Schätzungen zufolge sind mehr als 90.000 Haitianer, insbesondere aus der Hauptstadt Port-au-Prince, in den Süden und Südwesten des Landes geflüchtet.
Sie kommen fast alle ursprünglich aus diesem ländlichen Gebiet und finden nun bei Verwandten Unterschlupf. In einigen Gemeinden hat sich die Bevölkerung dadurch geradezu verdoppelt. Das allerdings stellt die Familien vor große Probleme: zu wenig Nahrung, zu wenig Wasser, zu wenig Wohnraum für die nun angewachsene Gemeinschaft. Und auch die hygienischen Verhältnisse sind nicht darauf ausgerichtet. terre des hommes verteilt an die Familien Zelte, Decken und Hygiene-Artikel. Außerdem werden Latrinen und Brunnenkonstruktionen aufgebaut, um auf die steigende Bevölkerungszahl zu reagieren.
Für FR-online schreiben Mitarbeiter der dem "Bündnis Entwicklung hilft" angehörenden Entwicklungshilfeorganisationen über ihre Eindrücke aus Haiti.
Zum Bündnis gehören Brot für die Welt, Medico International, Misereor, Terre des Hommes und die Welthungerhilfe. Sie leisten gemeinsam akute und langfristige Hilfe bei Katastrophen und in Krisengebieten.
Spendenkonto: Stichwort "Haiti", Konto 5151, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00.
Weitere Berichte von Helfern vor Ort finden Sie im Haiti-Spezial der Frankfurter Rundschau
Schutz von Kindern
Besonderes Augenmerk wird auf die Versorgung von Kindern gelegt. Mobile Kliniken sind errichtet, um akut mangelernährte Kinder zu behandeln. Außerdem werden Kinder, die wegen des Erdbebens aus ihrer Heimat flüchten mussten, psychologisch betreut. terre des hommes hat zwei Spezialisten geschickt, die das Team im Bereich Ernährung und Gesundheit und psychosoziale Betreuung verstärken. Besondere Sorge bereiten die Berichte, dass Fälle von Kinderhandel aufgetreten seien. Deshalb erfolgt eine enge Kooperation mit der haitianischen Adoptionsbehörde, um vorschnelle Adoptionen und Kinderhandel zu verhindern.
Langfristige Hilfe
Drei Wochen nach dem Erdbeben läuft die akute medizinische Notfallhilfe nun schrittweise aus. terre des hommes wird aber die Hilfe bei der weiteren Versorgung und beim Wiederaufbau in den Kommunen Les Cayes, Camp Perrin und Chantal et Arniquet fortsetzen, da dort bereits seit mehreren Jahren eine Zusammenarbeit besteht. Zu den Aufgaben gehört auch die psychosoziale Betreuung von Erdbebenopfern und dies soll in den kommenden Wochen weiter ausgebaut werden.
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