Aktuell: Fußball-EM 2016 | Brexit | HIV und Aids | Flüchtlinge in Deutschland und Europa | Zuwanderung Rhein-Main
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Panorama
Aktuelle Nachrichten aus der Gesellschaft

27. März 2013

Til Schweiger Anschlag: Staatsschutz ermittelt nach Schweiger-Anschlag

 Von 
Til Schweiger als einsamer Kämpfer mit Waffe – so wie er in dem Film „Schutzengel“ immer wieder zu sehen ist.  Foto: Warner Bros. GmbH

Nach dem Anschlag auf das Wohnhaus von Til Schweiger ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht - von einer Gruppe namens „Tatortverunreiniger_innen“. Die mutmaßlichen Täter sind verärgert über Schweigers Engagement für den Afghanistan-Einsatz.

Drucken per Mail

Die Staatsschutzabteilung der Hamburger Polizei hat am Dienstag die Ermittlungen übernommen, nachdem Unbekannte in der Nacht zu Montag einen Anschlag auf das Wohnhaus des Fernsehschauspielers Til Schweiger in der Hansestadt verübt hatten. Die Beamten gehen dem Verdacht eines möglichen linksextremistischen Hintergrunds für die Tat nach.

Am Montagvormittag war ein Bekennerschreiben der angeblichen Täter per E-Mail bei der Hamburger Morgenpost eingegangen. Eine Gruppe namens „Tatortverunreiniger_innen“ bekennt sich darin, das Anwesen des Schauspielers im noblen Hamburger Westen „mit krimineller Energie“ heimgesucht und das „Millionenobjekt“ mit Farbflaschen beworfen zu haben.

Nach Angaben der Polizei waren gegen 3 Uhr nachts an der Hauswand der Villa sechs Marmeladengläser zerbrochen, die weiße Farbe enthalten hatten. Passanten waren kurz darauf auf die Aktion aufmerksam geworden, weil ein Kleinwagen, der vor dem Haus geparkt war, in Flammen stand. Das Fahrzeug brannte völlig aus. Schweiger selbst soll sich zum Tatzeitpunkt nicht auf dem Anwesen aufgehalten haben.

Motiv: Afghanistan-Engagement

In dem Bekennerschreiben wird Schweigers Engagement für die Bundeswehr und deren Einsatz in Afghanistan als Motiv für den Anschlag genannt. „Deutsche Kriegseinsätze mit allen ihren Folgen sollen als normal und gerecht empfunden und akzeptiert werden“, heißt es in dem Schreiben.

In zahlreichen Veröffentlichungen, Filmen und Fernsehsendungen würden ehemalige Afghanistan-Kämpfer als Helden auftreten. Konkret nennen die angeblichen Täter Schweigers Film „Der Schutzengel“, in dem der 49-Jährige im vergangenen Jahr einen früheren KSK-Soldaten mimte, der aus Afghanistan zurückgekehrt war und nun eine Zeugin vor ihren Verfolgern schützte.

Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hatte in der Vergangenheit dieses Engagement Schweigers gewürdigt und war auch zur Premiere des Streifens in Berlin erschienen. De Maizière betonte unlängst, durch solche Darstellungen der Soldaten in Film und Fernsehen hätte sich das öffentliche Ansehen der Bundeswehr in den vergangenen Jahren und die Akzeptanz des Afghanistan-Einsatzes erheblich verbessert.

Andere Opfer von Farb- und Brandanschlägen

Farb- und Brandanschläge auf die Fahrzeuge oder Wohnhäuser von Prominenten hat es in der Hansestadt in den vergangenen Jahren immer wieder gegeben. Zu den Opfern gehörten Bild-Chefredakteur Kai Diekmann, dessen Mercedes 2007 in Flammen aufging, der Chef der Werbeagentur Jung von Matt, Holger Jung, der für die Kampagne „Du bist Deutschland“ verantwortlich war oder der Chef der Affinerie, Werner Marnette. Die Täter konnten stets unerkannt entkommen.

In Hamburg und Berlin wurden in den vergangenen Jahren nachts auch immer wieder Luxusautos aus Protest gegen steigende Mieten und die Gentrifizierung ganzer Stadtteile angezündet. Überdies wurden Fuhrparks von Polizei, Bundeswehr, der Post und anderen Speditionen wiederholt von Brandstiftern heimgesucht, die ihre Taten stets damit begründeten, dass die betroffenen Firmen und Einrichtungen die Streitkräfte bei ihren Auslandseinsätzen unterstützten.

Der Verfassungsschutz registrierte in jüngerer Zeit einen leichten Anstieg, was die Zahl extremistischer Gewalttäter im rechten wie im linken Spektrum angeht. Zugleich sei die Zahl der Gewalttaten aber leicht gesunken. In der linken Szene gibt es seit Jahren immer wieder heftige Kontroversen über die Frage, ob der Einsatz von Gewalt in der politischen Diskussion zu rechtfertigen ist.

#gallery

[ Lesen Sie jetzt das EM-Spezial der FR - digital oder gedruckt sechs Wochen lang ab 27,30 Euro. Hier geht’s zur Bestellung. ]

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Ressort

Aktuelle Nachrichten aus der Gesellschaft.

Kalenderblatt 2016: 30. Juni

Tag für Tag finden Sie an dieser Stelle einen Rückblick auf Ereignisse, Anekdoten, Geburts- oder Sterbetage, die mit diesem Datum verbunden sind. Foto: dpa

Das aktuelle Kalenderblatt für den 30. Juni 2016: Mehr...

Globetrotter weltweit

Welche Nation nicht ohne eigenes Handtuch verreist

Nur mit eigenem Handtuch an den Hotelpool? Für viele Chinesen ein Muss im Urlaub.

Für die einen ist es das Handtuch, für die anderen die Fotokamera: Jeder Mensch legt im Urlaub auf ganz bestimmte Ding wert. Oftmals hängt das auch von der Kultur ab. Eine neue Umfrage hat ermittelt, wie die Welt 2016 verreisen will. Mehr...

Videonachrichten Panorama

Anzeige

Videonachrichten Leute