwohner, die vor dem Sturm Zuflucht in einer Halle gesucht hatten, die jedoch überflutet wurde. Zudem wurde ein Militärfahrzeug mit Soldaten und Dorfbewohnern an Bord fortgeschwemmt.
Eine Fernsehreporterin berichtete, sie habe in der Nähe eines Militärstützpunktes viele Leichen gesehen. Nach Angaben eines Militärsprechers würden rund zwanzig Menschen vermisst, darunter sechs Soldaten. Die Behörden rechnen damit, dass noch mehr Tote gefunden werden.
Die Philippinen, die auf halbem Weg zwischen Australien und Japan liegen, werden jedes Jahr von rund zwanzig Taifunen heimgesucht. Im Taifun „Washi“ kamen im vergangenen Jahr 1500 Menschen ums Leben. Dass wegen „Bopha“ bislang vergleichsweise wenige Menschen ihr Leben verloren, ist wohl der frühen Vorwarnung der Bevölkerung und Evakuierung gefährdeter Gebiete zu verdanken: Mehr als 155.000 Menschen hatten sich vor dem nahenden Taifun in Sicherheit gebracht. Die Regierung hat mehr als 1000 Notunterkünfte eingerichtet. (rtr/dpa/dapd)
Bei schweren Überschwemmungen im Süden der Philippinen sind mindestens 180 Menschen ums Leben gekommen.
Foto: dapd
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