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02. Juni 2009

U2-Gitarrist The Edge: "Habe meine Lieblingsgitarre geköpft"

U2-Gitarrist The Edge mit Sänger Bono auf der Bühne.  Foto: afp

U2-Gitarrist The Edge spricht im FR-Interview über zerstörte Instrumente, die Gigantomanie der neuen Tournee und wie U2 bei arabischen Musikern auf ihre Grenzen stießen.

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Zur Person

David Evans, 47, den sogar seine Mutter mit seinem Künstlernamen The Edge anspricht, ist Gründungsmitglied und Gitarrist der irischen Rockband U2. Er war immer das Gegenteil des klassischen Gitarrenhelden: keine breitbeinigen Posen, wenig Soli, stattdessen verknüpfte er die Akkorde zu einem filigranen Klangteppich, der längst sein Markenzeichen geworden ist. Auf der neuen Single "Magnificent", die U2 im marokkanischen Fés aufnahmen, haben U2 arabische Melodien und Rhythmen mit ihrem wuchtigen Rock verwoben.

Die U2-Tournee beginnt am 30. Juni in Barcelona, für die beiden deutschen Konzerte am 18. Juli in Berlin sowie am 3. August in Gelsenkirchen gibt es noch Restkarten (www.eventim.de).

Der Musik-Dokumentarfilm "It Might Get Loud", in dem The Edge mit Led Zeppelin-Gitarrist Jimmy Page und Jack White von den Whites Stripes zusammen spielt und sie über ihre unterschiedlichen Einflüsse diskutieren, wird im Sommer in deutschen Kinos zu sehen sein. www.itmightgetloud.com

Edge, es gibt nicht viele Fotos, auf denen U2 lachen...

Das stimmt. Wir gucken immer so stoisch. Dabei sind wir sehr lustig. Nur kommt der Humor unserer Band in den meisten Fotos nicht wirklich zur Geltung.

U2-Gitarrist The Edge an seinem Instrument.
U2-Gitarrist The Edge an seinem Instrument.
 Foto: getty

Auf einem schon: Ihr langjähriger Fotograf Anton Corbijn zeigt die Band in seinem Bildband "U2 and I" auf Fahrrädern, wie Sie sich vor Lachen nicht mehr halten können. Wie hat Corbijn Ihnen den Ernst ausgetrieben?

Er hat seine Hosen vor uns runter gelassen.

U2-Gitarrist The Edge.
U2-Gitarrist The Edge.
 Foto: getty

So einfach bringt man Sie zum Lachen?

Nun, es hat die Session merklich aufgelockert. Aber er muss nicht immer die Hose runterlassen, um uns zum Lachen zu bringen. Auf vielen Fotos gucken wir nur deshalb so ernst, weil sie oft in extremen Wetterbedingungen entstanden: Mal war es sehr heiß, mal bitter kalt. Bei den Aufnahmen zum "Joshua Tree"-Album beispielsweise...

Die Sie als Denker in Unterhemden in der US-Wüste zeigen.

Ja. Nur war es an dem Tag in der Wüste eiskalt. Das sieht man auf dem Bild natürlich nicht. Stattdessen sieht man vier Iren, die so unglücklich dreinschauen, als könnten sie sich nicht über ihren Erfolg freuen. Inzwischen sucht Anton für seine Fotos Orte aus, an denen wir uns etwas wohler fühlen.

Reden wir ein bisschen über Ihr Verhältnis zu Ihrem Sänger. In früheren Konzerten haben Sie Bono schon mal mit der Gitarre auf der Bühne vor sich hergetrieben. Das sah wie ein seltsamer Stierkampf aus und manchmal auch so, als wäre es Ihnen bitterernst mit der Attacke.

Ich gebe zu: Es gab Abende, an denen wir etwas heftiger aufeinander prallten. Aber es wurde nie so schlimm, dass wir uns wirklich geprügelt hätten.

Wieso lassen erwachsene Männer es so weit kommen?

Es fing als kindisches Spiel an. Es hat sich dann immer mehr zugespitzt, am Ende war es halt ein Stierkampf.

Sie waren der Torero und Bono der Stier?

Man könnte es auch als Kampf zwischen Engel und Teufel sehen.

Und Edge war der Engel?

Das hoffe ich zumindest. Es ist wie eine alte Ehe, in der jeder aus dem anderen das Beste herauszupressen scheint. Zwischen Bono und mir funktioniert es gerade deshalb, weil wir so unterschiedlich sind. Unsere Stärken und Schwächen ergänzen sich auf eine sehr seltsame Weise, das geht nur, weil wir immer noch sehr eng miteinander befreundet sind.

Und Bonos politische Kampagnen für Afrika, die er seit zehn Jahren unermüdlich betreibt, haben das Bandgefüge nicht belastet?

Ich habe oft gesagt, dass es mir nicht gefallen hat, dass er sich mit George Bush, mit Blair und Putin fotografieren ließ. Trotzdem stehen wir alle hinter ihm. Er ist in seiner politischen Arbeit sehr effektiv, eben weil er sich auf dieser Bühne einmischt, ein Teil des politischen Betriebs wird. Fragen Sie mich nicht, woher er die Energie für all das nimmt. Wir haben als Band überlebt, weil U2 am Ende immer unser aller Hauptinteresse geblieben ist. Es gibt für mich nichts Besseres.

Was machen Sie, wenn Bono eines Tages von U2 zu den UN wechselt?

Die Frage habe ich mir auch schon gestellt. Aber sein Herz gehört dem Rock'n'Roll. Und er hat inzwischen herausgefunden, dass er in beiden Welten leben kann.

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